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systemagazin special: "Das erste Mal"
Cornelia Hennecke: Vielleicht sind unsere Fragen ein bisschen einfacher geworden

Wenn ich Anfangssituationen erinnere, gibt es zwei markante Zeitpunkte: der erste ist der Beginn meiner beruflichen Laufbahn nach Beendigung meines Studiums, der zweite Zeitpunkt ist mit dem Entschluss verbunden, Mitte der 90iger Jahre das freiberufliche Dasein als systemische Therapeutin und Beraterin zu beginnen. Zu beiden Zeiten gab es einige Episoden, an die ich mich bis heute erinnere.
Hier eine kleine Kostprobe:
Mit 23 Jahren hatte ich mein Diplom als Psychologin in der Tasche und begann1981 nach 5 Jahren Studium auf der Psychiatrischen Aufnahmestation eines großen Landeskrankenhauses in der Nähe von Berlin nun „richtig“ zu arbeiten. Die vielen diagnostischen Aufgaben waren mir eigentlich relativ willkommen, auch wenn das Stöhnen darüber sozusagen zum guten Ton gehörte. In meinen Kompetenzen zur Gestaltung therapeutischer Settings fühlte ich mich dagegen eher unsicher und natürlich unerfahren, was allerdings nach außen durchaus erhabener tönte als ich es ‚wirklich’ fühlte.
Sehr genau erinnere ich mich noch an die therapeutische Arbeit mit einem Anfang 50 jährigen Mann, der unter quälenden, depressiven Verstimmungen litt. Die Frage, die ich mir immer wieder stellte war: Wie soll ich (nunmehr) 24-Jährige für diesen Mann nützlich sein? Ich glaube, mit meinen Erwartungserwartungen habe ich mich damals gelähmt. Im Rückblick nahm ich wohl eher unreflektiert die Rolle einer Tochter ein, die gern ihrem Vater irgendwie geholfen hätte. Wie genau diese Beziehungskonstellation auf andere Weise professionell zu nutzen sein könnte, wäre auch eine gute Frage für die SV gewesen. Leider gab es die damals nicht. Fraglich fände ich allerdings noch heute, ob ich überhaupt gewagt hätte, dieses Thema offen anzusprechen.
Die Erfahrung, die mir bis heute gegenwärtig ist, hat mit einer nahezu intuitiv empfundenen Achtung vor dem Altersunterschied zu tun. Ich habe damals keine andere Idee gehabt als mit empathisch aktivem Zuhören zu reagieren. Aber dies habe ich (vielleicht ebenso intuitiv) respektvoll getan und bin eben da gewesen. Das war für mich damals wichtig und hat zumindest dem Patienten wohl auch nicht geschadet.
… und noch eine kleine Episode aus den Anfangszeiten als Systemische Familientherapeutin:
In einem Familiengespräch hatten wir uns als Ko-Therapeuten wieder mit den unterschiedlichen Sichtweisen und Dynamiken in einer 4köpfigen Familie befasst und viele zirkuläre Fragen gestellt. Außerdem mühten wir uns redlich darauf zu achten, dass alle zu Wort kamen, möglichst gegenseitige Abwertungen schnell unterbrochen wurden, Grenzen eingehalten, zum gegenseitigen Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse ermutigt wurde usw. Dennoch schien die Atmosphäre zäh und angespannt. Insbesondere Vater und Sohn fanden das wohl alles fragwürdig. Nachdem der Vater schon etwa 10 Minuten wieder seine eher schweigsame  Seite gezeigt hatte, sprach ihn mein Kollege darauf an: Was ihn wohl gerade beschäftigt? - war die Frage. Zuerst war Schweigen die Antwort. Und dann (mit einem kleinen Augenzwinkern): „Ich schaue mir gerade ihre Scheuerleisten da unten an. Die sind schlecht gemacht. Das geht wohl auch anders.“
Zuerst saß der 10 jährige Sohn plötzlich gerade auf seinem Stuhl und schaute seinen Vater an. Uns hatte es einen Moment die Sprache verschlagen: eine interessante Musterunterbrechung, leider nicht von uns. Und dann begannen zunächst die Männer ‚Tacheles’ zu reden: was das hier soll, wer was will, was wir dabei tun sollten, was Männer in solchen Situationen tun und lassen, usw.. Die Fähigkeit des Vaters, mit wenigen und einfachen Initiativen große Wirkungen zu erzielen, haben uns noch eine Weile beschäftigt. Eine Verhandlungskultur hat nach diesem Gespräch auch mehr und mehr in der Familie Einzug gehalten. Und vielleicht sind unsere Fragen ein bisschen einfacher geworden.



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