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Psychotherapie im Dialog Heft 4/2012
1/2012 - 2/2012 - 3/2012 - 4/2012 - Überblick


Broda, Michael, Bettina Wilms & Hans Lieb (2012): Neues und Bewährtes zu einem alten Thema. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 1-2


Batra, Anil (2012): Psychotherapie der Sucht. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 3-8.

abstract: In einem biopsychosozialen Verständnis von Suchterkrankungen spielen nicht nur ätiologische Bedingungen, sondern auch die funktionale Bedeutung des Substanzmittelkonsums sowie die psychische Komorbidität eine wichtige Rolle bei der Therapieplanung. Drei wichtige Entwicklungen der letzten Jahrzehnte prägen die Suchttherapie: Das Behandlungssetting hat eine große Diversifizierung erfahren; neben stationären Entgiftungs- und Rehabilitationsplätzen sind insbesondere wohnortnahe tagesklinische und ambulante Therapieangebote entstanden, die einen multidisziplinären Zugang zur Rehabilitation suchtkranker Menschen vorhalten. Während die Psychotherapie der Sucht historisch betrachtet eher psychodynamisch und systemisch geprägt war, haben eklektizistische Ansätze bis hin zu verhaltenstherapeutisch geprägten, störungsspezifischen, an den funktionalen Bedingungen der Suchterkrankung ausgerichteten Behandlungsformen Einzug gehalten. Psychoedukative Vorgehensweisen, Techniken zur Motivationsförderung und klassisch- bzw. kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze haben inzwischen die größte Verbreitung erfahren. Flankierend stehen medikamentöse Unterstützungen sowohl für eine Substitutionsbehandlung als auch in der Funktion als Anti-Craving-Behandlungen zur Verfügung. Die psychotherapeutische Forschung konzentriert sich sowohl auf Setting-Variablen als auch auf die Differenzialindikation spezifischer psychotherapeutischer Programme und deren psychotherapeutische Erweiterung, vorzugsweise mit Elementen der sog. „dritten Welle der Verhaltenstherapie“.


Lindenmeyer, Johannes (2012): Prinzipien und Merkmale einer verhaltenstherapeutischen Suchttherapie. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 9-13.

abstract: Ausgehend von einem kurzen historischen Abriss stellt der Artikel fünf Prinzipien vor, die die Verhaltenstherapie zur Optimierung der Suchtbehandlung entwickelt hat.


Klein, Rudolf (2012): Prinzipien und Merkmale einer systemischen Suchttherapie. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 14-18.

abstract: Aus einer systemischen Perspektive lässt sich eine stoffgebundene Abhängigkeit durch Verknüpfung zweier Hypothesen erklären: einerseits durch eine Selbstorganisationshypothese, die die wechselseitig sich stabilisierenden und im Zeitverlauf chronifizierenden Dynamiken des psychischen, des biologischen und des sozialen Systems berücksichtigt; andererseits durch eine lebensgeschichtliche Hypothese, die spezifische biografische Erfahrungen fokussiert. Diese Verknüpfung wird im Artikel theoretisch erklärt und durch ein Fallbeispiel illustriert. Anhand eines Therapieverlaufs mit einem alkoholabhängigen Klienten wird die ambulante Therapie mit dem Klienten und seiner Familie dargestellt und v. a. die Schrittabfolge und das Timing des therapeutischen Prozesses in den Mittelpunkt gestellt.


Bilitza, Klaus (2012): Prinzipien und Merkmale psychodynamischer Suchttherapie. Ein Plädoyer für moderne Psychoanalyse aus klinischer Erfahrung. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 19-23.

abstract: In einer Übersichtsarbeit, die kürzlich auch auf Deutsch erschienen ist (Shedler 2011), wurden die Merkmale psychodynamischer Verfahren und deren Wirksamkeit anhand kontrollierter Therapiestudien zusammengestellt: Fokus auf zwischenmenschlichen Beziehungen, Identifizierung wiederkehrender Themen und Muster, Einbeziehung von Erfahrungen aus der biografischen Vergangenheit, Analyse der Therapiebeziehung, Fokus auf Emotionen und Gefühlsausdruck, Untersuchung der Abwehrformen sowie Erforschung der Fantasien der Innenwelt bzw. der Mentalisierungen. Einige dieser Merkmale, die auch die psychodynamische Suchttherapie kennzeichnen, werden mit einem Blick auf ein psychoanalytisches Grundprinzip an Beispielen herausgestellt.


Schnelle, Heliane & Jeanne Rademacher (2012): Lösungsraum Familie: ein systemischer Such(t)blick für die Praxis. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 24-27.

abstract: In der Systemischen Therapie (ST) substanzkonsumierenden Verhaltens stehen die wechselseitigen Interaktionen zwischen sog. IndexpatientInnen und Mitgliedern ihrer Familie bzw. ihres sozialen Systems im Vordergrund. Angesichts der nachgewiesenen Wirksamkeit systemischer Ansätze zur Behandlung sog. Substanzstörungen (vgl. Sydow et al. 2010) überrascht, dass in der deutschen Suchthilfe systemische Interventionen nach wie vor eher selten genutzt werden. Im Rahmen dieses Beitrags wird eine konkrete systemische gruppentherapeutische Herangehensweise in der Arbeit mit jugendlichen DrogenkonsumentInnen und ihren Eltern im Kontext Jugendhilfe vorgestellt. Dabei werden Möglichkeiten der Implementierung systemischer Ansätze in ambulante sowie stationäre Angebote der Suchthilfe anhand ausgewählter Beispiele vorgestellt.


Kraft, Dagmar & Volker Köllner (2012): Tabakabhängigkeit: Die unbeachtete Sucht. Eine Aufgabe für PsychotherapeutInnen? In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 28-32.

abstract: Tabakabhängigkeit ist die häufigste und gefährlichste Abhängigkeitserkrankung in Deutschland. 33 % der Konsumenten sind abhängig. Jährlich sterben ca. 110 000 Menschen durch aktiven Tabakkonsum, hinzu kommen ca. 3300 Tote durch Passivrauchen. Menschen, die in ihrer Biografie frühen Traumatisierungen oder Vernachlässigungen ausgesetzt waren, haben ein höheres Risiko, sich im Erwachsenenalter durch Rauchen selbst zu schädigen. Verhaltenstherapeutische Strategien haben sich als besonders wirksam bei der Tabakentwöhnung erwiesen. PsychotherapeutInnen sollten ihre rauchenden KlientInnen mit Methoden der motivierenden Gesprächsführung zur Abstinenz motivieren und ihnen, wenn gewünscht, Unterstützung bei der Überwindung ihrer Abhängigkeit oder ihres selbstschädigenden Verhaltens anbieten.


Vogelgesang, Monika (2012): Alkoholabhängigkeit: Die bagatellisierte Sucht. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (04): S. 33-35.

abstract: Die Alkoholabhängigkeit ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Sie geht mit erheblichen negativen psychosozialen, körperlichen und ökonomischen Folgen für den Betroffenen einher. Gravierend sind auch die Schädigungen für sein Umfeld und die gesamte Gesellschaft. Im Folgenden werden Hintergründe, Diagnosekriterien und Therapie dieser häufig bagatellisierten biopsychosozialen Störung im Überblick dargestellt.


Vollmer, Heinz C. & Julia Domma-Reichart (2012): Drogenabhängigkeit: Die ausgegrenzte Sucht. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (04): S. 36-38.

abstract: Vor etwa 40 Jahren wurde eine Behandlung Drogenabhängiger als kaum durchführbar eingeschätzt und sie waren im Gesundheitssystem größtenteils ausgegrenzt. Inzwischen sind Drogenabhängige dank eines sehr breiten und vielfältigen Betreuungsangebotes ebenso gut, aber noch nicht ganz so erfolgreich behandelbar wie Alkoholabhängige. Die wichtigsten Vorgehensweisen der ambulanten und stationären abstinenzorientierten Therapie werden dargestellt.


Glaeske, Gerd (2012): Medikamentenabhängigkeit: Die verheimlichte Sucht. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 39-43.

abstract: Medikamentenabhängigkeit nimmt als „Sucht auf Rezept“ eine Sonderstellung unter den Abhängigkeitserkrankungen ein. Verschreibungen, die initial in bester Absicht zur Linderung von z. B. Angst- oder Schlafstörungen dienen sollen, können bei Patientinnen und Patienten eine Arzneimittelabhängigkeit mit schweren Entzugserscheinungen entstehen lassen, da auch durch mangelnde Informationen der Arzneimittelhersteller die Schwere der Abhängigkeit nicht allen Ärzten angemessen bewusst ist. Das ganze Ausmaß der Medikamentensucht ist schwer einzuschätzen, da zunehmend Verschreibungen auf Privatrezepten eine Verordnungstransparenz verhindern.


Bröning, Sonja, Diana Moesgen, Michael Klein & Rainer Thomasius (2012): Ressourcenorientiertes Arbeiten mit Kindern aus Suchtfamilien. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 44-48.

abstract: In Deutschland haben fünf bis sechs Millionen Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren mindestens einen alkoholabhängigen Elternteil. Kinder, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen, weisen ein höheres Risiko auf, Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung zu erfahren. Sie entwickeln im Erwachsenenalter überzufällig häufig eine eigene Substanzstörung oder andere psychische Erkrankungen. In Deutschland existieren noch nicht ausreichend Hilfsangebote für diese Kinder und Jugendlichen, die wenigen bestehenden Angebote sind kaum evaluiert. „Trampolin“ ist ein neues Gruppenangebot für die Zielgruppe und wird derzeit im Rahmen eines Bundesmodellprojekts evaluiert. Es handelt sich um ein suchtspezifisches, modulares Gruppenprogramm für acht- bis zwölfjährige Kinder aus suchtbelasteten Familien, das auch die Eltern einbezieht. Die Ressourcenorientierung spielt bei „Trampolin“ eine wesentliche Rolle.


Gantner, Andreas (2012): Ambulante Therapie bei Jugendlichen mit Suchtproblemen. Impulse aus einer systemischen Perspektive am Beispiel der MDFT. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (04): S. 49-52.

abstract: In den vergangenen Jahren wurden in der Suchthilfe zahlreiche Kurz- und Frühinterventionsangebote für Jugendliche erprobt und etabliert. Dabei orientieren sich die Konzepte überwiegend individuumszentriert und fokussieren ausschließlich das Suchtverhalten von Jugendlichen. Speziell im Jugendsuchtbereich haben jedoch systemische Ansätze wie die Multidimensionale Familientherapie (MDFT) eine hohe nachgewiesene Evidenz. Trotz der belegten Wirksamkeit systemischer Ansätze existiert in der konkreten Praxis ein deutlicher Mangel an der Anwendung systemisch-familienorientierter Angebote. Dieser Umstand wird im Zusammenhang mit systembedingten strukturellen Problemen diskutiert.


Wilhelm, Astrid (2012): Arbeitsschwerpunkte des Heidelberger Rauchertelefons am Deutschen Krebsforschungszentrum. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 53-56.

abstract: Das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) bietet neben einem niederschwelligen Beratungsangebot zur Tabakentwöhnung einen Beratungsservice für Berufsgruppen an, die ihrerseits rauchende Klienten beraten. Sowohl Sucht- oder Gesundheitsbeauftragte von Betrieben als auch Ärzte, Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe können diesen Service nutzen, um sich über den aktuellen Stand der Forschung zu tabakassoziierten Themen zu informieren. Ein Arbeitsschwerpunkt am Rauchertelefon ist die Unterstützung von Krebspatienten beim Rauchausstieg. Selbst unter Fachkollegen trifft man vielfach auf die Überzeugung, dass ein Nikotinentzug wegen der zusätzlichen Belastungen Krebspatienten nicht zuzumuten sei. Forschungsergebnisse und die Fallvorstellung einer Klientin des Rauchertelefons machen deutlich, dass dies nicht unbedingt der Fall sein muss. Dies soll dazu anregen, Krebspatienten auf vorhandene professionelle Unterstützungsmöglichkeiten zur Tabakentwöhnung hinzuweisen.


Lindenmeyer, Johannes (2012): Lieber schlau als blau. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 57-60.

abstract: Die Überwindung von Suchtproblemen setzt voraus, dass die Betroffenen sich ihre Problematik eingestehen und sie in ihr Selbstkonzept integrieren. Am Beispiel des Selbsthilfebuchs „Lieber schlau als blau“ wird aufgezeigt, wie Alkoholabhängigen durch das unmittelbar aus der Selbstkonzeptforschung abgeleitete Paradigma der „dosierten Informationsvermittlung“ geholfen werden kann, sich konstruktiv mit ihrer Substanzabhängigkeit auseinanderzusetzen und auf eine Suchtbehandlung einzulassen. In 13 Kapiteln werden relevante Suchtinformationen vermittelt, die die Leser anschließend durch Bearbeitung eines Fragebogens in Beziehung zur eigenen Person setzen. „Lieber schlau als blau“ verfügt außerdem über eine eigene Website (www.lieberschlaualsblau.de), auf der grafisch animierte Vorträge angehört, die Fragebogen heruntergeladen und konkrete Anregungen für die Anwendung des Programms in Therapiegruppen eingesehen werden können.


Adams, Regina (2012): Ambulante medizinische Rehabilitation Suchtkranker. Ein Erfolgskonzept in der Behandlung Abhängigkeitskranker. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 61-63.

abstract: Seit Einführung der ambulanten medizinischen Rehabilitation Suchtkranker lässt sich nachweisen, dass unter Berücksichtigung der Umfeldkriterien und Einbezug des Umfeldes, insbesondere der Angehörigen, sowie unter Beachtung der Indikationsstellungen die Durchführung der ambulanten medizinischen Rehabilitation Sucht nachhaltig erfolgreich durchgeführt wird. Die berufliche, gesundheitliche und soziale Situation der Rehabilitanden konnte sich nennenswert positiv verändern und somit in erheblichem Maße zu einer Stabilisierung des Gesamtbefindens beitragen.


Schneider, Ralf (2012): Abstinenz oder was? Was ist das Ziel der Suchttherapie? In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 64-68.

abstract: In Suchttherapien ist die Abstinenz während der Behandlungszeit ein gängiges Mittel der Therapie. Aber zugleich wird auch erwartet, dass die PatientInnen bzw. RehabilitandInnen im Behandlungsverlauf die Abstinenz als nachhaltiges Ziel für ihr weiteres Leben akzeptieren und anstreben. Dieser Erwartungsdruck kann in der Rehabilitation wie in jeder Psychotherapie zu spezifischen Problemen in der Interaktion zwischen TherapeutIn und PatientIn führen. Ursachen und Lösungsansätze werden dargestellt.


Stachowske, Ruthard (2012): Aktuelle Sucht und Trauma in früheren Generationen. Fakten und Konsequenzen für die Suchttherapie. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 69-72.

abstract: Theorien über die Entwicklung von Abhängigkeit von psychotropen Substanzen folgen überwiegend einer individualzentrierten Perspektive, gleiches gilt für die Theorien der Richtlinienverfahren PA, TP, VT und den hieraus abgeleiteten speziellen Suchttherapieverfahren. Auch die ICD-10 als Diagnose- und damit als Definitionssystem repräsentiert diese Perspektive, ebenso wie wissenschaftliche Aussagen und gesellschaftliche Statements meinungsbildender Wissenschaftler (vgl. u. a. Petzold 1988, Reddemann u. Schäfer 2012). Der einzelne Patient wird folglich in seinem „So-geworden-Sein“ als Ausdruck seiner individuellen Lebensgeschichte verstanden. Daher ist der familiäre Kontext in der Regel nicht als entscheidende Größe am Therapieprozess beteiligt. Angesichts eindrucksvoller systemischer (vgl. von Sydow et al. 2010, S.13) und kontextuell-therapeutischer Erkenntnisse (vgl. Simon u. Stierlin 1992, S. 198f., Pfitzer u. Hargrave 2005, S. 19f.) ist zu fragen, inwieweit durch diese überwiegend individualzentrierte Akzentuierung in Theorie, Diagnose und Therapie nicht entscheidende Wirkfaktoren verkannt bleiben, die die Entwicklung von Sucht in der Aktualität und die Verbindung von Trauma im System der Generation auf diesen Prozess der Entwicklung von Sucht neu erklären können. Im Folgenden werden solche systemisch-kontextuellen und damit mehrgenerationalen Zusammenhänge und insbesondere die Bedeutung von traumatischen Erfahrungen in den Generationen und deren Einfluss auf die Entwicklung von Lebensentwürfen beschrieben, in denen sich Abhängigkeiten entwickelt haben. Aus diesen Erkenntnissen werden Konsequenzen für die Therapie und Praxis abgeleitet, die auch mit dem ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) kompatibel sind.


Dohren, Juliane & Rüdiger Münzer (2012): Entwicklung eines integrierten tagesklinischen Behandlungspfades. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (04): S. 73-76.

abstract: Seit Mitte 2011 entwickelt die Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen des Pfalzklinikums in Klingenmünster auf einer Station ein integriertes tagesklinisches Behandlungsangebot. Noch ist die Zahl der PatientInnen auf sechs Plätze begrenzt. Mit dem tagesklinischen Angebot wurde eine Lücke zwischen vollstationärer und ambulanter Behandlung geschlossen, die in den vergangenen Jahren vielen suchtmittelabhängigen PatientInnen zum Verhängnis wurde. Die tagesklinische Behandlung ergänzt das vollstationäre und ambulante Angebot für PatientInnen, die nach der Entlassung aus der vollstationären Behandlung in die häusliche Umgebung noch eine intensive und tagesstrukturierende Behandlung brauchen. Die tagesklinische Behandlung befindet sich in der Anfangsphase der praktischen Umsetzung. Nach einem Jahr ist eine Evaluation vorgesehen, deren Ergebnis Hinweise für weitere Entwicklungsschritte geben kann.


Weißgerber, Reiner & Michael Broda (2012): „Das Gesellige tritt in den Hintergrund“. Reiner Weißgerber im Gespräch mit Michael Brodaœ. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 77-78


Eichenberg, Christiane & Zuzana Kovacovsky (2012): Internetressourcen zu stoffgebundenen Suchterkrankungen. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 79-83


Amadei, Chiara (2012): Buchempfehlungen zum Thema Sucht. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 84-89


Wilms, Bettina, Hans Lieb & Michael Broda (2012): Alles neu in der Sucht … oder doch nicht? In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (04): S. 90-90


Weigelt, Matthias, Yvonne Steggemann, Daniel Machlitt & Kai Engbert (2012): Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen. In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (04): S. 91-93.

abstract: Die positive Wirkung von Sport- und Bewegungstherapie in der Behandlung depressiver Erkrankungen konnte in zahlreichen Interventionsstudien nachgewiesen werden und gehört heute zum stationären Behandlungsalltag. Dennoch wurde bisher nur unzureichend untersucht, mit welcher sportlichen Betätigung über welchen Zeitraum hinweg welche Effekte erzielt werden können. Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel, Handlungsempfehlungen für die (Sport-)Therapie mit depressiven Patienten zu formulieren. Wir gehen davon aus, dass insbesondere durch die Integration von Psychotherapie und Sport- und Bewegungstherapie positive Effekte erzielt werden können. Diese Empfehlungen beinhalten (1) das spontane Initiieren von Handlungen und die Förderung kognitiver Flexibilität, (2) das Ermöglichen und Entkatastrophisieren von Fehlern, (3) die Verbesserung der Körperwahrnehmung, (4) die systematische Steigerung körperlicher Aktivität und (5) die Modifikation des Umgangs mit Belastungen. Auf Basis dieser Empfehlungen gilt es, Sport- und Bewegungstherapieprogramme zu entwickeln und zu evaluieren, die theoriegeleitet eine multiprofessionelle Depressionstherapie ermöglichen.


Manß, Jessica, Anne Neugebauer, Janne Sieber, Jens Heider, Angelika A. Schlarb, Annette Schröder, Michael Behrens, Günther Stratmann & Michael Brünger (2012): Evaluation stationärer kinderpsychiatrischer Behandlung. Lust oder Frust im Praxisalltag? In: PiD - Psychotherapie im Dialog 13 (4): S. 94-98.

abstract: Im Rahmen einer naturalistischen, störungsübergreifenden Evaluationsstudie zur Therapiewirksamkeit wurde das bestehende stationäre kinderpsychiatrische Behandlungsangebot der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Klingenmünster (Pfalzinstitut) multiperspektivisch anhand der Daten von 51 Kindern, deren Eltern und PsychotherapeutInnen untersucht. Dies geschah im Hinblick auf die Entwicklung vorliegender Symptomatik, Lebensqualität und Behandlungszufriedenheit im Laufe der Therapie sowie bis zur erfolgten Drei-Monats-Katamnese. Darüber hinaus wurden die beteiligten ÄrztInnen und TherapeutInnen über Nutzen und Realisierbarkeit einer solchen Evaluation am Pfalzinstitut befragt. In den allgemeinen Veränderungsmessungen zeigten sich signifikante Verbesserungen der Symptomatik und der Lebensqualität im Verlauf der Behandlung sowie zum Zeitpunkt der Nacherhebung. Insgesamt bestand eine hohe Zufriedenheit mit Therapieergebnis und -verlauf. Für gesicherte Aussagen über eine Generalisierbarkeit der erhaltenen Befunde wird eine standardmäßige Implementierung der Therapieevaluation am Pfalzinstitut grundsätzlich empfohlen. Die Befragungen der beteiligten MitarbeiterInnen machen jedoch deutlich, dass Aufwand und Nutzen einer Evaluation im klinischen Alltag nicht unter allen Umständen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Für eine standardmäßig implementierte Evaluation gilt es, die Praxistauglichkeit im Kontext einer kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsklinik zu optimieren.



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