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Neuvorstellung zur Übersicht
18.04.2006
Fritz B. Simon, Rudolf Wimmer, Torsten Groth: Mehr-Generationen-Familienunternehmen. Erfolgsgeheimnisse von Oetker, Merck, Haniel u. a.
Simon et al. Mehrgenerationen-Familienunternehmen Carl-Auer-Systeme Heidelberg 2005

254 S., fester Einband

Preis: 29,95 €
ISBN: 3896704818
Carl-Auer-Verlag Heidelberg





Dagmar Wiegel, Köln:

Mit welchen Chancen und Risiken sind Familienunternehmen ausgestattet? Was ist ihr Schlüssel zum Erfolg oder auch welchen Veränderungserfordernissen sehen sie sich gegenüber gestellt, um zu überleben?
Die Autoren haben regelmäßig persönliche Gespräche mit den Beteiligten geführt, und gewissenhaft analysiert, was über Glück und Unglück eines Familienunternehmens mitentscheidet.
Die lange Zeit eher altmodisch verschrieenen Familienunternehmen, erleben in diesen Tagen eine Renaissance. Nach dem „Auf und Ab“ der New Economy, erinnert man sich wieder an traditionelle Werte, die in Familienunternehmen schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben.
Was unterscheidet diese nun genau von anderen Organisationen? Mit welchen besonderen inneren und äußeren Bedingungen gehen die Menschen dort um und wie gelingt es ihnen, unterschiedliche Ansprüche einer Familie versus der des Unternehmens konstruktiv zu verbinden? Im Buch finden Sie erste Antworten!
Nun zu den konkreten Inhalten: Auf ca. 250 Seiten im Format DinA5 finden Sie 9 Hauptkapitel:

Einleitung: Eher zufällig ergab sich das zu erforschende Thema, als die Autoren mit Familienunternehmern zusammensaßen und anfingen sich zu fragen wie Familienunternehmen eigentlich funktionieren.

Die wissenschaftliche Ausgangssituation:
Das Dreiecksverhältnis: Familie – Eigentümer – Unternehmer bildete die Grundlage für die nachfolgenden Überlegungen. Erste Erkenntnis war: „Die Erfolgsgeheimnisse von Mehr- Generationen-Familienunternehmen liegen unseres Erachtens in ihrer Fähigkeit, Paradoxien zu managen.“ (S. 23)

Paradoxie-Management in Familienunternehmen:
„Im Familienunternehmen droht die Gefahr, sich in Paradoxien zu verstricken, immer dann, wenn sachorientierte zu personenorientierten Entscheidungskriterien in Widerspruch geraten und es nicht klar ist, wie im Zweifel die Prioritätensetzung erfolgt.“ (S. 30)

Die Familie:
Hier wird zwischen folgenden Formen unterschieden und anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt, wie sich Familien zu Unternehmen entwickeln:
a) Die Kernfamilie
b) Die Mehrgenerationen Familie
c) Die Re-Inszenierung der Kleinfamilie
d)  Die Stammesorganisation
Das Mehr-Familienunternehmen
Die Großfamilie als Organisation
Wichtige Erkenntnis hier: Je mehr Regelungen die Abläufe bestimmen, umso höher ist die Bindung der Beteiligten ans Unternehmen. Je mehr Freiheit, umso mehr wird eine gewisse Unverbindlichkeit ermöglicht die durch offene Regeln mehr Spielräume für persönliche Innovationen lässt. Diese Korrelation entscheidet jedoch nicht automatisch über Erfolg oder Misserfolg. Es scheinen jedoch beide Faktoren, zu unterschiedlichen Familien und ihren Rechtsformen besser oder schlechter zu passen. Als optimal wird von den Autoren ein Mindestmaß an Regelung gesehen, welches jedoch dem Einzelnen gewisse Freiheiten ermöglicht und so auch individuelle Potenziale fördert.

Das Unternehmen:
Folgende These leitete die Überlegungen: „ Das Management von Familienunternehmen bzw. von Familien und Unternehmen ist mit Widersprüchen zwischen den unterschiedlichen Regeln und Werten von Unternehmen und Familien konfrontiert, die zu paradoxen Handlungsaufforderungen führen…die Langlebigkeit von Familienunternehmen ist möglicherweise dadurch zu erklären, dass sie die Paradoxien nicht durch die Spaltung der beiden Bereiche beseitigen, sondern dadurch, dass sie die Paradoxien am Leben erhalten und sich damit einem Dauerkonflikt aussetzen.“ (S. 127)

Das Management von Paradoxien als Erfolgsfaktor:

Einige – von insgesamt 6  - Grundparadoxien seien hier beispielhaft benannt:
Familien und deren Spielregeln als Ressourcen für das Unternehmen. VERSUS: Familien und ihre Spielregeln als Gefahr für das Unternehmen
Die Idee der Gerechtigkeit in der Familie beruht auf Gleichheitserwartungen und Gleichbehandlung. VERSUS: Die Idee der Gerechtigkeit im Unternehmen beruht auf Ungleichheitserwartungen und Ungleichbehandlung. Eine Erkenntnis hier: „Mitglieder erfolgreicher, langlebiger Familienunternehmen müssen es aushalten, dass es normal ist, in jedem Feld anders bewertet zu werden. Familienmitgliedschaft ist kein Wert an sich… und verschafft keine Privilegien im jeweils anderen Spielfeld.“ (S. 176)
Die Identität...der Familie wird durch Traditionen gewährleistet (Vergangenheitsorientierung). VERSUS: Unternehmen bedürfen eines hohen Innovationsgrades, wenn sie materiell überleben wollen (Zukunftsorientierung). Eine wichtige Beobachtung zu diesem Thema: „Langlebige Familienunternehmen zeichnen sich alle durch die Fähigkeit aus, sehr genau unterscheiden zu können, an welchen gewachsenen Traditionen es festzuhalten gilt und in welchen Fragen der Unternehmensentwicklung ein hohes Maß an Flexibilität und Veränderungsbereitschaft gefordert ist.“ (S. 203)
Mehr-Generationen-Familienunternehmen – ein Modell für nachhaltig erfolgreiche Unternehmensführung: Leider widmet man sich nur auf 6 Seiten diesem Thema und bietet damit Platz für weitere Forschung und Literatur! Essenz: Hier scheint mehr der bescheiden und integer ausgestattete Persönlichkeitstyp als Führungskraft anerkannt zu werden.
Die andere Art des Kapitalismus? – das Shareholder-Value-Konzept als Gegenmodell zum Familienunternehmen: Das Share-Holder-Value Modell wird genauer unter die Lupe genommen und auch dessen potentielle Gefahren angerissen (Bsp.: Was bedeutet es möglicherweise, die Strategie und Führung hauptsächlich an außenliegenden und sch kurzfristig verändrbaren Interessen wie denen des Kapitalmarktes oder Anteilseigner auszurichten?)

Schlussbemerkung

Literatur
Über die Autoren

Zielgruppe:
In 1. Linie werden sich natürlich Familienunternehmer angesprochen fühlen oder Personen die in Familienunternehmen tätig sind. Für diese Personengruppe kann es hilfreiche Hinweise geben die eigenen Strukturen und Kräfteverhältnisse auf den Prüfstand zu stellen, und sowohl sinnvolle als auch notwendige Änderungen vorzunehmen.
Auch die Gruppe der Berater kann wichtige Erkenntnisse gewinnen, um die Besonderheiten dieser Organisationen besser einschätzen zu können. Scheinbar auf den 1. Blick Unverständliches solcher Firmen, wird durch die Lektüre nachvollziehbar und auch „sinnvoll“.

Resümee:
Lesenswert! Ein Beginn, sich Unternehmen anders zu nähern als rein unter der Berücksichtigung der Bilanz, ein mutiger Schritt hinter die Fassaden der Unternehmen zu blicken. Hier auch mutig von den gefragten Familienunternehmern selbst, die sich auf das Risiko einließen, in gewissem Rahmen Internes preiszugeben, was – angesichts der Regeln dieses Unternehmenstypus – besonders erstaunlich ist. Der Rezensentin hat es Mut gemacht, sich durch scheinbar selbstverständliche Grundsätze auch in anderen Themenbereichen, nicht abschrecken zu lassen, genau diese zu hinterfragen und nach möglichen – evtl. sogar sinnvolleren - Alternativen zu suchen.
(mit freundlicher Genehmigung von MWonline.de)





Die websites der Autoren Fritz B. Simon, Rudolf Wimmer und  Torsten Groth





Verlagsinformation:

"Familienunternehmen gelten vielen als altmodisch oder gar als "Auslaufmodelle". Das Gegenteil ist der Fall. Das zeigt die Studie zu den Erfolgsmustern von Mehr-Generationen-Familienunternehmen, die an der Universität Witten/Herdecke erstellt wurde und die in der Presse bereits viel Aufmerksamkeit gefunden hat.
Die Autoren konnten "Familienoberhäupter", Gesellschafter und/oder Vorstände bekannter und erfolgreicher Familienunternehmen wie Oetker, Merck, C&A, Freudenberg, Haniel u. a. für dieses ungewöhnliche gemeinsame Forschungsprojekt gewinnen. Aus der Insiderperspektive wird analysiert, wie es in den jeweiligen Unternehmen gelingt, die Paradoxien und Konflikte, die aus dem Zusammenwirken von Familie und Unternehmen entstehen, zu meistern und in Erfolgsstrategien umzusetzen. Die Autoren arbeiten diese Bewältigungsstrategien als Schlüssel zur Langlebigkeit der Unternehmen heraus und beschreiben unterschiedliche Formen, in denen die gemeinsame Entwicklung von Unternehmen und Familie organisiert werden kann.
Am Ende steht eine Sammlung der Erfolgsbedingungen für Langlebigkeit und Erfolg. Dabei zeigt sich, dass börsennotierte Unternehmen gegenüber Familienunternehmen - ganz im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung - einen Wettbewerbsnachteil haben, weil ihnen die Familie als stabiler Partner auf der Eigentümerseite fehlt. In der neu entbrannten Kapitalismusdiskussion sind Familienunternehmen ein hervorragendes Beispiel für die "andere Art" des Kapitalismus."


Inhalt:

1.   Einleitung

2.   Die wissenschaftliche Ausgangssituation
2.1  Auf dem Weg zu einer Theorie des Familienunternehmens 16
2.2  Fallstudien - Zur verwendeten Methode qualitativer Sozialforschung 23

3.    Paradoxie-Management in Familienunternehmen
3.1  Zum Begriff der Paradoxie 27
3.2  Paradoxien in Familienunternehmen 30

4.    Die Familie
4.1   Gibt es familiäre Erfolgs- und Risikofaktoren? 39
4.2   Die Kernfamilie: Das Drei-Generationen-Schema 41
4.3   Die Mehr-Generationen-Familie 45
4.4   Die Re-Inszenierung der Kleinfamilie 48
4.5   Die Stammesorganisation 62
4.6   Das Mehr-Familien-Unternehmen 83
4.7   Die Großfamilie als Organisation 90

5.    Das Unternehmen
5.1   Was unterscheidet Mehr-Generationen-Familienunternehmen von großen Publikumsgesellschaften? 126
5.2   Die Kopplung von Familie und Unternehmen: Personen vs. Gremien 127
5.3   Nachfolge 131
5.4   Fremdmanagement/Personalmanagement 136
5.5   Finanzen 144
5.6   Strategische Ausrichtung 146

6.    Das Management von Paradoxien als Erfolgsfaktor
6.1   Grundparadoxien 150
6.2   Paradoxie I: Familie als Ressource und Gefahr für das Unternehmen 153
6.3   Paradoxie II: Emotionen bestimmen die Qualität der Entscheidungen vs. ökonomische Rationalität bestimmt die Qualität der Entscheidungen 160
6.4   Paradoxie III: Gleichheit vs. Ungleichheit als Grundlage von Gerechtigkeit 167
6.5   Paradoxie IV: Shareholder sein, ohne wie ein Investor zu handeln 186
6.6   Paradoxie V: Faktische Abhängigkeit des Unternehmens von der Umwelt (Offenheit des Systems) vs. Ideal der Autonomie der Familie (Geschlossenheit des Systems) 195
6.7   Paradoxie VI: Identitätserhalt der Familie vs. Wandlungsfähigkeit des Unternehmens 200
6.8   Die Großfamilie als Ort und Mittel der Paradoxie-Auflösung 204

7.    Mehr-Generationen-Familienunternehmen - ein Modell für nachhaltig erfolgreiche Unternehmensführung
7.1   Das Überleben des Unternehmens als Maßstab des Erfolges 222
7.2   Führungsprinzipien 223

8.    Die andere Art des Kapitalismus? - Das Shareholder-Value-Konzept als Gegenmodell zum Familienunternehmen
8.1   Zwei Finanzierungsmodelle - zwei Unternehmenstypen 228
8.2   Das Shareholder-Value-Konzept: Entscheidung für Partikularinteressen statt Paradoxie-Auflösung 234
8.3   Konsequenzen des Shareholder-Value-Ansatzes für die Unternehmensführung 236
8.4    Die Gefahren des Shareholder-Value-Ansatzes 243

9.    Schlussbemerkung 249



Autoren:

Fritz B. Simon, Dr. med. habil., ehem. Professor für Führung und Organisation am Institut für Familienunternehmen der Universität Witten/Herdecke. Systemischer Organisationsberater, Psychiater, Psychoanalytiker und systemischer Familientherapeut. Geschäftsführender Gesellschafter des Management Zentrum Wirten GmbH und der Simon, Weber and Friends – Systemische Organisationsberatung GmbH. Autor bzw. Herausgeber von ca. 200 wissenschaftlichen Fachartikeln und 18 Büchern, die in 10 Sprachen übersetzt sind.

Rudolf Wimmer, Dr. jur., Professor für Führung und Organisation, Institut für Familienunternehmen der Universität Witten/Herdecke. Geschäftsführender Gesellschafter der OSB, Gesellschaft für systemische Organisationsberatung GmbH. Langjähriger Mitherausgeber und Redakteur der Zeitschrift OrganisationsEntwicklung.

Torsten Groth, Dipl.-Soz.-Wiss., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Familienunternehmen der Universität Witten/Herdecke. Trainer, Berater und Projektleiter am Management Zentrum Witten.




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