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Psychotherapie im Dialog Heft 1/2009
1/2009 - 2/2009 - 3/2009 - 4/2009 - Überblick


Senf, Wolfgang & Bernhard Strauß (2009): Editorial: Sexuelle Identitäten. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 1-2.

abstract: Dieses Heft ist dem Thema „Sexuelle Identitäten” gewidmet und behandelt zwei Gruppen von deren potenziellen Beeinträchtigungen, nämlich die Transsexualität und die Intersexualität.


Senf, Wolfgang & Bernhard Strauß (2009): Geschlechtsidentität. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 3-11.

abstract: Der Begriff Geschlecht scheint zunächst keiner weiteren Definition zu bedürfen, da es sich im Allgemeinen um eine als selbstverständlich angesehene Dichotomie in unserer Kultur handelt. Geschlechtlichkeit bezeichnet allgemein eine eindeutige Zuweisung zu dem männlichen oder weiblichen Geschlecht, deren Grenzen dann aufweichen, wenn es zu Störungen der selbstverständlichen Kongruenz von biologischem Geschlecht und subjektiver Geschlechtsidentität kommt. Zwei zentrale „Störungen” lassen sich unterscheiden, die Intersexualität und die transsexuelle Entwicklung. In diesem Beitrag werden dazu mit Verweis auf die Arbeiten in diesem Heft wesentliche Aspekte dargestellt. Die Psychotherapie ist dabei eine interessante und dankbare Aufgabe und sie ist sehr hilfreich für die belastete Lebensentwicklung dieser Menschen. Notwendig wären mehr engagierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die sich dieser Aufgabe stellen.


Becker, Sophinette (2009): Transsexuelle Entwicklungen. Verlaufsdiagnostik, Psychotherapie und Indikation zu somatischen Behandlungen. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 12-18.

abstract: Es besteht heute Konsens darüber, dass Transsexualität keine Krankheitsentität ist, sondern dass der transsexuelle Wunsch sich (früher oder später) im Verlauf ganz unterschiedlicher psychischer Entwicklungen organisiert. Entsprechend wurde die lange Zeit selbstverständliche Kopplung zwischen der Diagnose Transsexualität und der Indikation zu somatischen Maßnahmen zugunsten individueller Lösungswege gelockert. Vor diesem Hintergrund werden unterschiedliche transsexuelle Entwicklungen bei biologischen Männern und Frauen vorgestellt. Im Anschluss werden Aufgaben und Probleme der Psychotherapie mit Transsexuellen und das Verhältnis von Psychotherapie, Verlaufsdiagnostik und Indikation zu somatischen Maßnahmen (Hormonbehandlung und geschlechtstransformierende Operationen) diskutiert.


Schweizer, Katinka & Hertha Richter-Appelt (2009): Leben mit Intersexualität. Behandlungserfahrungen, Geschlechtsidentität und Lebensqualität. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 19-24.

abstract: Das Phänomen der Intersexualität ist in der psychotherapeutischen Praxis und Ausbildung kaum thematisiert. Dabei ist von einer erhöhten Indikation zur Psychotherapie bei Betroffenen auszugehen. Im Rahmen des Hamburger Forschungsprojekts am Institut für Sexualforschung wurden erstmals in Deutschland Erwachsene mit verschiedenen Formen der Intersexualität (z. B. „XY-Frauen”) umfassend zu ihren Behandlungserfahrungen und verschiedenen Aspekten der psychischen, körperlichen und sexuellen Lebensqualität sowie zum individuellen Erleben und Umgang mit der eigenen körperlichen Besonderheit befragt. Es wird ein Einblick in die Forschung der Hamburger Forschergruppe Intersexualität gegeben und für eine Sensibilisierung der Wahrnehmung dieser Personengruppe in Psychotherapie und psychologischer Beratung plädiert.


Güldenring, Annette (2009): Phasenspezifische Konfliktthemen eines transsexuellen Entwicklungsweges. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 25-31.

abstract: Sechs aufeinanderfolgende Konfliktphasen eines transsexuellen Entwicklungsweges werden voneinander abgegrenzt und in einer Psychodynamik beschrieben. Dieses Wissen gibt eine Grundlage, um transsexuelle Lebenswege besser zu verstehen und danach eine phasenbegleitende Psychotherapie zu führen mit dem Ziel, dem Patienten zu einer souveränen und authentischen Lebensform in seinem transsexuellen Sein zu verhelfen, völlig unabhängig davon, ob körperlich-geschlechtsangleichende Therapien gewünscht werden oder nicht.


Erim, Yesim, Christiane Feldmann, Valerie Ghiassi & Wolfgang Senf (2009): Überlegungen zur professionellen Versorgung transsexueller Menschen. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 32-40.

abstract: Transsexuelle Menschen suchen meist dann erstmals Hilfe auf, wenn sie nicht mehr weiterwissen und wenn die Belastungen oder psychischen Probleme zu groß werden, um alleine damit fertig zu werden. Erste Informationen werden heute im Internet gesucht, früher waren es oft Fernsehberichte, die erste konkrete Hinweise gegeben haben. Nach der ersten Erkenntnis, transsexuell zu sein, ist es für Betroffene oft schwer, professionelle Hilfe zu finden. Viele machen zuerst eher schlechte Erfahrungen, wenn sie auf Unkenntnis oder Vorurteile stoßen. Dazu gibt es Erfahrungsberichte etwa im Internet oder es wird in der Begutachtung darüber berichtet. In dem folgenden Beitrag wird versucht, den Weg transsexueller Hilfesuchender darzustellen aus der Sicht professioneller Helfer und anhand einiger Fallvignetten.


Lederbogen, Sebastian (2009): Hormonbehandlung. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 41-43.

abstract: Die gegengeschlechtliche Hormonbehandlung bei Transsexualität ist Teil eines komplexen Behandlungskonzeptes, welches aus psychotherapeutischer Behandlung, Alltagstest, internistisch-endokrinologischer Diagnostik und langfristiger endokrinologischer Therapie besteht. Komorbiditäten und eventuelle Risiken für eine spätere Hormonbehandlung werden sorgfältig abgeklärt und dokumentiert. Anamnese und körperlicher Untersuchungsbefund reichen in den meisten Fällen aus, um eine eindeutige Zuordnung des somatischen Geschlechtes zu ermöglichen. Nur in Einzelfällen ist eine Chromosomenanalyse erforderlich. Unabdingbare Voraussetzung für die Einleitung einer gegengeschlechtlichen Hormontherapie ist die Zustimmung der / des behandelnden Therapeutin / Therapeuten. Bei Frau-zu-Mann-Transsexualität ist die intramuskuläre Gabe von Testosterondepotpräparaten Standard. Die körperlichen Veränderungen sind teilweise irreversibel. Bei Mann-zu-Frau-Transsexualität erfolgt meist eine orale Östrogentherapie. Nach einer geschlechtsangleichenden Operation wird die Medikation als Substitutionstherapie fortgeführt.


Krege, Susanne (2009): Operative Maßnahmen. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 44-47.

abstract: Transsexuelle Menschen sind biologisch eindeutig als männlich oder weiblich zu identifizieren, fühlen sich aber dem jeweils anderen Geschlecht zugehörig. In der Regel wird von den Betroffenen eine operative Angleichung an das Wunschgeschlecht angestrebt. Bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen ist dies heute kosmetisch und funktionell perfekt möglich. Umgekehrt lässt sich ebenfalls ein kosmetisch perfektes Ergebnis erzielen, wenn man die durch die Androgensubstitution hypertrophierte Klitoris als Penis deklariert und lediglich einen Harnröhrenaufbau bis an die Glans vornimmt. Geschlechtsverkehr lässt sich hiermit allerdings nicht ausüben. Für diesen Fall kann ein Phallus aus einem Unterarmhautlappen gebildet werden, in den in einer zweiten Sitzung ein Schwellkörperimplantat eingelegt wird. Intersexualität bedeutet, dass der / die Betroffene mit einem nicht eindeutigen Genitale geboren wird. Entsprechend der zugrunde liegenden Ursache können operative Maßnahmen für die Angleichung an das eine oder andere Geschlecht sinnvoll sein. Da diese Entscheidung primär nicht vom Patienten getroffen werden kann, sollten Ärzte und Eltern sehr zurückhaltend sein, für das Kind eine Entscheidung zu treffen. Betroffene erklären häufig, sie hätten die Entscheidung lieber selbst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.


Reinert, Deborah (2009): Rechtliche Regelungen bei Transsexualität. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 48-54.

abstract: Transsexualität ist zuallererst eine Selbstdiagnose. Wenn sich die Betroffenen mit ihrer Situation auseinandergesetzt und für einen entsprechenden Weg entschieden haben, werden sie in der Regel mit einer Fülle von psychologischen, sozialen, ökonomischen und vor allem medizinischen und juristischen Fragen konfrontiert, auf die sie eine ganz persönliche Antwort finden müssen. Dieser Aufsatz behandelt ausschließlich die in diesem Zusammenhang bedeutsamen juristischen Gesichtspunkte und beschränkt sich hierbei im Wesentlichen auf das Transsexuellengesetz (TSG), das alle grundlegenden juristischen Regelungen enthält. Eingegangen wird auf die Ausgestaltung des gerichtlichen Verfahrens sowie den Adressatenkreis des TSG. Ferner wird dargestellt, was im TSG geregelt wird und wie die Betroffenen die derzeitigen Regelungsinhalte sehen. Kritisch betrachtet wird ferner die Verzahnung des medizinischen mit dem juristischen Verfahren und es wird aufgezeigt, wo die Grenzen des TSG liegen. Unter Einbeziehung der aktuellen Entscheidungen des BVerfG werden Vorschläge für eine Verbesserung des juristischen Verfahrens diskutiert.


Gizewski, Elke Ruth (2009): Konform mit dem „gefühlten” Geschlecht. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 55-58.

abstract: Es gibt mittlerweile einige schonende Methoden, um die Neurobiologie an Probanden oder Patienten zu untersuchen. Eine solche Methode ist die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT), die hauptsächlich in der Forschung eingesetzt wird und durch die Sichtbarmachung von lokal gesteigerter Durchblutung zerebrale Verarbeitungen von Reizen darstellen kann. Eine solche Methode ist damit, neben strukturellen Aufnahmen oder auch Ligandenstudien, eine Möglichkeit, neurobiologische Veränderungen bei der Transsexualität zu untersuchen. Es wird diskutiert, ob überhaupt eine biologisch nachweisbare Veränderung zerebral vorliegt. Die meisten Studien hatten sich zunächst auf Post-mortem-Untersuchungen gestützt. (f)MRT-Untersuchungen konnten nun einen ersten Hinweis darauf geben, dass die zerebrale Aktivierung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen auf visuelle erotische Reize mehr der weiblichen Reaktionsweise als der männlichen entspricht. Zudem zeigen Volumenmessungen eine ebenfalls dem biologischen Geschlecht entgegengesetzte Verteilung insbesondere in Zellverbänden des Hypothalamus.


Nieder, Timo O. & Hertha Richter-Appelt (2009): Neurobiologische Korrelate bei Geschlechtsidentitätsstörungen. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 59-62.

abstract: Neurobiologische Zusammenhänge bei Störungen der Geschlechtsidentität (Gender Identity Disorder: GID bzw. Transsexualität) beschäftigen die klinische Forschung seit mehr als drei Jahrzehnten. Durch bildgebende Verfahren liegen hinsichtlich der sexuellen Differenzierung neuronaler Strukturen und Funktionen mittlerweile hochinteressante Forschungsbefunde vor. Dieser Beitrag komprimiert den aktuellen internationalen Forschungsstand zu neurobiologischen Korrelaten von GID. Es werden verhaltens- und molekulargenetische sowie neuromorphologische und -endokrinologische Befunde vorgestellt. Diese Übersicht möchte die Möglichkeit geben, die aktuelle Diskussion zu neurobiologischen Einflüssen von GID überblicken und kritisch verfolgen zu können.


Szukaj, Michael & Wolfgang Senf (2009): Psychotherapie zur Auslotung des Machbaren. Michael Szukaj im Gespräch mit Wolfgang Senf. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 63-66.

abstract: Dr. Szukaj ist niedergelassener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach dem Studium der Medizin in Homburg / Saar, Heidelberg und Münster war er in Assistenzarzttätigkeit an der Psychiatrischen Uniklinik Münster mit Forschungsjahr in Japan bis 1993. Seit 1994 ist er niedergelassen in Münster als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie später Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Seit 1987 arbeitet Dr. Szukaj mit Transsexuellen, schwerpunktmäßig auch nach der Niederlassung als Behandler und Gutachter; er ist Mitglied im Arbeitskreis Transsexualismus NRW.


Senf, Wolfgang & Bernhard Strauß (2009): Sexuelle Identitäten: Trans-/Intersexualität. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 67-68.

abstract: Wir hoffen sehr, dass wir mit diesem Heft dazu beigetragen konnten, zunächst einmal Unklarheiten und Unsicherheiten bezüglich der Transsexualität und Intersexualität zu beseitigen und Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu motiviert zu haben, sich dieser Klientel in Ihrer psychotherapeutischen Arbeit stellen zu wollen.
Jene augenscheinlich dichotome Kategorie des Geschlechts ist ohne Frage eine der stabilsten Kategorien für die Selbstzuschreibung für den Menschen. Die körperliche und besonders die seelische geschlechtliche Entwicklung mögen zwar meistens konfliktreich verlaufen, letztlich sind sie aber mehr oder weniger eindeutig. Die darauf bezogenen Konflikte sind insbesondere soziokultureller Natur und bedingt durch gesellschaftliche Rollenfestschreibungen für Männer und Frauen, deren Vorgaben vielen Menschen Probleme bereiten. Dies gilt übrigens auch für Transsexuelle, die ihren mühseligen Weg in ein anderes Geschlecht erfolgreich hinter sich gebracht haben. Erst kürzlich berichtete der Spiegel (49 / 2008) über eine Studie, der zufolge „neue Rollen” mit „alten Mustern” verbunden sind: Untersucht wurden in einem Projekt der Universitäten von Chicago und New York Transsexuelle im Hinblick auf ihre beruflichen Erfahrungen vor und nach der Geschlechtsumwandlung. Es zeigte sich, dass Männer, die zu Frauen geworden waren, sich in ihrer neuen Rolle häufiger diskriminiert fühlten als Frauen, die zu Männern umgewandelt waren. Außerdem zeigte sich, dass Mann-zu-Frau-Transsexuelle durchschnittlich ein Drittel ihres Verdienstes einbüßten, während Transsexuelle, die zu Männern geworden waren, an Einfluss und Autorität gewannen, ihre Jobs häufiger behalten und mehr verdienen konnten. Daran sieht man, dass die kulturell-soziale Matrix, die geschlechtsbezogene Inhalte definiert, von großer Bedeutung ist.


Döring, Nicola (2009): Internetangebote von und für Transsexuelle. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 69-74.

abstract: Deutschsprachige und internationale Internetangebote von und für Transsexuelle existieren in großer und wachsender Zahl. Für transsexuelle Menschen erfüllen sie vor allem fünf Funktionen: 1. Information / Orientierung, 2. Kommunikation / Kontakte, 3. Waren / Dienstleistungen, 4. Selbstdarstellung / Identitätsarbeit und 5. Öffentlichkeitsarbeit / politischer Aktivismus. Der Beitrag erläutert diese Funktionen anhand einschlägiger Internetadressen. Für ärztliche und psychologische PsychotherapeutInnen, die im Bereich Transsexualität arbeiten, gibt es vor allem sechs gute Gründe, sich mit Online-Angeboten von und für Transsexuelle zu befassen: 1. Eigene Weiterbildung, 2. Internet-Empfehlungen für PatientInnen, 3. Begleitung der Internet-Nutzung von PatientInnen, 4. Mitwirkung an Internetangeboten, 5. Forschung sowie 6. Intervention im Internet. Praxistaugliche und nutzbringende Gebrauchsweisen des Internet im Zusammenhang mit Psychotherapie-Angeboten für Transsexuelle gilt es zunächst jeweils im Einzelfall zu entwickeln und zu erproben. Ein fachlicher Austausch über entsprechende Bemühungen bis hin zu empirischen Evaluationsstudien ist wünschenswert.


Eichenberg, Christiane & Karin Abitz (2009): Internetressourcen zur Intersexualität. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 75-78.

abstract: Der Begriff Intersexualität (engl. Disorders of Sex Development [DSD]) umfasst zweierlei: Zum einen werden Menschen als intersexuell bezeichnet („Hermaphroditen”), die mit den sogenannten uneindeutigen primären Geschlechtsmerkmalen geboren wurden, d. h. bei denen nicht alle geschlechtsdeterminierenden und geschlechtsdifferenzierenden Merkmale des Körpers (z. B. Chromosomen, Gonaden, innere und äußere Genitalien etc.) eindeutig nur dem weiblichen oder männlichen Geschlecht entsprechen. Intersexualität ist mit einer Prävalenz von 2 von 10 000 Geburten sehr selten (Brinkmann et al. 2007). Zum anderen wird er auch auf Personen angewendet, deren Geschlechtsentwicklung zu einem Zeitpunkt im Leben anders verläuft als gesellschaftlich erwartet wird, d. h. angesprochen werden hier Störungen der Geschlechtsentwicklung.
Unter dem Begriff Intersexualität, der heute aufgrund seiner mangelnden Trennschärfe zur Transsexualität als veraltet gilt und daher durch die Bezeichnung DSD zunehmend ersetzt wird, sind verschiedene Syndrome zusammengefasst. Einige Beispiele: Das androgenitale Syndrom (AGS, Häufigkeit: 1 : 3 500) beruht auf einem erblichen Defekt, bei dem aufgrund eines Enzymmangels vermehrt männliche Sexualhormone in der Nebennierenrinde gebildet werden. Bei dem Androgen-Intensivitätssyndrom (AIS, Häufigkeit: 1 : 15 000) ist der Chromosomensatz männlich, es fehlen jedoch die Rezeptoren für die männlichen Sexualhormone oder sie können nicht oder nur eingeschränkt wirken. Zwei Erscheinungsformen werden unterschieden: Beim Partial Androgen Insensitivity Syndrom (PAIS) ist das Erscheinungsbild meistens vermännlicht, wo hingegen beim CAIS (Complete Androgen Intensitivity Syndrome) das Erscheinungsbild sehr weiblich ist. Die Intersexualität wird hier meist während der Pubertät entdeckt. Noch sehr viel seltener ist das sogenannte Swyer-Syndrom (Häufigkeit: 1 : 30 000) (ausführlich zu den verschiedenen Formen der Intersexualität siehe z. B. Schmidt-Matthiesen Wallwiener 2005).
Aufgrund der geringen Prävalenzraten findet sich im Internet eine überschaubare Fülle an Informationsseiten. Dennoch erhalten sowohl Fachleute wie Betroffene ausreichend und qualitativ hochwertige Ressourcen und Netzwerke, um sich als Arzt oder Psychologin über die verschiedenen Formen der Intersexualität, Behandlungsmöglichkeiten und den aktuellen Forschungsstand zu informieren und um sich als Betroffener mit anderen virtuell vernetzen zu können.


Kugele, Oliver (2009): Buchempfehlungen. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 79-84.


Fliegel, Steffen, Arist von Schlippe & Ulrich Streeck (2009): Psychotherapeuten im Dialog. Eine Gesprächsrunde ehemaliger PiD-Herausgeber. In: Psychotherapie im Dialog 10(1): S. 85-94



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