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Neuvorstellung zur Übersicht
30.06.2006
Ben Furman: Ich schaffs! Spielerisch und praktisch Lösungen mit Kindern finden - Das 15-Schritte-Programm für Eltern, Erzieher und Therapeuten
Furman Ich schaff's Carl-Auer-Verlag Heidelberg 2005

158 S., kartoniert

Preis: 19,95 €
ISBN: 3896705008
Carl-Auer-Verlag




Cornelia Tsirigotis, Aachen:

Ob Eltern oder professionelle Fachleute: in der Arbeit mit Kindern und ihrer Erziehung erscheint vieles als schwierig. Ben Furman hat hier mit der gewohnten konsequent lösungsorientierten Leichtfüßigkeit die aktuelle Landschaft des (verkaufswirksamen) Programm-Booms um ein Programm bereichert, in dem kleinschrittige Lösungen in Richtung auf gewünschtes Verhalten machbar erscheinen und sogar Spaß machen könnten. Der Blick ist auf die Erweiterung von Möglichkeiten gerichtet (nicht die Frage: „Was sollst Du (unter)lassen, sondern was willst Du tun?“), darauf, neue Fähigkeiten zu lernen und dabei Unterstützung und Würdigung zu erfahren. Eine wichtige Basis in diesem Programm ist die respektvolle Haltung gegenüber dem Kind, zu der wiederum auch das Kind angeregt wird. Eltern, ErzieherInnen und Kind werden motiviert, sich gemeinsam darüber zu verständigen, was als nächstes gelernt werden könnte. Das Kind wird zunächst eingeladen, sich die neue Fähigkeit auszumalen, ihren Nutzen zu beschreiben und sie mit einem „coolen“ Namen zu versehen. TherapeutIn, Bezugspersonen und Kind überlegen gemeinsam, welche imaginativen und wirklichen Personen helfen könnten, wie die Helfer einbezogen, die Erfolgsfeier geplant und Möglichkeiten überlegt, wie das Gelernte anderen beigebracht und auch, wie den Helfern gedankt werden kann. Alle 15 Schritte sind gut erklärt und mit alltagspraktischen, aus unterschiedlichen Bereichen stammenden Beispielen verdeutlicht. Das Programm ist entstanden aus der heilpädagogischen Alltagspraxis mit Kindern, die viele Schwierigkeiten gemacht haben und lebt von der praktischen Durchführbarkeit. Das Buch hat einen bestechenden lösungsorientierten Sog und in den Fallbeispielen wirkt die lösungsorientierte Brille plausibel und ansteckend.
Sicherlich befreit das Lernen neuer Verhaltensweisen die Erwachsenen nicht von der Überlegung, welchen Sinn für ein Kind auch ein unerwünschtes Verhalten haben kann und von der Klärung der Kontextbedingungen. Dennoch halte ich das es für einen guten Ansatz, um aus Lamentierspiralen auszusteigen. Ich wünsche ich dem Buch viele LeserInnen, weil es mir durch sein lösungsorientiertes Denken eine gute Hilfe zu sein scheint, Kinder aus dem Karussell festgeschriebener Zuschreibungen zu entlassen und ihnen andere Möglichkeiten anzubieten.
Es lässt sich gut nutzen, um LehrerInnen oder Eltern anzuregen, mit an einem lösungsorientierten Strang zu ziehen. Ich empfehle es in meinem Arbeitskontext im Moment allen, die sich bei mir über Defizite von Kindern beklagen. Und darüber hinaus allen, die mit Kindern zu tun haben.


Nadine Reiband, Haigerloch:

Für Kinder und Jugendliche ist es nicht einfach, wenn sie Probleme haben. Erst recht nicht, wenn es gravierende Probleme sind wie Einnässen, Einkoten, Aggressivität, Lügen, Fingernägel kauen, Hausaufgaben vergessen, Schule schwänzen… . Die Liste kindlicher Probleme ist endlos. Die Art und Weise, damit umzugehen, nicht. Schnell sind Eltern, Erzieher, Lehrer und Therapeuten an ihren Grenzen.
Ein etwas anderes Programm hat Ben Furman entwickelt. In seinem Buch „Ich schaff´s!
Spielerisch und praktisch Lösungen mit Kindern finden – das 15-Schritte-Programm für Eltern, Erzieher und Therapeuten“, erschienen 2005 beim Carl-Auer Verlag, stellt er dieses vor. Eingängig zu lesen lädt es alle ein, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und ihre „Probleme“ haben. Es lädt ein, eine ganz neue und etwas ungewöhnliche Sichtweise einzunehmen. Viele Beispiele aus der Praxis verdeutlichen, dass Furman es mit ganz normalen Problemen auf sich nimmt.
Ben Furman ist Arzt und Therapeut. Er gründete in Finnland zusammen mit seinem Kollegen Tapani Ahola das Brief Therapy Institute. Der Name des Institutes ist Programm: Kurzzeittherapie. Schnell und effektiv zu sein ist ihr Ziel. Die Kurzzeittherapie und die eigene Beobachtungsgabe brachten Furman zum Programm „Ich schaff´s“.
Kinder sollen im Programm das Gefühl bekommen, dass sie ihre Lösung finden. Sie werden in das Programm direkt mit einbezogen. Der erste und wichtigste Schritt ist, dass aus dem Problem eine Fähigkeit wird, die es noch zu erlernen gilt. Damit fällt sowohl von den Eltern als auch von den Kindern der Druck weg, etwas falsch gemacht zu haben. Es ist ganz einfach: Du kannst einfach noch nicht gut für deine Fingernägel sorgen, deswegen musst du diese Fähigkeit erlernen (damit du die Fingernägel nicht mehr abbeißt). Du kannst es einfach noch nicht, deine Sorgen einfach wegzuwerfen, deswegen ist dies die Fähigkeit, die es zu lernen gilt.
Es hört sich sehr einfach an, dieser erste Schritt. Doch wer das Programm in der Praxis versucht, erkennt, dass dieser erste Schritt der schwierigste ist, der langwierigste und der, um den man sich sehr bemühen muss. Er ist die Grundlage des Programms.
Ausführlich stellt Furman die 15 Schritte seines Programms dar:  Die Probleme in Fähigkeiten verwandeln. Dann einigen sich das Kind und der Erwachsene auf die zu erlernende Fähigkeit, benennen diese und finden den Nutzen, warum es sich denn lohnt, diese Fähigkeit zu erlernen. Denn ohne den konkreten  Nutzen macht es für einen 13jährigen keinen Sinn, trocken zu sein. Irgendwann mal eine Familie haben zu wollen ist für einen 13jährigen nicht wirklich von Nutzen und somit keine Motivation. Das Zeltlager im nächsten Sommer kann entsprechende Motivation aber sein.
Wichtig ist, dass das Kind oder der Jugendliche nicht das Gefühl hat, alleine dastehen zu müssen. Ein Unterstützer muss her. Sei es ein Elternteil, der Opa oder als Phantasiefigur Superman: Hauptsache, man geht den Weg nicht alleine. Gleich am Anfang wird auch geplant, was man macht, wenn das Ziel erreicht ist. Eine Party wird gefeiert oder man macht sonst etwas sehr attraktives.
Die Fähigkeit, die es zu erlernen gilt, muss geübt werden. Dazu bedarf es Vertrauen und eine Öffentlichkeit. Damit gewinnt die Fähigkeit an Bedeutung. Ben Furman denkt in seinem Programm auch an die möglichen Rückfälle. Diese sind einzuplanen. Man muss mit ihnen umgehen. Damit der erarbeitete  Erfolg nicht schwindet.
Furman unterscheidet in seinem Programm zwischen Kleinkindern, Schulkindern und Jugendlichen. Jedes Alter braucht einen entsprechenden Umgang mit seiner Fähigkeit. Während Schulkinder noch gerne ein Krafttier nutzen, sind es bei Jugendlichen die Freunde, die Bedeutung haben. Auch muss die Sprache und das Verhalten der Erwachsenen entsprechend verändert werden. Der Inhalt des Programms aber bleibt derselbe.
Das Programm Furmans ist untermauert von  lerntheoretischen, systemischen und hypnotherapeutischen Erkenntnissen. Gut fundiert durch wissenschaftliche Erkenntnisse stellt Furman aber einfach und klar dar, so dass jeder das Programm anwenden kann. Das Buch liest sich einfach. Der Inhalt hat es dennoch in sich. Wichtig und wertvoll ist neben dem Buch die Internetseite www.ichschaffs.com. Darauf findet man viele Materialien, die man kostenlos herunterladen kann. Es gibt den Sorry-Letter, mit dem Kinder ihren Entschuldigungsbrief im Netz zusammenstellen können. Es gibt die Mission Possible, die man auch als Erwachsener gerne liest, weil sie die auf Jugendliche und Junggebliebene Version des Ich-schaff´s-Programms darstellt.
Das ich schaff ’s Programm soll  Spaß  machen und das das Selbstvertrauen von Kindern fördern.
Es ist kein Wundermittel oder Allheilmittel, aber eine etwas andere, vielleicht stressärmere Art, mit Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen umzugehen.





Die deutsche Seite zum Ich-schaff's-Programm

Die Originalseite des Programms






Verlagsinformation:

Die Schultasche steht mitten im Flur, das Kinderzimmer ist seit Tagen nicht aufgeräumt, und am Morgen hing wieder die Schlafanzughose zum Trocknen über der Heizung. – Manche Probleme mit Kindern scheinen sich auf Dauer einzunisten und allen Versuchen, sie aus der Welt zu schaffen, standzuhalten. Eltern, Erzieher und Therapeuten, die damit konfrontiert sind, brauchen vor allem eines: neue Ideen, die sich im Alltag auch praktisch umsetzen lassen.
"Ich schaffs!" ist nicht nur eine Sammlung von kreativen Ideen und Techniken, die sich im Umgang mit kindlichen Problemen als nützlich erwiesen haben. Dahinter steckt ein klares und gut nachvollziehbares Programm von aufeinander folgenden Schritten, das Kindern vom Vorschulalter bis in die Pubertät hilft, Schwierigkeiten konstruktiv zu überwinden – seien es Verhaltensprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste oder einfach schlechte Angewohnheiten.
"Ich schaffs!" basiert auf der systemischen Sichtweise, dass Kinder eigentlich keine Probleme haben, sondern nur Fähigkeiten, die sie noch nicht erlernt haben. Ben Furman zeigt, wie sich einzelne Probleme in passende Fähigkeiten verwandeln lassen, wie diese geübt werden können und wie man ein Kind motiviert, sein Ziel zu erreichen.
Zum Programm "Ich schaffs" gibt es jetzt hilfreiche Materialen.


Über den Autor:

Ben Furman, Psychiater und Psychotherapeut, ist Mitbegründer des Helsinki Brief Therapy Institute und Autor mehrerer Bücher, darunter "Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben", "Die Zukunft ist das Land, das niemandem gehört – Probleme lösen im Gespräch", "Die Kunst, Nackten in die Tasche zu greifen. Systemische Therapie: vom Problem zur Lösung" und "Twin Star - Lösungen vom anderen Stern. Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Zwilling des Erfolgs". Gemeinsam mit Tapani Ahola leitet er das Helsinki Brief Therapy Institute.



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