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Psychotherapie im Dialog Heft 1/2011
1/2011 - 2/2011 - 3/2011 - 4/2011 - Überblick


Albus, Christian & Volker Köllner (2011): Editorial: Kann ein Herz vor Gram brechen? Oder: Was ist dran an der Psychokardiologie? In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): 1


Albus, Christian, Simone Kreutz & Volker Köllner (2011): Psychokardiologie als Beispiel für die Integration von kognitiv-behavioralen und psychodynamischen Aspekten. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 2-7.

abstract: Psychische und soziale Einflussfaktoren beeinflussen die Entstehung und den Verlauf organischer Herzerkrankungen nicht nur bezüglich der Lebensqualität, sondern auch hinsichtlich medizinischer Komplikationen und erhöhter Mortalität. Hinzu kommt, dass die Mehrzahl der Herzerkrankungen durch verhaltensbezogene Risikofaktoren begünstigt werden. Umgekehrt kann eine Herzerkrankung psychische Störungen wie Ängste, Depressionen oder eine PTBS auslösen. Von daher bedarf eine große Zahl von Patienten mit Herzerkrankungen psychotherapeutischer Unterstützung. Ziel dieses Beitrages ist, anhand von zwei Fallbeispielen darzustellen, welche Möglichkeiten Psychotherapie bei Herzpatienten bietet, welche Grenzen bestehen und wo sich das therapeutische Vorgehen im Vergleich zu Herzgesunden mit einer vergleichbaren psychischen Erkrankung unterscheidet. Hierbei wird deutlich, dass die komplexe Problematik dieser Patientengruppe häufig zu einem therapeutischen Vorgehen führt, das die Grenzen der Schulenorientierung überschreitet und alle evidenzbasierten Wirkfaktoren der Psychotherapie zu nutzen versucht. Notwendig ist in diesem Arbeitsfeld auch ein intensiver Austausch mit den somatischen Kooperationspartnern.


Titscher, Georg (2011): Praxisfelder in der Psychokardiologie. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 8-12.

abstract: Die Aufgabengebiete der Psychokardiologie in der klinischen Praxis beschränken sich nicht auf spezifische Krankheitsbilder, sondern umfassen alle Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Akutkardiologie, die stationäre und ambulante Patientenbetreuung, die Rehabilitation und Psychotherapie sind bei Diagnostik und Therapie kardiovaskulärer Krankheiten gefordert, psychosomatische Aspekte einzubeziehen. Diese Forderung wird von den Ergebnissen einer evidenzbasierten Forschung unterstützt, die Zusammenhänge zwischen psychosozialen Bedingungen, der Entstehung und dem Verlauf von Herzerkrankungen gezeigt hat. Die einzelnen ambulanten und stationären Praxisfelder werden dargestellt und Möglichkeiten einer Realisation psychokardiologischer Institutionalisierung beschrieben. Integrativen Ansätzen wird aus prinzipiell-theoretischen Erwägungen und aus Gründen der Erreichbarkeit von kardiologischen Patienten der Vorzug gegeben.


Albus, Christian (2011): Psychosoziale Aspekte in Entstehung und Verlauf der koronaren Herzkrankheit. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 13-18.

abstract: Niedriger sozioökonomischer Status, Stress am Arbeitsplatz und im Privatleben, Mangel an sozialer Unterstützung und soziale Isolation, Depressivität, Angst, Feindseligkeit und das Typ-D-Muster erhöhen das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und führen bei bestehender KHK zu einer schlechteren Prognose. Der Effekt vermittelt sich zum einen über negative Auswirkungen psychosozialer Risikofaktoren auf das Gesundheitsverhalten (z. B. Rauchen, Fehlernährung, Bewegungsmangel, inadäquate Inanspruchnahme medizinischer Ressourcen), zum anderen über psychophysiologische Mechanismen (z. B. Störungen der autonomen und hormonalen Regulation), die zur Pathogenese der KHK beitragen. Psychosoziale Interventionen können positive Effekte sowohl auf Risikofaktoren als auch - teilweise - auf den Verlauf der KHK haben. Psychotherapeutische Interventionen sollten sich jedoch immer an den besonderen Anforderungen der Herzerkrankung orientieren.


Jordan, Jochen & Benjamin Bardé (2011): Psychodynamische Therapie bei Patienten und Patientinnen mit koronarer Herzerkrankung. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 19-22.

abstract: Im Mittelpunkt der Erfahrungen in psychodynamischen Therapien mit psychokardiologischen PatientInnen steht das kritische Ereignis der Herzerkrankung, das eine biografische Bruchstelle dadurch markiert, dass mit ihm die Thematisierung des Todes, der Unwiederholbarkeit und die Unumkehrbarkeit der eigenen Zeit und des eigenen Lebens in das Erleben eingeführt wird. Dies erfordert von PsychotherapeutInnen auf der Grundlage eines soliden kardiologischen Basiswissens eine sorgfältige Verarbeitung des Krankheitsereignisses durch eine weiträumige biografische Kontextualisierung des Ereignisses im Hinblick auf belastende kritische Lebensereignisse, kritische Lebensstile, Gratifikationskrisen, vitale Erschöpfungsbereitschaften und chronische Partnerschaftskonflikte. Unabhängig von der erfolgreichen technisch-interventionellen Kardiologie geht es um die nachträgliche, aber auch um die prospektive Konstruktion von Sinn, der einen mit der Erkrankung kompatiblen neuen Lebensstil fördern kann. Behandlungsmethodisch wird auf eine bei dieser Zielsetzung häufig zu beobachtende „Wahrnehmungslücke” aufmerksam gemacht, mit der in der Regel kardiovaskulär riskantes und maladaptives Verhalten verbunden ist. Sie ist dadurch charakterisiert, dass latente Präkonzepte die Wahrnehmungen realer Ereignisabfolgen in Handlungssituationen ersetzen und diese schlimmer erscheinen lassen, als sie tatsächlich sind.


Köllner, Volker, Franziska Einsle & Heinz Rüddel (2011): Angst, Herzkrankheit und Verhaltenstherapie. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 23-28.

abstract: Die körperlichen Symptome von Panikanfällen sind denen, die bei Herzinfarkt, Angina-pectoris-Anfall oder Herzrhythmusstörungen auftreten, teilweise sehr ähnlich. Dies begünstigt Fehlattributionen bei Herzgesunden und erschwert die Behandlung bei Patienten, die an einer Herzerkrankung mit komorbider Angststörung leiden. Eine solche Komorbidität muss im Therapieplan berücksichtigt werden. Viele Therapeuten stehen dabei vor den Fragen, wie ein Patient lernen kann, zwischen Hinweisen auf eine reale Gefahr und Angstsymptomen zu unterscheiden, und ob Angstexposition Patienten mit organischer Herzerkrankung gefährdet und bei dieser Patientengruppe kontraindiziert ist. Offen ist auch, ob die Angst vor dem Sekundenherztod einer jungen, herzgesunden Patientin wirklich vergleichbar ist mit der Angst eines Patienten mit koronarem Risikoprofil, der bereits zwei Herzinfarkte überlebt hat. Darüber hinaus müssen Therapeuten klären, welche Rolle die Modifikation von Risikoverhalten im Therapieplan spielen sollte. Ziel unseres Beitrages ist es, diese Fragen mithilfe einer Literaturrecherche und klinischer Erfahrung zu beantworten - und aufzuzeigen, wo dringender Forschungsbedarf besteht.


Lederbogen, Florian (2011): Psychopharmakotherapie des depressiven Herzpatienten. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 29-32.

abstract: Die Psychopharmakotherapie stellt eine wichtige Therapieoption bei der Behandlung des depressiven Herzpatienten dar. Koordiniert mit anderen therapeutischen Maßnahmen, ist sie bei mittelschweren und schweren depressiven Episoden indiziert und sollte unter Berücksichtigung der geltenden Therapieleitlinien durchgeführt werden. Substanzen erster Wahl sind Wirkstoffe aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Rückaufnahmeinhibitoren (SSRI), insbesondere die Substanzen Sertralin und Citalopram. Diese Substanzen zeichnen sich durch eine hohe therapeutische Sicherheit beim depressiven Herzpatienten aus. Eine gegenüber der Gabe von Placebo nachgewiesene Wirksamkeit wurde gefunden bei depressiven Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit, nicht jedoch bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz. Nach einem akuten ischämischen Ereignis (Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris) profitieren nach den bislang vorliegenden Daten nur diejenigen Patienten von einer antidepressiven Pharmakotherapie, die an einer schweren oder rezidivierenden depressiven Störung leiden, außerdem solchen, bei denen die Depression bereits vor dem kardialen Ereignis begonnen hatte. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich durch eine erfolgreiche antidepressive Pharmakotherapie die im Vergleich zu nicht depressiven Herzpatienten ungünstigere kardiale Prognose verbessern lässt.


Schwerdtfeger, Andreas (2011): Kardiovaskuläre Psychophysiologie. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 33-38.

abstract: Die kardiovaskuläre Psychophysiologie beschäftigt sich mit Zusammenhängen von psychosozialen und kardiovaskulären Variablen im Labor und Feld. Während frühere Studien primär an den Zusammenhängen von Stress und kardiovaskulärer Aktivierung interessiert waren, ist in neuerer Zeit eine deutliche Ausdifferenzierung der psychosozialen Variablen zu beobachten. Weiterhin verlagert sich die kardiovaskuläre Psychophysiologie zunehmend vom künstlichen Labor in das natürliche Feld. So finden sich im alltäglichen Setting nicht nur Zusammenhänge mit psychosozialen Risikovariablen (Anforderungserleben, Kontrollerleben, Besorgnis), sondern in zunehmendem Maße auch mit gesundheitsförderlichen psychosozialen Variablen (positiver Affekt, soziale Unterstützung etc.). Die Befunde werden diskutiert und Implikationen für die Praxis aufgezeigt.


Hermann-Lingen, Christoph (2011): Psychokardiologische Grundversorgung. Ein neues interdisziplinäres Kursangebot für Ärzte und Psychologen. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 39-43.

abstract: Die Erkennung und adäquate Behandlung psychosozialer Probleme bei Herzpatienten scheitert oft an mangelnder Sensibilisierung und Ausbildung der Kardiologen. Psychotherapeuten scheuen die Arbeit mit Herzpatienten wegen Unsicherheiten im Umgang mit schwer körperlich Kranken bzw. den dort typischen Problemstellungen. Analog zur psychosomatischen Grundversorgung haben wir daher einen Fortbildungskurs zur psychokardiologischen Grundversorgung entwickelt und führen diesen seit 2009 mit sehr positiver Resonanz durch. Besonders wertvoll ist dabei, dass der Kurs sich sowohl an Kardiologen als auch an Psychotherapeuten richtet. So können im gemeinsamen Lernen auch eine gemeinsame Sprache, persönliche Kontakte zwischen Kardiologen und Psychotherapeuten sowie ein umfassendes biopsychosoziales Verständnis der Patienten entstehen.


Ladwig, Karl-Heinz, Christina Henningsen, Joram Ronel & Christof Kolb (2011): Ein schrittweises psychoedukatives Behandlungsprogramm für Patienten mit implantiertem Cardioverter / Defibrillator (ICD). In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 44-47.

abstract: Ein implantierter Cardioverter-Defibrillator (ICD) bietet den bestmöglichen Schutz gegen maligne ventrikuläre Herzrhythmusstörungen; dennoch führen Krankheitsverlauf und subjektive Nebenwirkungen der ICD-Technologie häufig zu ernsthaften psychischen Problemen bei den betroffenen Patienten, die aber in der Regel weder erkannt noch behandelt werden. Die routinemäßigen ICD-Wiedervorstellungstermine bieten die Chance, ein umfassendes interdisziplinäres psychosoziales Betreuungskonzept für ICD-Patienten anzubieten. Hierbei sind Vertrautwerden mit der Grunderkrankung und den Gerätefunktionen, Verhalten bei Prodromalsymptomen und bei Schockauslösung Kernelemente des Programms. Bei besonders belasteten Patienten bietet die Erfassung von Krankheitsüberzeugungen und Therapiezufriedenheit einen geeigneten Zugang zur affektiv belasteten Innenwelt der Patienten, bei denen auch nach Bedeutung und Stärke von Angststimuli exploriert werden muss. Tabuthemen sollten angesprochen und Partner einbezogen werden. Ein schrittweises manualisiertes Vorgehen hilft, die subjektive Seite des Krankheitsverlaufs zu einem integrierten Bestandteil der ICD-Patientenversorgung zu machen.


Fischer, Denise & Volker Köllner (2011): Herzinsuffizienz, Kognition und Coping. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 48-51.

abstract: Patienten mit stabiler chronischer Herzinsuffizienz zeigen kognitive Beeinträchtigungen. Insbesondere sind Gedächtnisfunktionen, Verarbeitungsgeschwindigkeit, exekutive Kontrolle und Aufmerksamkeit eingeschränkt. Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz sind noch stärker betroffen: Eine medikamentöse Rekompensation führt jedoch zu einer signifikanten Verbesserung auf das Niveau stabil chronisch herzinsuffizienter Patienten. Kognitive Beeinträchtigungen führen zu einer deutlich reduzierten selbsteingeschätzten Lebensqualität, mangelnder Selbstfürsorge und einem ineffizienten Krankheitsmanagement. Eine komorbide Depression und kognitive Beeinträchtigungen können sich hierbei gegenseitig verstärken. Die Folge sind steigende Gesundheitskosten, erhöhte Arbeitsunfähigkeitszeiten, erhöhte Hospitalisierungs- und Sterblichkeitsraten. Die neuropsychologische Testung zur Identifikation von Risikopatienten ist von besonderer Bedeutung. Hieraus kann möglicherweise die Initiierung spezifischer therapeutischer Strategien und psychoedukativer Interventionen abgeleitet werden, die das Gesundheitsverhalten und die Lebensqualität der Patienten mit Herzinsuffizienz verbessern können.


Langenbach, Michael (2011): „Ich mach das nicht leichten Herzens”. Leben mit dem Herz eines Anderen. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 52-55.

abstract: Die Transplantation eines Herzens, eines „besonderen” Organs, wird oft als erschütterndes Ereignis empfunden. Die Vorbereitung und Verarbeitung einer Herztransplantation ist ein beängstigender Prozess, der PatientInnen und Angehörige stark beunruhigt. Daher ist im deutschen Organspendegesetz eine fortlaufende psychosoziale Betreuung der PatientInnen vor und nach der HTx vorgesehen. Aufgrund erheblicher Fortschritte in der Transplantationstechnik und den postoperativen und fortlaufenden Behandlungsmöglichkeiten gewinnt die Frage der psychosomatischen Versorgung an Bedeutung. Für die psychotherapeutisch-psychosomatische Betreuung ist es wichtig, mögliche Belastungen und Einschränkungen der Patienten und ihrer Angehörigen zu kennen, um sachgerecht darauf eingehen zu können.


Bunzel, Brigitta (2011): „We ask a lot of our patients”. Verarbeitung von Hightech-Medizin am Beispiel Kunstherz. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 56-60.

abstract: Ventrikuläre Unterstützungssysteme verschiedener Art („Kunstherz”) sind mechanische, das eigene kaum mehr funktionsfähige Herz unterstützende Pumpen, die meist während der Wartezeit auf die Herztransplantation die Pumpfunktion der Herzkammer(n) ganz oder teilweise übernehmen. Obwohl sie das Leben retten und zu guter Lebensqualität führen können, beinhalten sie nicht nur physische (Blutungen, Infektionen, Schlaganfall, Schmerzen, technische Gebrechen), sondern auch psychische Belastungsfaktoren (Angriff auf Identität und Integrität des Körpers, Zugriff von außen, Verletzung von Körpergrenzen, Hörbarwerden von Emotionen) und verlangen von PatientInnen wie noch mehr von deren PartnerInnen ein hohes Maß an Bewältigungs- und Anpassungsleistung.


Rüddel, Heinz (2011): Ist die arterielle Hypertonie eine psychosomatische Erkrankung? In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 61-65.

abstract: Die arterielle Hypertonie (klinische Gelegenheitsblutdruckwerte über 140 / 90 mm Hg) ist ein wichtiger Risikofaktor für die Arteriosklerose mit hoher Prävalenz (20-25 %) bei Erwachsenen. Die primäre Hypertonie ist eine heterogene multifaktorielle Erkrankung. Genetische Faktoren, psychosoziale Aspekte, insbesondere situative Reaktionen (z. B. Stress) und der Lebensstil beeinflussen die Blutdruckhöhe. Dargestellt wird, wie aus kurzfristigen situativen Blutdruckerhöhungen eine Hochdruckkrankheit entstehen kann. Daraus werden die multimodalen Behandlungsstrategien aus antihypertensiver Medikation, Optimierung der Arzt-Patienten-Beziehung, Training des Hypertoniepatienten zu einem Hochdruckexperten und Gesundheitsexperten, Blutdruckselbstmessung, Entspannnungs- bzw. Biofeedbackverfahren, kognitiver Stressbewältigung, Lebensstiländerung (körperliches Training, Gewichtsoptimierung, Alkoholverzicht bis maximal 25 g / d) und die konsequente Behandlung von komorbiden affektiven Störungen, insbesondere Angsterkrankung abgeleitet. Nur durch eine systematische, umfassende und lang andauernde Intervention mit Hochdruckpatienten wird die heutige unbefriedigende Therapiesituation (hoher Anteil unzureichend behandelter Patienten) verbessert. Somit bleibt die arterielle Hypertonie eine psychosomatische Herausforderung, da sich sowohl biologisch-medizinische als auch soziale Aspekte und Arbeitsweisen der psychosomatischen Grundversorgung (wie Optimierung der Patientenführung und Lebensstiländerungen) und der gezielten verhaltensmedizinischen Behandlung für eine gute Hypertoniebehandlung ergänzen müssen. Diagnostik, Führung und Behandlung der Hochdruckpatienten werden somit zu einem Beispiel multimodaler moderner Verhaltensmedizin.


Boese, Alexandra, Katja Jamrozinski & Christoph Hermann-Lingen (2011): Die biografische Dimension der koronaren Herzkrankheit. Felitti und die Folgen. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 66-69.

abstract: Obwohl die koronare Herzkrankheit (KHK) mit all ihren Folgen überwiegend im mittleren und höheren Lebensalter diagnostiziert wird, ist sie eine Erkrankung, die ihren Anfang bereits in der Jugend nimmt. Die Befundlage legt nahe, dass psychosoziale Entwicklungsbedingungen die beteiligten pathogenetischen Prozesse nachhaltig beeinflussen. Neben epidemiologischen Befunden werden physiologische Mechanismen skizziert, durch die psychosoziale Belastungsfaktoren der Kindheit und Jugend ihren Niederschlag in der koronaren Herzerkrankung des Erwachsenenalters finden können. Es wird dabei deutlich, dass die Prävention der KHK bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzen sollte.


Hoyer, Jürgen & Ulrike Lueken (2011): Herzangst. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 70-74.

abstract: Herzbezogene Ängste und -beschwerden sind in der Gesundheitsversorgung ein verbreitetes Phänomen. Im vorliegenden Beitrag geht es darum, ein rein deskriptives Konzept der Herzangst vorzustellen, das auf ätiologische Annahmen verzichtet. Diesem Verständnis nach sind behandlungsrelevante Herzängste Ausdruck einer Disposition, auf herzbezogene Reize mit (überzogener) Angst zu reagieren; dieses Syndrom kann bei Herzgesunden vorkommen, oft im Zusammenhang mit bestimmten psychischen Störungen, aber auch bei Herzkranken. Typische Problemstellungen werden unter klinisch-diagnostischer und interventionsbezogener Perspektive diskutiert. Ergänzend stellen wir den Herzangstfragebogen vor, der für die Screening- und die Verlaufsdiagnostik in der Praxis geeignet ist.


Orth-Gomer, Kristina & Christian Albus (2011): „Herzkranke Frauen gehen in gemischten Gruppen leicht unter …”. Kristina Orth-Gomer im Gespräch mit Christian Albus. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 75-76.

abstract: Frau Professor Dr. Kristina Orth-Gomer wuchs auf in Stockholm, wo sie ein von Suffragetten gegründetes Gymnasium besuchte. Dort habe sie „früh gelernt, dass Männer und Frauen für sich selber sorgen müssen”. Nach dem Studium der Humanmedizin am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm nahm sie eine Facharztausbildung in Innerer Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie auf. Sie begann früh, sich in das von vielen Kardiologen belächelte Thema „Psychokardiologie” einzuarbeiten, was 1979 in ihre Dissertation zur Bedeutung von depressiven Symptomen bei Herzrhythmusstörungen einmündete. Sie habe gelernt, dass Psychosomatiker angesichts der Skepsis der Mainstream-Kardiologie „wahnsinnig aufpassen und sauber arbeiten müssen”; eine Haltung, die ihr im Weiteren zahlreiche Publikationen in internationalen Top-Journals ermöglichte. Später selber Professorin am Karolinska-Institut, erforschte sie u. a. als eine der Ersten das Thema „Stress bei Frauen”, was kürzlich in eine vielbeachtete Publikation über eine frauenspezifische Gruppentherapie bei KHK-Patientinnen einmündete. Kristina Orth-Gomer ist verheiratet und forscht heute in Stockholm und Berlin.


Schäfers, Hans-Joachim & Volker Köllner (2011): „Als Herzchirurg kann man anderen Menschen auf eine elementare Weise helfen …”. Hans-Joachim Schäfers im Gespräch mit Volker Köllner. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 77-79.

abstract: Prof. Dr. med. Hans-Joachim Schäfers ist Direktor der Klinik für Thorax- und Herz-Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum in Homburg / Saar. Seine Klinik führt jährlich nahezu 2000 Eingriffe durch, davon über 1000 mit der Verwendung der Herz-Lungen-Maschine. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, die Klinik ist weltweit führend bei der Entwicklung neuer, technisch anspruchsvoller Operationsmethoden. Hierzu gehören z. B. die Entfernung von Thromben aus dem Gefäßbett der Lunge bei chronischem Lungenhochdruck, der Operation von Aneurysmen der Hauptschlagader, bei denen auch die Gehirn versorgenden Gefäße neu eingesetzt werden müssen und bei der Rekonstruktion der Aortenklappe. Bei diesem Eingriff wird die erkrankte Klappe nicht wie bisher durch eine Prothese ersetzt, sondern die eigene Klappe wird mit körpereigenem Material wiederhergestellt. Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist auch die Erforschung psychischer Einflussfaktoren auf die Lebensqualität im Langzeitverlauf sowie die optimale Vorbereitung von Patienten auf operative Eingriffe wie z. B. die Lungentransplantation. Die Fragen für PiD stellte Prof. Köllner, der über viele Jahre psychosomatischer Konsiliarius in der Klinik von Prof. Schäfers war.


Böhm, Michael & Volker Köllner (2011): Psychokardiologie: ein sich stark entwickelndes Feld, von dem viele spannende Ergebnisse zu erwarten sind. Michael Böhm im Gespräch mit Volker Köllner. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 80-81.

abstract: Prof. Dr. med. Michael Böhm ist Direktor der Klinik für Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e. V. (www.dgk.org). Die Klinik führt über ca. 5000 Interventionen wie Revaskularisierungen bei Koronarsyndromen, Ablationen und Defibrillatorimplantationen bei komplexen Rhythmusstörungen, Valvuloplastien und Schrittmachertherapien durch. Die Herzinsuffizienz- und Herztransplantations-Ambulanz ist an das Kompetenznetzwerk Herzinsuffizienz des BMBF angeschlossen. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Erforschung von Herzmuskelerkrankungen, Atherosklerose, Herzrhythmusstörungen und die Weiterentwicklung medikamentenbeschichteter Ballons und Stents. Die deutsche Gesellschaft für Kardiologie ist die älteste und mit fast 7000 Mitgliedern größte kardiologische Gesellschaft Europas. Sie gibt mehrere Zeitschriften heraus, erarbeitet Leitlinien im Bereich der Kardiologie und veranstaltet jährlich zwei große Kongresse, bei denen sich regelmäßig auch die Arbeitsgruppe Psychokardiologie trifft und Symposien anbietet. Das Interview mit Prof. Böhm führte Volker Köllner, der in der Klinik über viele Jahre als psychosomatischer Konsiliarius tätig war.


Köllner, Volker & Christian Albus (2011): Résumé: Psychokardiologie geht uns alle an! In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 82-83.

abstract: Etwa 70 Seiten Psychokardiologie liegen nun hinter Ihnen! Wir hoffen, für Sie war die Lektüre genauso spannend, wie es für uns als Herausgeber war, dieses Heft gemeinsam mit den zahlreichen Autoren zu gestalten. Wir hoffen auch, dass es uns gelungen ist, zu zeigen, dass das Thema Psychokardiologie im Grunde für jede Psychotherapeutin und jeden Psychotherapeuten wichtig ist. Herzkrankheiten betreffen Patienten - aber auch uns - in besonderer Weise; nicht nur weil sie die häufigste Todesursache sind, sondern weil das Herz ein ganz „besonderes” Organ ist: Störungen der Herzfunktion werden oft viel unmittelbarer und bedrohlicher erlebt als Erkrankungen anderer Organsysteme. Gleichzeitig vermag eine erfolgreiche Bewältigung der Erkrankung und eine gesundheitsfördernde Veränderung des Lebensstils in deutlich stärkerem Maße als auf vielen anderen Gebieten der Medizin dazu beitragen, Lebensqualität zu verbessern und Lebenszeit zu verlängern. Auch aus diesem Grund sind Psychoedukation und - bei allerdings oft unzureichenden Ressourcen - psychotherapeutische Mitbetreuung obligate und wirkungsvolle Bestandteile der kardiologischen Rehabilitation. Das Praxisfeld Psychokardiologie steht hier für eine systematische Integration psychosozialer Aspekte in die Medizin.


Wunder, Nadine & Volker Köllner (2011): DIE psychokardiologische Website …. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 84-88


Neumann, Katharina (2011): Buchempfehlungen. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 89-92


Geißler, Peter (2011): Wir empfehlen: Jörg M. Scharff (2010): Die leibliche Dimension in der Psychoanalyse. Frankfurt a. M.: Brandes & Apsel. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 93-94


Linsenhoff, Arndt (2011): „Achieving Clinical Excellence”. Bericht über eine internationale Konferenz in Kansas City am 21. / 22.10.2010. In: Psychotherapie im Dialog 12 (1): S. 95-96



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