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Kurzvorstellung zur Übersicht
27.02.2007
Johannes Schopp: Eltern stärken. Dialogische Elternseminare: Ein Leitfaden für die Praxis
Schopp Eltern stärken Verlag Barbara Budrich, Opladen 2006
2. überarbeitete Auflage

272 S., broschiert

Preis: 18,80 €
ISBN-10: 3866490364
ISBN-13: 978-3866490369
Verlag Barbara Budrich





Cornelia Tsirigotis, Aachen:

Direkt am Anfang: In der Vielfalt der Konzepte zur Elternkursen und -seminaren hebt sich für mich das Buch von Johannes Schopp sehr positiv von andern ab. Grund dafür ist die gesamte dem Buch und seinem Ansatz zugrunde liegende Haltung von Respekt und Menschlichkeit. Es gelingt ihm, dies in seinen Beschreibungen lebendig werden zu lassen. Grundlage von Johannes Schopps Arbeitsphilosophie ist Bubers Idee vom Dialog, von der Begegnung im „Ich und Du“. Weitere Bausteine des theoretischen Hintergrundes sind Antonovskys Salutgenese-Konzept und Banduras Überlegungen zur Selbstwirksamkeitserwartung. Darauf baut sich eine konsequent ressourcenorientiertes Konzept für Elternseminare auf, die trotz des hohen Anspruchs und dem vollkommenen Fehlen von Rezepten und Anweisungen niederschwellig sind und an Eltern gerichtet, die sich mit schwierigen Fragen wie Drogenproblemen   etc. auseinandersetzen wollen. Johannes Schopp zeigt auch ausführlich und in kleinen nachvollziehbaren Schritten auf, wie sich eine Haltung ohne Anleitung und Besserwisssen umsetzen lässt und welche Selbsterfahrungskompetenzen ein Seminarleiter, der Dialogbegleiter sein will, braucht. Die Seminare sind in der Konzeption, im Ablauf und mit den  verwendeten Arbeitsmaterialen dargestellt.
Über die inhaltlichen Fragen hinweg ist das Buch auch schön gestaltet. Zitate am Rand laden zu Abstand und Reflexion ein. Insgesamt ein Buch, das anregt, sich nicht auf die Schiene schneller Rezepte und Regelbefolgungstendenzen einzulassen und dass auch zur Klärung der eigenen Haltung und des eigenen Standpunktes zur Fragen von Erziehung ebenso  wie zur professionellen Elternarbeit inspiriert.






Eine weitere Rezension von Michael Schnabel (Staatsinstitut für Frühpädagogik München) für socialnet.de.





Verlagsinformation:

Was brauchen Eltern heute, um den Herausforderungen im Zusammenleben mit ihren Kindern gewachsen zu sein? Der Autor entwirft in die sem Buch über eine Pädagogik des Dialogs Schritte für eine neue Erziehungs- und Lernkultur. "Eltern Stärken" wendet sich in erster Linie an all jene, die mit Eltern arbeiten - ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen etc. - aber auch an interessierte Eltern. "Eltern Stärken" erreicht Eltern auf einer Ebene, die es ihnen ermöglicht, starke Partner für ihre Kinder zu sein. Während andere Autoren die "Erziehungskatastrophe" beschwören, belegt dieses Buch, dass alle Eltern ihre Stärke bereits in sich tragen, dass sie sie nur wieder finden müssen.


Über den Autor:

Johannes Schopp - Jahrgang 1954. Vater zweier erwachsener Kinder, Erwachsenenbildner, Dialogprozess-Begleiter (Facilitator), Ausbildung von Dialogbegleitern in der Elternbildung, Entwicklung des Konzeptes „Eltern Stärken“, Diplom Sozialarbeiter, Weiterbildungen u. a. in systemischer Familientherapie, New Identity-Process, Referent für Elternbildung im Jugendamt Dortmund, Autor.


Inhalt:

Vorwort von Sigrid Tschöpe-Scheffler
Einführung

1. Wie Eltern ihre Potenziale entdecken können
Fragen als Schlüssel zu den Stärken
Von der Defizit- zur Ressourcenorientierung
Gerade Krisen machen stark
Von der passiven Haltung zur aktiven Lebensbewältigung

2. Das Wesen des Dialogs
Dialog ist mehr als eine Kommunikationsform
Das ANDERE im Anderen wird bestätigt und respektiert
Das Sein ist wichtiger als der Schein
Wie die Dialogische Haltung erlernt werden kann
Dialogische Kernfähigkeiten
Die Haltung eines Lerners verkörpern
Radikalen Respekt zeigen
Sich öffnen für andere Ansichten und Überzeugungen
Von Herzen sprechen
Zuhören und verstehen wollen
Den Dialog verlangsamen
Annahmen und Bewertungen in der Schwebe halten
Den Denkprozess offen legen
Eine erkundende Haltung üben
Sich selbst als Dialogbegleiter aufmerksam beobachten
Grenzen des Dialogs
Zusammenfassung

3. Die fünf Lernebenen der Dialogischen Elternarbeit
Lernebene l: Das Wissensspektrum erweitern - Der Sachaspekt
Methode der reinen Wissensvermittlung
Sachwissen und Persönlichkeitsstärkung
Lernebene II: Das Denken, Fühlen und Können des Anderen wahrnehmen - Der Beziehungsaspekt
Gemeinsame Suche nach Antworten
Den Rahmen schaffen für einen Dialog
Beziehung und Persönlichkeitsentfaltung
Lernebene III: Sich dem Thema persönlich stellen - Das Selbstbild
Was habe ICH mit dem Thema zu tun?
Sich spiegeln als Weg zur Selbst-Erkenntnis
Selbsterkenntnis gehört zum persönlichen Wachstum
Selbst gestellte "Hausaufgaben"
Lernebene IV: Den roten Faden des Lebens suchen - Biografiearbeit
Woher komme ich?
Erkennen des individuell Bedeutsamen
Die Lebensgeschichte als "Lerngeschichte"
Lernebene V: Die Frage nach dem Lebenssinn
Mit Eltern dem "Unerklärbaren" auf der Spur
Wir können von den Kindern lernen
Grenzen gegenseitigen Verstehens
Spiritualität und Sinnorientierung
Sinnsuche im Dialog
Zusammenfassung

4. Der Dialogbegleiter und seine Aufgaben
Einen Lern-Raum schaffen
Loslassen und Sich-verändern ermöglichen
Ängste zulassen und Sicherheit und Wertschätzung vermitteln
Die Kraft der Groß-Gruppe nutzen
Durch Dialogische Arbeit auch "bildungsferne" Eltern erreichen
Die "Kunst", den Dialog zu ermöglichen
Zusammenfassung

5. Der Seminarablauf
Ein Vorschlag und keine Gebrauchsanweisung
Der Rahmen des Seminars
Die Eltern als Gäste begrüßen
Die Ziele
Checkliste für die Planung
Atmosphäre schaffen
Bevor das Seminar beginnt
Authentizität statt Inszenierung
Lernfortschritte werden selbst bewertet
Was machen, wenn es "kritisch" wird
Ablauf Elternseminar I
Einstieg
Auswertung des Dialog-Karussells
Impulsfragen zum Dialog
Die "goldene Brille"
Auswertung "Goldene Brille"
Fantasiereise: "Eigene Lebensbewältigung"
Auswertung der Fantasiereise
"Hausaufgaben"
Persönliches Schlusswort
Ein "Knoten im Taschentuch"
Ablauf Elternseminar II
Begrüßung
Gefühlsbilder
Auswertung der Gefühlsbilder
Reflexion der "Hausaufgaben"
Auswertung - "Goldene Brille"
Fantasiereise zum "eigenen Kind"
Auswertung der Fantasiereise
Starke Kinder
Persönliches Schlusswort

6. Einstiegshilfen und Übungen für Dialogisches Arbeiten
Dialog-Karussell
Dialog-Regeln
"Energizer"
Übung: Beobachtung oder Bewertung?
Übungen zur Ressourcenorientierung und zum Dialog
Fünf Säulen der Erziehung
Ausflug in die Kindheit
Fundgrube
Den "goldenen Kern" meines Kindes wieder sehen lernen
Mein "Lieblingsfehler"/Mein "Lieblingstrauma"
Geschichten zum gemeinsam Lesen
Der Topf, aus dem ich Kraft schöpfe
Thesen zum Kohärenzgefühl
Anlagen zum Seminarablauf I und II
Elternbrief
Fragen zum Dialog-Karussell
Impulsfragen zum Dialog
Schablone "Kinderfigur"
Fantasiereisen
"Hausaufgaben" - Frage- und Motivationsbogen
Gefühlsbilder
Fantasiereise zu "meinem Kind"
Kopiervorlage - Zwei starke Kinder
Beispiel für "angemessen ungewöhnliche" Fragen



Vorwort von Sigrid Tschöpe-Scheffler

Das dialogische Elternseminar "Eltern Stärken" entspricht so gar nicht dem aktuellen Trend in "Sachen Erziehung". Mit Lösungen für Erziehungsprobleme lässt sich anscheinend zur Zeit besonders dann Quote erzielen, wenn mit klar vorgegebenen Rezepten schwierige Kinder zu (äußerlich!) angepassten und braven Kindern gemacht werden. Und wie das geht, erklären den "unwissenden, dummen" Eltern von oben herab die Erziehungs-Expertin "Supernanny" aus der RTL Fernsehserie oder andere Rezeptwissenverteiler auf dem kommerziellen Ratgebermarkt in der Rubrik: Wie bekomme ich schnell ein braves, gut funktionierendes Kind, ohne mich selbst verändern zu müssen.
In dieser Publikation "Eltern Stärken" von Johannes Schopp werden wir nichts davon finden: kein Fastfoodprogramm für erziehungsschwierige Kinder, keine Sündenbocksuche und schon gar kein Expertenwissen, das Eltern suggeriert, es gäbe den einen einzig richtigen Weg in der Erziehung. Wer das sucht und konkret wissen will, was Eltern tun müssen, wenn Kinder z.B. nicht ins Bett wollen, zu viel fernsehen, ihre Geschwister schlagen oder ihre Aggressionen an den Haustieren auslassen, wird in den dialogischen Elternseminaren und auch in diesem Buch (zum Glück!) keine Expertenantworten bekommen.
Der Dialogbegleiter/die Dialogbegleiterin leiten einen gemeinsamen Denkprozess an, in dem sie sich als Professionelle zurück nehmen. Im Dialog finden die Eltern "IHRE" konkrete Antwort und sie bekommen Vertrauen in ihre eigene Intuition. Diejenigen, die sich auf das Dialogische dieses Konzepts einlassen, bekommen statt eindeutiger Rezepte etwas anderes: sie landen bei sich und ihren eigenen Erfahrungen, Gefühlen, Lebensthemen, Sehnsüchten, Problemen, aber auch bei ihren Stärken und Fähigkeiten, zu denen sie möglicherweise vorübergehend den Zugang verloren haben.
Johannes Schopp nimmt mit seinem Konzept die Eltern als Expertinnen und Experten in eigener Sache ernst, mutet ihnen zu, eigene Wege in der Erziehung zu finden, indem er sich auf einen radikalen Dialog einlässt. In der vorliegenden Publikation beschreibt er seine Erfahrungen und setzt sie in einem Leitfaden für Multiplikatoren in der Elternbildung um.
Das Dialogische Konzept ist zwar ein eigenständiges und in sich schlüssiges Konzept, könnte aber darüber hinaus alle anderen Elternbildungskonzepte um den Aspekt des Dialogischen erweitern helfen.
Erziehung ist in erster Linie Selbsterziehung, das ist mühsam, erfordert einen langen Atem, eigene Antworten und geht schon gar nicht "ratzfatz" (ein Lieblingswort der "Supernanny").
Der Expertenrat, mit dem der Autor arbeitet, sind die Eltern selbst, weil er die Stärken der Eltern voraussetzt, mit ihnen rechnet, auf sie setzt - radikal, grundsätzlich. Wenn davon ausgegangen wird, dass jeder Mensch über ein grundsätzliches Entwicklungs- und Selbstentfaltungspotenzial verfügt, wird damit auch die Möglichkeit der Entwicklung von Selbstheilungskräften vorausgesetzt. Dies geschieht durch eine kooperative und wertschätzende Gestaltung von Beziehungen, in denen Autonomie und die Ressourcen des Menschen einen hohen Wert haben. Das ist die Grundlage dafür, dass eigene Stärken und Fähigkeiten wieder aktiviert und eine Kraft entwickelt werden kann, die bei den Anforderungen der Lebensbewältigung und im Umgang mit Erziehungsschwierigkeiten hilfreich ist.
Da die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in besonderem Maße von der Qualität der Eltern-Kind-Beziehung abhängt, können Unterstützungsangebote für Eltern insbesondere dann als erfolgreich angesehen werden, wenn sie es vermögen, Eltern zu ermutigen in einen selbstreflexiven Prozess zu treten, in dem sie sich mit anderen Eltern über ihre Erziehungsmaßnahmen austauschen und erfahren, dass sie selbst geachtet werden und Wertschätzung durch die anderen bekommen. Durch einen offenen Austausch mit anderen Eltern in der dialogischen Begegnung entstehen neue Sichtweisen, die Eltern helfen, ihr Repertoire an Handlungsspielräumen zu erweitern und selbst offen zu werden für neue, entwicklungsfördernde Verhaltensweisen. Als Folge davon sind Einstellungsänderungen möglich, die durch Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Ressourcenorientierung, Einsicht und Erprobung im Erziehungsalltag zustande kommen können.
Im Gegensatz dazu halte ich es für außerordentlich problematisch, wenn Eltern mit "Erziehungsrezepten" oder abstrakten Informationen konfrontiert werden, von deren unreflektierter Umsetzung in die eigene Erziehungspraxis sie sich schnelle Konfliktlösungsstrategien erhoffen.
Bei der Auswahl geeigneter Elternkurse ist m.E. eines der wesentlichen Qualitätskriterien, ob das Konzept des Elternkurses angstfreie Räume, Anregungen und Möglichkeiten zur Selbstreflexion und Selbsterkenntnis bietet (vgl. Tschöpe-Scheffler 2003a, b). All das sind für die dialogischen Elternseminare grundlegende Voraussetzungen.
Aus diesem Grund möchte ich diesem Buch eine "Quote" gegen den Trend wünschen, da hier nicht nur ein Leitfaden für die Praxis vorliegt, sondern eine alte humanistische Lern- und Erziehungskultur zwischen Eltern und ihren Kindern aber auch zwischen Experten und Eltern als Experten in eigener Sache wieder neu ins Bewusstsein kommt. Es ist die Kultur der radikalen Achtung des Anderen, wie sie nicht nur von Martin Buber, sondern auch von Janusz Korczak, Maria Montessori, Martin Luther King und vielen anderen gelebt und vermittelt wurde. Es ist höchste Zeit, nicht nur im Sinne einer gewaltfreien Erziehung, sich darauf wieder neu zu berufen.



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