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Kurzvorstellung zur Übersicht
06.07.2008
Karl Baumann: Organisation der Strategie. Konstruktionen und Dekonstruktionen
Baumann: Organisation der Strategie Verlag für systemische Forschung im Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2005

265 S., broschiert

Preis: 24,95 €

ISBN-10: 3896703404
ISBN-13: 978-3896703408
Carl-Auer-Verlag





Norbert Schlüpen, Bonn:

Dem Autor wurde für die vorliegende Publikation, die auf seiner Dissertation beruht, der Alpen-Adria Wissenschaftspreis 2004 verlieren. Die zweite Auszeichnung. Die erste Auszeichnung ist die Sprache, Denke und Darstellungskunst des Verfassers. Ungewöhnlich, gewöhnungsbedürftig und daher beeindruckend. Nach dem Vorwort folgt eine Ouvertüre, ohne eindeutig der Beginn zu sein. Wir werden in das Prinzip der Unterscheidung von Spencer-Brown, also in dessen Formenkalkül, eingeführt und lassen es wie einen bunten Faden im Verlauf der Lektüre schelmisch liegen. Als Einführung in die Strategie folgt eine Frage nach der passenden Strategie für eine Einführung in die Strategie. Diese wird dann in polygame dyadische Beziehungen erlebt, mal mit der Disziplin, mal mit Zielen, dann mit Sprache. Es ist ein Kommen und Gehen der Ideen und Gedanken, zirkulär, ohne erkennbaren Anfang und ohne abschließendes Ende, anscheinend willkürlich, immer wieder überraschend und durchgängig paradox. Peng! Eben noch bei den strategischen Erfolgsrezepten, schon bei der Liebe, dem Respekt, der Wirklichkeit und der Frage nach der Ethik. Das soll ein begrenzter Leser emotional verarbeiten! Gott sein Dank doppelt der Autor manche Zitate (S.15 z.B. und S.59, Gandhi zum Frieden). So bleibt Zeit zum Durchatmen. Auch kultiviert der Autor das allerdings nicht stringent durchgehaltene Trennen der Wörter: Wirk-lichkeit, Ein-Sichten, ent-wickeln, zu-geordnet, weil „Wortbedeutungen...subjektive Konstrukte“ sind. Der Trennstrich lässt innehalten, ich neige dazu, ent-schleunigt und ver-langsamt zu lesen. Das halte ich auch für nötig, denn Karl Baumann führt noch eine Kunstfigur ein, den Vitalis. Eine Art Kommentator, Off-Stimme, supervisierende Metaebene. „Vitalis......fällt auf, dass alles, was er bisher über Strategie oder Politik gelesen und erlebt hat, immer ein Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Variabilität, Rhetorik oder sogar Dogmatik bei ihm hinterlassen hat und auf eine Optimierung immer wieder die nächste Optimierung folgte usw.“ (S.220) Vitalis beschreibt und erklärt, was Baumann schreibt, klärt und zeichnet. Grafiken. Um eine Theorie von Theorien zu visualisieren. Denn es gäbe Theorien, die keine Instrumente produzierten, mit denen Vitalis hätte arbeiten können. Und damit wären wir mittendrin in den Endlosschleifen der Theorie-vs-Praxis-Differenz-Widerspruch-Paradoxien. Am Ende oder ist es der Anfang (?) erstellt Vitalis noch eine Synopse der Paradoxien in sozialen Systemen, die mit 0 beginnen -mit Leben und Tod- und mit 16 enden, mit Kritikfähigkeit und Autorität. Dazwischen Chaos und Ordnung, Autonomie und Zentralismus, Kooperation und Spezialisierung, Struktur und Prozess. Ein Buch für Liebhaber der Zeit, Begriffe und Überraschungen.
(mit freundlicher Erlaubnis aus systhema 1/2006)





Zur website und zum Blog "Zettel" von Karl Baumann





Verlagsinformation:

Es werden die wesentlichen Theorien zu Strategie und Organisation voraussetzungsvoll kritisiert. Durch die präzise Wiedergabe der Gedankenwelt (in Person der Kunstform "Vitalis"), die sich während umfangreicher Organisationsberatungsprojekte beim Autor entwickelt hat, konstruiert sich ein Weg zwischen "unbrauchbarer Theorie" und widerspenstigen praktischen Erfahrungen. Der Text ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Er bietet eine kritische Auseinandersetzung ohne klaren Anfang und Ende, die an die Stelle üblicher linear verfolgter Argumente, abstrakt idealistischer Aussagen und Modellspekulationen tritt. Der Untersuchungsgegenstand wird nicht zugerichtet, bis er zu einer Methode passt. Der Autor geht erfahren von der Offenheit und Unsicherheit in der Organisation der Strategie aus und macht dies erlebbar zum Thema.


Inhalt:


Ouvertüre
I.1. Einteilung von Organisationen?
I.2. Dialektik von Gutsformen und Frieden


II.Strategie eine Einführung

II.1. Strategie und Disziplin
II.2. Strategie und Ziele
II.3. Strategie und Sprache
II.4. Strategische Erfolgsrezepte
II.4.1. Knappheit und Angst
II.4.2. Vielheit und Hoffnung
II.4.3. Liebe, Respekt und ständiges Fragen nach Wahrheit
II.5. Klassische Sicht des Strategie(planungs)prozesses
II.5.1. Kritik der klassischen Sicht
II.5.2. Moderne Strategien und double-bind

III. Konstruktionen und Dekonstruktionen

III.1. Mentale Modelle und Szenario Planung
III.2. Vitalis ...
III.3. Portfolio-Analyse
III.4. Sozialisierung und Phasen der Gruppendynamik
III.5. Vitalis ...
III.6. Die Konzeption von Strategischen Geschäftseinheiten nach Welge/Al-Laham
III.7. Unterscheidung zweier Idealtypen der (Strategie-)Beratung
III.8. Muster des Denkens
III.9. Vitalis ...
III.10. Rituals of Verification
III.11. Vitalis ...
III.12. Die vier Evaluationsgenerationen
III.13. Die politische Organisation nach Mintzberg
III.14. Vitalis ...
III.15. Die drei Formen von Politik nach Kirsch
III.16. Vitalis ...
III.17. Leistung und das moderne Management-Instrument der internen Unternehmensrechnung
III.18. SCP-Ansatz, Porter und die Prozesseffizienz
III.19. Inhalt, Kontext und Prozess
III.20. Ver-Sprechungen von Kaplan/Norton
III.21. Chandlers "structure follows strategy"
III.22. Erfolg und Kennzahlen in einem neo-klassischen Wirtschaftsraum
III.23. Anreizsysteme als Steuerungssysteme in dezentralen Organisationen
III.24. Theoretische Grundlagen organisatorischer Strukturgestaltung
III.25. Steuerungs- und Kontrollversagen im Dritten Sektor
III.26. Der Bürokratieansatz von Max Weber und die Organisationsprinzipien des "Administrativ Ansatz" von Henri Fayols
III.27. The Great Transformation
III.28. Vitalis ...

IV. Literaturverzeichnis


Vorwort des Autors:

Der Text ist der Versuch, genau jenen kleinen Ziegelstein im Gesamtgebäude des Verstehens, den ich mir selbst über die Jahre angeeignet habe, auszuformulieren und unter der Zuhilfenahme von Vordenkern und wissenschaftlicher Quellen zu argumentieren. Somit wird im Text sehr viel über Ästhetik auch geschrieben, der Text selbst ist als ästhetischer Akt oder eben als das Ergebnis eines solchen zu verstehen. "Keiner gelangt je so hoch hinauf wie derjenige, der nicht weiß, wohin er will" (Cromwell, in: Pirsig 2000, S. 221).
Der Text versucht ganz unterschiedlichen Theoriegebilden nachzugehen und die unterschiedlichen Impulse von dort einzuarbeiten. Dies ist deshalb so enorm schwierig, da das Selbstverständnis in den Begrifflichkeiten (Sprachen) weitestgehend unterschiedlich ist. So wird im Text das Selbstverständnis der Begriffe, wie es von Niklas Luhmann entwickelt wurde, weitestgehend übernommen. Insofern versteht sich der Text als interdisziplinär in der Form, als er versucht eine Brücke zwischen den verschiedenen Disziplinen zu bauen.
An dieser Stelle sei auch gesagt, dass der Text mitunter aus ganz egoistischen Überlegungen entstanden ist. Er versucht die Ein-Sichten der Wahrheitsforschung (sozialer Konstruktivismus) sowie das Denken aus der Mitte (vgl. Deleuze/Guatarri 1977, Loy 1997) und somit in Zyklen, ohne erkennbaren Anfang und Ende, die Transformation, weiter zu verstehen und zu verarbeiten. Es sind Ein-Sichten, die aus den Zwischenräumen, den Unterschieden und den Geflechten einer eigenen Denkstruktur sich immer wieder in verschiedenen Momenten kristallisieren.
Eines kann ich heute sagen, dass der Versuch, die Dinge und Undinge so zu erklären, wie man sie selber sieht, eine wesentlich schwierigere Aufgabe darstellte, als sich einem Dogma zu verschreiben oder einfach das zu tun, was alle anderen auch tun. Es bringt vor allem Einsamkeit mit sich, da die Zahl derer, die sich an die Grenze des Denkbaren wagen, zu schrumpfen scheint. Vor allem kann das, was einmal gedacht wurde, nicht mehr rückgängig gemacht werden, die Grenze, die niedergerissen wurde, nicht mehr so wie vorher aufgebaut werden. So soll hier schon stehen, dass Ein-Sichten immer nur Aus-Sichten beinhalten.
Die Paradoxie ist ein zentrales Element des Textes, in zweierlei Hinsicht. Der Text (1) handelt an mehreren Stellen von oder über die Paradoxie und (2) der Text ist für sich paradox. Der Text ist Strategie und zugleich spricht er von oder über Strategie, er macht Politik und zugleich spricht er von oder über Politik, der Text benötigt Fähigkeiten und spricht von oder über Fähigkeiten etc. Somit kann gesagt werden, dass der Text die Paradoxie zur impliziten Methode desselben macht.
Als solcher fügt er sich in eine Reihe der wissenschaftlichen Texte ein, die den zirkulären Schluss am Anfang sehen, (vgl. v. Foerster 1993, S. 252ff.) Damit wird die Hoffnungslosigkeit der Situation, um i.w.F. als Ausgangspunkt für Überlegungen über das, worüber gerade nachgedacht wird, zu stehen, zugegeben, in der Hoffnung, die Paradoxie zu mildern. Diese bescheiden anmutende Aussage mag verdächtig sein angesichts einer Schrift, die da vorgibt, etwas über Strategie und Organisation zu wissen. Zu Recht, als Illusion bleibt der Kral des Wissens als kulturzeitlich spezifische Metaphysik stehen.
War die zentrale intellektuelle Faszination des 20. Jhd. die Entdeckung des Beobachters, so könnte es im 21. Jhd. die der Entdeckung der Paradoxie sein.

Es gibt Menschen, die arbeiten ihr Leben lang dafür, dass es besser wird, egal wie es ihnen dabei ergeht.
Es gibt Menschen, die arbeiten ihr Leben lang dafür, dass es für sie besser wird, egal wie es den anderen dabei ergeht.
Es gibt Menschen, die arbeiten ihr Leben lang dafür, dass diejenigen, die glauben, dass es besser werden kann, nicht weiter daran glauben, dass es besser werden kann.
Es gibt Menschen, die einfach nicht denken.

Von solchen Verhältnissen handelt dieser Text - rhizomartig und absurd.


Über den Autor:

Karl Baumann, Dr., lebt in Wien und arbeitet als Unternehmer-Berater und freier Wissenschaftler. Er ist Lehrbeauftragter an der Karl-Franzens-Universität Graz und Gründer verschiedener Unternehmen. Ausgezeichnet mit dem Alpen-Adria Wissenschaftspreis 2004.





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