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Neuvorstellung zur Übersicht
11.10.2007
Arist von Schlippe, Mohammed El Hachimi, Gesa Jürgens: Multikulturelle systemische Praxis. Ein Reiseführer für Beratung, Therapie und Supervision
Schlippe et al: Multikulturelle Praxis Carl-Auer Verlag, Heidelberg 2004 (2. Aufl.)

Mit Vorworten von Cem Özdemir und Klaus J. Bade

244 Seiten, 4 Abb., 13 Fotos, Kartoniert

Preis: 22,95 €

ISBN-10: 3896704079
ISBN-13: 978-3896704078
Carl-Auer-Verlag





Martin Solty, Unna:

Gleich zu Beginn: Ein wunderbarer, unterhaltsamer und gut zu lesender Reiseführer durch die interkulturelle systemische Landschaft.
Das Autorentrio versteht es, auch die nicht unbedingt in die systemische Denk- und Haltungsweise eingebundene Leserschaft auf eine bereichernde und einladende, Neugierde weckende Reise durch die interkulturelle Beratungslandschaft mitzunehmen.
Es ist ein an die Praktiker gerichtetes Buch, das mit sehr viel Wertschätzung und vor allem mit respektierender Neugierde auf die Besonderheiten der unterschiedlichen Kulturen und auf die Menschen, die mit den besonderen Wertvorstellungen dieser Kulturen aufgewachsen sind, hinweisen möchte.
Schon am Anfang sprechen die Autoren eine „Einladung zum Essen“ aus, die „so etwas sein könnte wie eine Metapher für dieses Buch.“ Sie bieten ein fremdes Gericht an und geben dann auch gleich die Zutaten und das Rezept für das Gericht mit. Das Rezept klingt fast so wie die Grundlage jedweden systemischen  Denken und Handeln. Hier ist es allerdings in wunderbarer Weise nochmals zusammengefasst und auf die Arbeit mit interkulturellen Systemen angewandt:
  • 3 Esslöffel Empathie
  • 2 Gläser frische Anteilnahme
  • 70 g Erkennen von Affekten
  • 5-7 Messerspitzen sinnliche Erfahrung
  • 5 Tüten Querdenken
  • 4 Stück eingelegten Scharfsinn
  • eine Prise Neugier (es darf auch etwas mehr sein)
  • ein Portion Weisheit
  • und natürlich jede Menge Geschichten…
Bevor die LeserInnen im zweiten Teil des Buches auf die Reise durch die sieben Täler der Erkenntnis geleitet werden, beschreiben die Autoren im ersten Teil des Buches ihre Grundlagen für die multikulturelle systemische Praxis. Sie beschäftigen sich mit dem Kultur- und Integrationsgedanken, sprechen von Wirklichkeitskonstruktionen, um auf Unterscheidungen zwischen „eigener“ und „fremder“ Kultur hinzuweisen und sehen gleichzeitig eine Herausforderung für Therapie und Beratung, eine transkulturelle Dimension zu entwickeln.
Ein etwas breiteren Rahmen nimmt die wichtige Frage nach dem Integrationsgedanken ein. Eine gelungene Integration, so die Autoren, dürfte der Zustand sein, der als am „friedlichsten“ erlebt wird.
Dabei kommt dem Thema Sprache und Zeit eine besondere Bedeutung zu. Die Autoren werben auch für eine Haltung voller Neugierde für das Bezugssystem der Klienten und weisen auf die besonderen Aspekte der unterschiedlichen Sprachen und der besonderen Bedeutung von unterschiedlichen Kommunikationsmuster hin. Gemäß dem oben genannten Rezept geben die Autoren auch hier gut zu übernehmende Hinweise für die Praxis, in dem sie unterstreichen, wie wichtig ihrer Ansicht nach es sei, sorgfältig am „Verstehen zu arbeiten“. Die Zeit, die in der Beratungsarbeit mit interkulturellen Bezugssystemen in ein ausführliches und mit wertschätzender Neugier gepaartes Joining investiert werde, könne sich später durch weniger Reibungsverluste auszahlen.
Im zweiten Teil des Buches darf der Leser das Autorenteam schließlich auf der Reise durch die sieben Täler der Erkenntnis (nach dem persischen Mystiker Faridurin Attar) begleiten.
Damit ist ein Spiel mit einer Vielzahl von Perspektiven eröffnet, die die Chance bieten, Unterschiede in den verschiedenen Beschreibungen zu nutzen. Dem fiktiven Dialog des persischen Dichters wird jeweils ein bestimmter systemischer Praxisbereich gegenüber gestellt. Auch hier handelt es sich um die gut bekannten systemischen Grundlagen für  methodisches Vorgehen, für multikulturelle Systeme allerdings beeindruckend sensibel erweitert: Joining, Skulpturarbeit, Genogramme, Rituale, Märchen, Self-Care usw. …
Die dargestellten Arbeitsbereiche sind weit gefächert, u.a. bi-nationale Paarberatung, Arbeit mit Opfern gewaltsamer Verfolgung, Sucht und Migration, systemische Familienmedizin, Schuldnerberatung.
Dem Leser wird so ein ständiger Wechsel zwischen verschiedenen Realitäten und Perspektiven zugemutet, so wie es die Regel beim Thema multikulturelle Beratung sei.
Nachdem ich das Buch gelesen habe, spielte sich in mir selbst auch ein Perspektivwandel ab. Ich möchte an dieser Stelle ehrlicherweise gestehen, dass ich bislang in der Beratungsarbeit mit Migranten aus osteuropäischen Kulturkreisen auf Grund sehr persönlicher Erfahrungen oft an meine eigenen Grenzen gestoßen bin. Das Autorenteam hat es mit diesem Buch allerdings geschafft, die teilweisen Stereotypen bei mir aufzubrechen und mich zu trauen, in den Gesprächen genauer nachzufragen und die beschriebene wertschätzende Neugierde an den Tag zu legen. Ich traute mich nach der genauen Bedeutung von Namen zu fragen, mir die Örtlichkeiten aus den Heimatdörfern beschreiben zu lassen und nach den genauen Umständen von Ausreise oder Flucht zu fragen. Ganz neue Perspektiven haben sich dadurch ergeben. Es entstand ein neues Verständnis füreinander, und die sich anschließenden Beratungsprozesse nahmen einen anderen, für alle Beteiligten zufriedenstellenderen Verlauf. Die Blickwinkel und die sich eröffnenden Lösungsmöglichkeiten wurden erweitert.
Eine sehr persönliche Erfahrung mit dem Buch, die ich jedem potentiellen Leser wünschen möchte …





Eine Rezension von Lilo Schmitz für socialnet.de

Eine weitere Rezension von Cornelia Tsirigotis für systhema

Und noch eine weitere von Dagmar Elisabeth Vogel für das gepfefferte Ferkel

Zu den websites der AutorInnen Arist von Schlippe und Gesa Jürgens





Verlagsinformation:

In Migrationsgesellschaften wie der unseren treffen immer häufiger Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund aufeinander. Besonders von Mitarbeitern im psychosozialen Dienst werden zunehmend therapeutische und beraterische Kompetenzen erwartet, die auch dort helfen, wo kulturelle Fremdheit den Kontakt erschwert. Die drei Autoren entwickeln hier ein neues Gesamtkonzept, das sich für Therapie, Beratung und Supervision leicht und mit Erfolg praktisch umsetzen lässt. Sie gehen dabei nicht nur auf die besonderen Probleme ein, die beim Zusammentreffen verschiedener Kulturen entstehen (z. B. den Umgang mit unterschiedlichen Ehe-, Erziehungs- und Gesundheitsvorstellungen), sondern erschließen auch die einmaligen Ressourcen, die diese mit sich bringen.


Inhaltsverzeichnis:


Vorwort von Cem Özdemir
Vorwort von Klaus J. Bade
Einladung
Eine erste Frage an Sie als Leserin und Leser
I. Einführung und Grundlagen
1. Multikulturelle Kontexte verlangen interkulturelle Konzepte
2. Was ist das eigentlich – Kultur?
3. Formen von Migration, Phasen in der Migration
3.1 Formen von Migration
3.2 Phasenverlauf und Adaptationsstile
4. Niemand ist allein belastet
5. Von Anfang bis Ende bedeutsam: Sprache
5.1 Allgemeine Überlegungen zur Rolle von Sprache
5.2 Sprache, Verstehen und Beratungsarbeit
5.3 Ein Sonderfall: Die Bedeutung von Namen
II. Prozesse von Therapie, Beratung und Supervision: „Sieben Täler“
6. Einladung zu einem Experiment
7. Das Tal des Suchens: Spezifische Problembereiche im Vorfeld multikultureller therapeutischer Arbeit
7.1 Joining und affektive Abstimmung
7.2 Die Schwelle vor der Tür des Beratungszimmers
7.3 „Der Dolmetscher ist mehr als eine Telefonleitung“
7.4 Erwartungserwartungen, Stereotype und Faszination


Über die Autoren:

Arist von Schlippe, Prof. Dr. phil., Dipl.-Psych., Professor für Führung und Dynamik von Familienunternehmen; Psychologischer Psychotherapeut; Autor zahlreicher Fachbücher, u. a. "Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung" (zus. m. J. Schweitzer-Rothers).

Mohammed El Hachimi, Diplom-Sozialpädagoge, Sozialarbeiter, Familientherapeut, Organisationsberater; Gemeinschaftspraxis in Berlin und Köln/Bergisch-Gladbach, langjährige Praxis mit multikulturellen Systemen, Suchttherapie, im Gesundheitsbereich und in systemischer Organisationsberatung.

Gesa Jürgens, Dipl. Psych., Psychotherapeutin, arbeitet seit 30 Jahren in Lehre, Forschung und Therapie. Sie ist Mitbegründerin des Instituts für Familientherapie, Weinheim und entwickelte als Lehrtherapeutin mit Teams spezielle Curricula für die Ausbildung von multikulturellen Systemen. Seit 10 Jahren lebt sie im Wendland und arbeitet in eigener Praxis mit Menschen in unterschiedlicher Kultur.



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