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Neuvorstellung zur Übersicht
02.06.2006
NovaMind 3 - MindMap-Software
NovaMind 3.0 NovaMind 3.0

www.nova-mind.com

ab 105,- €
nova-mind.com





Tom Levold, Köln:

Als Hilfsmittel für Planung, Konzeption und Präsentation unterschiedlichster Themen in Beratungs- oder Fortbildungsprozessen hat sich die Mind-Map-Technik längst herumgesprochen und vielfach bewährt. Für die unterschiedlichsten Computer-Betriebssysteme gibt es seit einigen Jahren entsprechende Programme, die die Erstellung einer Mind-Map zu einem Kinderspiel machen (sollen). Trotzdem sind diese manchmal komplexer, als sich ein Durchschnittsanwender wünschen würde.
Unter Windows hat sich wohl „Mindmanager Pro“ durchgesetzt, das allerdings mit weit über 300,- € kräftig zu Buche schlägt und erst seit kurzem auch in einer Version für Mac OS X verfügbar ist.
Die Mac-Gemeinde wiederum fühlte sich lange etwas stiefmütterlich mit Mindmap-Software versorgt und war bis vor kurzem vor allem auf „ConceptDraw MindMap“ der russischen Softwareschmiede Odessa angewiesen.
Mit der aktuellen Version „NovaMind 3“ meldet sich sich nun eine eindrucksvolle und mit ca. 100 € sehr preiswerte Alternative aus Australien zur Stelle - früher als Shareware für Macs vertrieben, handelt es sich mittlerweile um ein sehr ausgereiftes Programm, das kaum noch Wünsche offen lässt. Seit kurzem ist es auch für Windows erhältlich, hier lässt eine deutsche Version allerdings noch auf sich warten, die in der (getesteten) Mac-Version allerdings schon einen makellosen Eindruck hinterlässt.
Die Bedienungsoberfläche ist absolut aufgeräumt und übersichtlich, die Komplexität der vielen Funktionen ist in einer Vielzahl sogenannter „Inspektoren“ untergebracht, die bei Bedarf eingeblendet, aber auch jeweils auf eine einzige Zeile reduziert werden können und auf diese Weise als schwebende Fenster einzeln oder gemeinsam jederzeit zur Verfügung stehen. Zahlreiche Einstellungen zu Farben, Schriften, Linienformen, Zweigdarstellung und -Sortierung können individuell dauerhaft festgelegt werden.
Eine neue MindMap beginnt mit einem Titel, der auch durch eine leicht einzufügende Grafik ersetzt werden kann. Apple-iLife-Nutzer können aus NovaMind heraus jede iPhoto-Abbildung durch einen eingebauten Grafik-Manager unkompliziert einbauen, wenn sie die entsprechende Ladezeit in Kauf nehmen. Alternativ kommt aber auch der Grafikimport durch einen entsprechenden Menü-Befehl in Frage. Neue Zweige werden schnell durch Mausklicks oder entsprechende Tastaturbefehle eingefügt, dabei kommt NovaMind auch nicht in Schwierigkeiten, wenn es sich nicht nur um einzelne Wörter handelt, sondern um größere Textmengen. In einer separaten Gliederungsansicht können auch die Ergebnisse eines Brainstormings hierarchisch gegliedert eingegeben werden, die Darstellung als Mindmap folgt automatisch im Hintergrund.
Die grafische Qualität ist, wie für Mac-User selbstverständlich, ausgezeichnet und auf die zugrunde liegende Technik des aktuellen Betriebssystems abgestimmt. Windows-Nutzer  sollten sich mit der herunterladbaren Demo-Version ein eigenes Bild verschaffen.
van goghAlle Zweige lassen sich mit Grafiken (aus der umfangreichen mitgelieferten Grafikbibliothek oder dem eigenen Vorrat importierten Bildern) unterlegen oder mit visuellen Miniaturen kombinieren, zusätzlich aber auch mit Checkboxen oder Verzweigungen zu anderen Mindmaps, Weblinks oder beliebigen Dateien verknüpfen, so dass schnell interaktive Präsentationen erstellt sind. Da überladene Maps auch schnell unüberschaubar werden können, lassen sich einzelne Ebenen aus der Darstellung ausblenden.
Die Zweige können unterschiedlich als Linie, Rechteck, Oval oder als „Flexibranch“ dargestellt werden: wie aus Vektor-Zeichenprogrammen bekannt, folgt hier die Schrift dem mit der Maus bestimmten Linienpfad.
Die abgebildete MindMap der systemagazin-Struktur war in weniger als drei Minuten erstellt, die Formatierung und Anordnung sind jederzeit problemlos änderbar. Auch wenn man sich die Vielfalt der technischen Möglichkeiten erst erschließen kann, wenn man die ausführliche Online-Hilfe (leider nur in Englisch verfügbar) konsultiert, ist die Arbeitsoberfläche weitgehend selbsterklärend, so dass die Einarbeitungszeit minimal ist.
Ein besonderes Feature ist ein (kostenpflichtiges) Zusatzmodul, das die Erstellung von Drehbüchern erlaubt.
Das besondere Highlight an diesem Programm ist aber die Vielzahl der Import- und Exportmöglichkeiten. Es können normale Textdateien und Omni-Outline-Dateien (einem der besten Outline-Programme für den Mac) ebenso importiert werden wie die oben erwähnten Mindmanager-Dateien, sofern sie im XML-Format vorliegen. Ist einmal eine NovaMind-Map erstellt, kann sie in alle möglichen Grafikformate, HTML-Dateien, Text- und RTF-Dokumente ebenso wie in MindManager(XML) exportiert werden, als PDF und sogar direkt in das Powerpoint- oder Keynote-Format (der Export in Keynote - nur für Mac-User - war allerdings leider mehrfach mit Abstürzen verbunden und müsste noch einer Überarbeitung unterzogen werden).
Der besondere Vorteil besteht also darin, dass nicht nur sehr schnell und völlig unkompliziert beliebig komplexe MindMaps erstellt werden, sondern auch in den unterschiedlichsten Präsentations- und Dokumentationskontexten weiterverwandt werden können, ohne große Zugeständnisse an die grafische Qualität machen zu müssen. Kurz, wer MindMaps mag oder sich dafür interessiert, dem sei der Download einer Testversion zum Ausprobieren empfohlen: das Programm ist schnell erlernt, einfach zu bedienen und sein Geld wert.



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