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Neuvorstellung zur Übersicht
11.09.2012
Hugh Crago & Penny Gardner: A Safe Place for Change. Skills and Capacities for Counselling and Therapy
IP Communications





Wolfgang Loth, Bergisch Gladbach:

Im Idealfall ergänzt sich das, im Allgemeinen stehen sie sich jedoch oft gegenüber, diese beiden Anliegen, Information zu geben einerseits und jemanden beim sich Informieren zu unterstützen andererseits. Im Falle des hier vorliegenden Buches scheint mir eine Annäherung an den Idealfall weit gediehen. Die beiden AutorInnen Hugh Crago und Penny Gardner bilden seit über einem Vierteljahrhundert StudentInnen in psychologischer Beratung aus, zuletzt an der University of Western Sydney. Beide können dabei auch auf reichhaltige Erfahrung aus eigener Praxis zurückgreifen. Hugh Crago hat darüber hinaus über viele Jahre zusammen mit seiner Frau Maureen das Australian and New Zealand Journal of Family Therapy herausgegeben. Umsicht und Sorgfalt im Verein mit einem offenen Blick für Entwicklungen im Feld waren für mich stets besondere Kennzeichen ihrer Herausgeberschaft.

Mit dem vorliegenden Buch nun geben Crago und Gardner einen Überblick, der einerseits einen weiten Gang durch das von ihnen erschlossene Gelände darstellt, andererseits eine kompakte Verdichtung ihrer Erfahrungen. Das ist eine Gratwanderung, die, wenn der Blick auf zu vermittelnde Inhalte im Vordergrund stünde, leicht scheitern könnte. Crago und Gardner richten den Blick jedoch in besonderer Weise auf die Bedürfnisse und Herausforderungen ihrer StudentInnen. Das Buch ist genau darauf zugeschnitten, auf die Vermittlung des Stoffs, nicht auf den Stoff an sich. Dieser wird kundig, doch eher in Grundzügen vorgestellt, mit eingestreuten Anregungen zum Vertiefen und zu weiterer Lektüre. Die AutorInnen verweisen auf gerade am Anfang der Ausbildung häufige (Selbst­)Zweifel, zum Beispiel hinsichtlich Vermutungen, aktiver sein zu müssen, mehr fragen, sagen, anregen zu müssen. Die Grundqualität des unerschrockenen Respektierens und Präsentseins erscheint vielleicht gerade zu Anfang als eine größere Herausforderung für die eigene BeraterInnen­-Sicherheit als ein vermeintlich zielgerichtetes Tun. Hier geben die beiden AutorInnen ebenso behutsam wie konsequent Orientierung. Dies beinhaltet auch die Beschäftigung mit den Begriffen Beratung und (Psycho­)Therapie. Der herkömmlichen Unterscheidung erweisen sie Reverenz, lassen sich davon jedoch nicht abhalten, ihre eigene theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Konzepten professionellen psychosozialen Helfens zu skizzieren und auf dieser Basis sowohl in der großen Linie wie im Detail Lernwege zu bahnen. Kenntlich wird, wie die AutorInnen aus psychoanalytischen, Rogerianischen und existenziellen Quellen schöpfen, behaviorale Ideen nicht ausschließen und familiensystemische Perspektiven schätzen. Ein eklektizistisches Vorgehen im besten Sinne, bei dem es um das praktische "realistische" Bemühen um passendes Vorgehen in bestimmten Konstellationen auf der Basis genauer Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Ansätzen geht (1).

Das hier vorgestellte Modell der Beratung ist ein kollaboratives. Es geht um eine prozessorientierte, in Beziehungen denkende Sicht der Beratung, die sich von Modellen unterscheidet, die das beraterische Tun in erster Linie über spezifische Inhalte und Techniken definieren. Das wiederum stellt AutorInnen eines entsprechenden Lehr­ und Lernbuchs vor besondere Herausforderungen. Die taugliche Orientierung, die die StudentInnen einerseits zu recht erwarten können, soll andererseits nicht zu einem Wenn­-dann­-Kästchen­Denken anregen. Mich beeindruckt, wie die beiden AutorInnen diese Gratwanderung bewältigen. Einerseits gehen sie immer wieder ins Detail (inklusive Transkriptpassagen und kleinschrittige Auseinandersetzungen mit Fragen, die AusbildungskandidatInnen bewegen), andererseits ermutigen sie ihre LeserInnen/StudentInnen immer wieder dazu, sich darüber klar zu werden, was zu ihnen selbst passt. Es ist daher konsequent, wenn sie Eigentherapie­-Erfahrungen als grundlegend für angehende BeraterInnen und TherapeutInnen einschätzen. Diese Passung zur Person der BeraterIn/TherapeutIn dann allerdings nicht als selbstgewisse Norm, sondern als Ausgangspunkt dafür, die Sprache der KlientInnen zu lernen, dieser zu folgen und in der aus Selbstvertrautheit und Zutrauen zum Gegenüber erwachsenden uner­schrockenen Präsenz die Kraft und Güte zu ziehen, aus der heraus helfende Beziehungen zu erlebter Hilfe werden können.

Ich finde dieses Buch ebenso kompetent wie warmherzig geschrieben. Es ist kein Lehrbuch über Systemische oder Familientherapie, jedoch ein schönes Beispiel dafür, wie angehende KollegInnen dazu angeregt werden können, KlientInnen respektvoll zu begegnen und sich ihnen mit Zutrauen und Selbstvertrauen zur Verfügung zu stellen. Griffige Zusammenfas­sungen an den Kapitelenden, Lektüreempfehlungen und ein detailliertes Register runden den guten Eindruck ab.

Anmerkung:

(1) Siehe: Norcross, J. C. (2005). A primer on psychotherapy integration. In: Norcross, J. C. & M. R. Goldfried [Hg.]: Handbook of Psychotherapy Integration. 2nd ed. New York: Oxford University Press, S. 3­23.

(Mit freundlicher Genehmigung aus systhema 2/2012)





Zur website von Hugh Crago





Verlagsinformation:

The study of counselling can be a bewildering experience. Learning to be a counsellor involves developing practical skills, not just acquiring knowledge. And trainee counsellors must reflect on their own behaviour - the theory doesn’t make sense without self-awareness. In A Safe Place for Change, two outstanding teachers have set out to demystify that crucial first year of learning. Always in touch with that it feels like to be a counselling student, Hugh Crago and Penny Gardner draw on many years of teaching basic counselling skills in universities and private training institutes. They write clearly about complex concepts and issues, and focus on the common ground shared by most recognised approaches to counselling and therapy. They present the fundamental and more advanced capacities and skills in a sequence that makes sense for the learner, but which also illuminates the client’s experience over an ongoing series of sessions. Crago and Gardner emphasise how ‘holding’ skills must come before skills that assist clients to ‘explore’ their presenting issues, and how both must precede interventions that challenge clients with ‘gentle honesty’. They show why premature attempts to help clients change their behaviour are doomed to fail, and why counsellors should evaluate the appropriateness of their interventions by the way their clients respond to what they have said. They ask ‘what happens at the third session?’ and suggest what early dropouts mean, and how they can be minimised. Written with warmth, humility and intelligence, this is a very different approach to the training of counsellors, one which even experienced trainers will find illuminating, and which beginners will immediately connect with. Delightful, thought-provoking illustrations by Meeray Ghaly enhance the book’s appeal, as do the many realistic counsellor-client dialogues.


Inhalt:

Chapter 1 So you want to help people?

Motives and hidden agendas
Official and unofficial theories of helping
Counselling: the instrumental view
Counselling: being with, not doing to
Training: a change to find out what counseling is actually like
Youth and maturity: advantages and diusadvantages
What lies ahead for you?
Chapter summary

Chapter 2 Being there: Skills of holding

Holding: the default setting
Minimal encouragers and attending skills
Why holding matters
The metaphor of holding
Staying out of the way: the purposeful use of silence
Why is it important to wait before responding?
Personalities make a difference
The metaphor of reflection
Key points about the skill of reflecting
The reflecting exercise
Simple empathic responses
Empathic sentence completion
Summarising
The place of holding skills in ongoing counselling
Chapter summary

Chapter 3 The story unfolds: Skills of exploring

The metaphor of exploration
Thoughtful questioning
Questions that follow the client's lead
Exploring gaps and missing bits
What's really happening? what, when and how questions
What's it like. . . ? Questions that explore experience
Exploring connections between past and present
What does that mean to you?'
Why not ask 'why?'
From exploration to intervention
Chapter summary

Chapter 4 The elephant in the room: The first three sessions

Introduction
The first session: telling the story
What if you can't get a word in?
What if clients don't want to tell their story?
The first session: forming an attachment
Three ways of attaching
Anxiety and politeness in the first session
The second session
Attachment is a two-way thing
The iceberg and its tip
The third session: challenge and response
How do you learn to 'do immediacy'?
The third session phenomenon revisited
Chapter summary

Chapter 5 Fix the problem, or re-parent the person? Alternative paths in counselling
and therapy

Where we started: psychoanalysis
Problem-focused models
Is the right model for you the right model for your client?
What are the implications for you?
Chapter summary

Chapter 6 Gentle honesty: Skills of encounter

Terrible twos and rebellious teens
Beyond confrontation: gentle honesty
Pointing out a theme
Connecting past and present: suggesting a meaning
Acknowledging contradictions and discrepancies
Beyond transference interpretation: offering feedback in the here and now
When the challenge comes from the client
Conclusion
Chapter summary
Chapter 7 'Giving wise advice': Skills of coaching

Meeting as equals
'Giving wise advice'
Normalising and providing information
Are clients ready to change?
Assisting the change process
Timing and motivation
Exploring past attempts to change
Why change is difficult
Taking the long way: change coaching in action
Bearing witness to change: increasing motivation by operant conditioning
Highlighting success by offering warnings
Chapter summary

Chapter 8 'But how do you know when they've finished?': Supervised work
with clients

What will the next year be like?
There's always more to learn
Where do you stand?
Individual clients, relationship issues
What if my client doesn't come back?
Is it wrong for clients to depend on you?
Fees and gifts
What if one of my clients commits suicide?
What supervision can do, and what it can't
You can't take your client where you haven't been yourself
When following the client isn't enough
How do I know when they've finished?
How can I be there for clients if I am falling apart?
What being a counsellor or therapist will mean


Aus dem Vorwort:

‘This book is intended for students of counselling and therapy in their first year of training. We have attempted to describe capacities and skills that are fundamental to a range of widely used therapeutic approaches, from generalist counselling to specific models as different as psychoanalytic psychotherapy and cognitive behaviour therapy. Particular models require particular techniques, and we have not attempted a comprehensive coverage of model-specific skills. Instead, we have highlighted the skills that every competent helper needs when dealing with people in emotional distress: the competencies that make a practitioner effective no matter what model she or he professes.
Our experience of teaching counselling has convinced us that students overwhelmingly prefer textbooks that are clear and direct in their language, and acknowledge the difficulties that beginners face. Our aim was to write that kind of book. Provided throughout are realistic examples that draw on typical clients and typical situations from our own experience.
To present complex ideas simply is an art. We hope we’ve managed to achieve this here, even at the risk of appearing to oversimplify. We haven’t attempted to cover everything the beginning counsellor needs to know. A text is only an aid to learning.
Rather than trying (as many texts do) to accommodate every viewpoint, and to say things in the most uncontroversial way, we’ve preferred to run with our own opinions, as a jumping-off point for class discussion’.


Über die AutorInnen:

Hugh Crago is Senior Lecturer in Counselling within the School of Social Sciences at the University of Western Sydney. He has many years’ experience teaching counselling at a variety of universities and private institutes, and contributes a regular column, ‘Straight Talk on Training’ to Psychotherapy in Australia magazine. Hugh’s interests are wide-ranging, and he is the author of Prelude to Literacy (with Maureen Crago, 1983), A Circle Unbroken (1999), and Couple, Family and Group Work (2006). Hugh has almost completed The Teller and the Tale, an exploration of how the maturing brain shapes the capacity for story-making.

Penny Gardner also teaches counselling at the University of Western Sydney. Like many of the students she teaches, Penny came to study counselling in her mid-forties. Her original degree was a BA from Macquarie University, with a double major in Human Geography and Philosophy. She also taught dressage for many years, and believes the levels of awareness and relatedness that are helpful in the work between horse and rider in this discipline have many parallels with the counselling process. Penny has several areas of interest in working with clients, including Emotionally Focussed Therapy, Somatic Therapy, Bowenian Family Therapy, and Sensorimotor Psychotherapy.



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