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Kurzvorstellung zur Übersicht
08.07.2007
Ilka R. Hoffmann: Changing Perspectives - Changing Solutions. Activating Internal Images for Change in Systemic Brief Therapy
Hoffmann: Changing Perspectives Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2007

181 S., Paperback (englisch)

Preis: 19,95 €
ISBN-10: 3896703838
ISBN-13: 978-3896703835
Carl-Auer Verlag





Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung der Systemischen Gesellschaft (SG) wurde der wissenschaftliche Förderpreises der Gesellschaft in Höhe von 3.000 Euro an Dr. Ilka R. Hoffmann aus Berlin für Ihre Arbeit „Changing Perspective – Changing Solutions. An Approach for Explicit Analogue Activation of Internal Client Resources in Systemic Brief Therapy“ verliehen. Sie stellt in ihrer Arbeit eine neue Methode vor, wie man KlientInnen im Prozess der Aktivierung eigener (innerer) Ressourcen so unterstützen kann, dass eine Veränderung zweiter Ordnung auftritt, während man gleichzeitig versucht, den therapeutischen Einfluss bezüglich des Inhaltes dieser Veränderung zu minimieren. Klientenressourcen sollen so auf systematische Weise explizit aktiviert werden, damit diese genutzt werden können, um die bisher unbefriedigende oder erfolglose versuchte Lösung auf selbstbestimmte Weise zu unterbrechen (Veränderung zweiter Ordnung).
Grundlage für ihre nun vorliegende Arbeit war ein zweieinhalbjähriger Forschungsaufenthalt am Brief Therapy Center des Mental Research Institutes (MRI) in Palo Alto, Kalifornien/ USA. Dabei beobachtete Hoffmann, dass implizite therapeutische Interventionen zu Blockaden im psychotherapeutischen Prozess sowie zum vorzeitigen Abbruch der Therapie führen können. Ilka Hoffmann entwickelte dazu den Ansatz der explizit analogen Interventionen in der Systemischen Kurzzeittherapie, welcher am MRI exemplarisch an Klientinnen und Klienten mit chronischem Schmerz untersucht wurde. Es ist eine Weiterentwicklung des am MRI von Paul Watzlawick und Richard Fisch (1974) entwickelten Brief Therapy Models.

Anlässlich der Verleihung des Forschungspreises hat Ilka Hoffmann in Mainz am 16.5.07 ihren Ansatz in einem Vortrag vorgestellt, den sie für systemagazin nachfolgend zusammengefasst hat:

Ausgangspunkt für meine Forschungsarbeit war das von Watzlawick, Fisch und Weakland am Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto (USA) entwickelte Brief Therapy Model. Diesem Modell liegt das Konzept der Veränderung zweiter Ordnung zu Grunde, welches auf der Annahme basiert, dass Probleme durch (erfolglose) versuchte Lösungen (attempted solutions) aufrechterhalten werden. Weiterhin wird angenommen, dass dieser „Teufelskreis“ für eine Problemlösung durch Interventionen von Experten unterbrochen werden muss. Diese Art von Interventionen nenne ich „implizite Ressourcenaktivierung“, zumal die Interventionen für die Klienten nicht transparent sind. Werden die Interventionen von den Klienten angenommen, ist dieses Modell sehr hilfreich. Problematisch an diesem Modell kann jedoch sein, dass die Richtung der therapeutischen Interventionen oft gegen den „common sense“ der Klienten geht und diese somit nicht immer akzeptiert werden, was zum Therapieabbruch führen kann. Dies lässt sich am Beispiel der Magersucht gut verdeutlichen: Meist hält die versuchte Lösung der Eltern, nämlich die Tochter auf jede erdenkliche Weise zum essen bewegen zu wollen, das Problem aufrecht. Wenn die Richtung der therapeutischen Intervention nun darauf ausgerichtet ist diese versuchte Lösung zu unterbrechen, bedeutet das, dass die Therapeutin versucht die Eltern durch eine (implizite) Intervention von der Haltung „du musst essen!“ zu „ du sollst nicht essen!“ zu bewegen. Da die Eltern jedoch um das Leben ihrer Tochter fürchten, kann es schwierig für sie sein eine Intervention in diese Richtung anzunehmen.
Ziel meiner Forschungsarbeit war es
a) das Nützliche des MRI-Modells zu bewahren, nämlich das Konzept der Veränderung 2ter Ordnung, welches sehr relevant bei chronischen Problemen ist (Teufelskreis der versuchten Lösung);
b) das Problematische des MRI-Modells zu verändern: nicht akzeptierte therapeutische Interventionen und den Kontext des therapeutischen „Expertentums“.
Meine Idee war: Wenn Klienten therapeutische Interventionen zur Unterbrechung ihrer versuchten Lösung nicht akzeptieren, wären eventuell eigene Ideen der Klienten hilfreicher. Das hieße, eine Veränderung zweiter Ordnung müsste durch explizite anstatt durch implizite Ressourcenaktivierung angeregt werden. Während einer Diskussion mit Richard Fisch bezüglich meiner Idee entgegnete dieser: „Wenn Klienten eigene versuchte Lösungen unterbrechen könnten, hätten sie es getan und wären nicht in Therapie“. Meine Vermutung war, dass die Klienten eine Musterunterbrechung deshalb bisher nicht erreicht hatten, weil sie auf der rational-logischen Ebene über ihr Problem nachgedacht haben und ihnen somit ihr „common sense“ im Weg war. Durch einen Perspektivwechsel auf die analoge Ebene könnten sie ihre „Ratio“ umgehen und das Muster ihrer versuchten Lösung mit Hilfe ihrer inneren Ressourcen unterbrechen. Aus dieser Vermutung entstand mein Konzept der Veränderung zweiter Ordnung durch explizite Ressourcenaktivierung auf der analogen Ebene: Explizit analoge Interventionen in der Systemischen Kurzzeittherapie.
Die entwickelte therapeutische Methode geht von der (erfolglosen) versuchten Lösung der Klienten aus und regt eine Analoge Präsentation dieser Lösung durch innere Bilder an. Auf der Ebene seiner eigenen inneren Bilder wird der Klient dann im Veränderungsprozess begleitet. So sah eine Klientin sich in ihrem inneren Bild für die versuchte Lösung als Soldat in der Grundausbildung. Als Soldat sollte sie mit einem Seil über eine Mauer klettern, schaffte es aber nicht. Im Prozess der Analogen Präsentation entdeckte die Klientin, dass der Soldat aber auch außen herum gehen könnte.
Der Vorteil von explizit analoger Ressourcenaktivierung ist, dass die Klientenressourcen genutzt werden und dass sowohl die Größe der Veränderung als auch das Timing von den Klienten selber bestimmt werden kann. Darüber hinaus erleben die Klienten es als sehr positiv, selber zu Lösungen gekommen zu sein
Empirisch untersucht wurde die für den Veränderungsprozess zentrale Phase des Modells, die Phase der „Analogen Präsentation“. Für die Untersuchung wurde eine eigene qualitative Forschungsmethode entwickelt, bestehend aus einer strukturellen und einer sequentiellen Datenanalyse. Ergebnis der Untersuchung war unter anderem ein deskriptives Modell des Prozesses der Analogen Präsentation. Darin enthalten ist das ursprüngliche Konzept für diese Phase und neue Entdeckungen durch die Forschung: Wie man mit „Störungen“ im Prozess umgehen kann. (Bsp.: Wenn es Gegenstimmen zur neuen Lösung gibt). Auch diese „Störungen“ können durch explizit analoge Ressourcenaktivierung durch die Klienten selber aufgelöst werden
Die Möglichkeit Klientenressourcen explizit, also direkt, aber auf der analogen Ebene zu aktivieren steht auch nach Abschluss meiner Forschungsarbeit im Zentrum meines Interesses als Therapeutin, Trainerin, Forscherin und Autorin. Ich mache mit diesem Ansatz gute Erfahrungen in der Praxis und experimentiere mit Möglichkeiten der Erweiterung auf andere Modalitäten."


Über die Autorin:

Ilka Hoffmann hat sich an der Freien Universität promoviert. Sie studierte in Darmstadt Psychologie und ist in Berlin freiberuflich tätig, unter anderem als Systemische Therapeutin und Trainerin.

Verlagsinformation:

As today more and more clients suffer from chronic problems, interrupting the vicious cycle of problem-maintaining patterns is increasingly relevant in psychotherapeutic practice. This book introduces a new method for the interruption of these vicious cycles. The presented therapeutic approach is based on Watzlawick's, Weakland's and Fisch's concept of second-order change, but re-introduces this concept from a "non-expert" stance: Instead of interrupting the client's unsuccessful attempted solutions through therapeutic expertise, the client's internal images are activated for change. With a discussion of the relevant theoretical concepts and a detailed description of the therapeutic approach, this book is equally interesting for practitioners and researchers. It provides a new perspective on resource activation and pattern interruption in the field of Systemic Brief Therapy.
For this book, Ilka R. Hoffmann was awarded the "Sponsoring Prize of the German Systemic Society 2007".



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