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systemagazin special: "Das erste Mal"
Günther Emlein: Erfolg trotz Therapie

An mein erstes Mal mit Therapiekunden erinnere ich mich nicht mehr. Zu viel stürzte auf mich ein während meiner Ausbildung zum Familientherapeuten an der Colgate Rochester Divinity School in Rochester, New York, USA. In jeder Seminareinheit ein anderer Ansatz – es gab tausend gute Ideen und mehrere tausend untaugliche. Von Rochester nach Madison, Wisconsin, um bei Carl Whitaker zu hospitieren, dann zu Ivan Boszormenyi-Nagy nach Philadelphia. Mit tausend Ideen, die überhaupt nicht zusammen passten, nach Frankfurt zurück; dort arbeitete ich mit am Institut für Familientherapie Frankfurt (IFF), heute nach 27 Jahren noch existent unter dem neuen Namen „Institut für systemische Theorie und Praxis“.
1982 trieb man noch Kotherapie: Zwei Therapeuten wollen gleichzeitig zur Tür herein. Manchmal auch: Beide lassen einander den Vortritt (wenn es mit den Kunden schwierig wird…). Und die Konfusion, weil die Ideen aus heterogenen Welten kamen. Mancher Theorieeintopf war im Grunde genommen ungenießbar; und das einigende Band des neuen Paradigmas hatte zu viele Knoten und die Teile passten einfach nicht zusammen. Von Mara Selvini zu Ivan Boszormenyi-Nagy ist es weit und Helm Stierlin irgendwo dazwischen mit dem Versuch, die Versionen zu versöhnen. Solcherart ausgerüstet ließen wir uns selbst auf die Menschheit los.
Das Paar wollte Paartherapie und wir boten Kotherapie – gemischtgeschlechtlich und nach den Regeln der Kunst. Wir gaben uns alle Mühe, wer wann wie zur Tür herein kommt oder gerade nicht: Geändert hat sich bei den Kunden nichts. Dann geschah etwas Merkwürdiges: Zu einer Sitzung kam nur die Frau. Sie nutzte die Zeit, um uns beiden gegenüber geschlagene 60 Minuten über ihren Mann zu klagen. Wieder änderte sich nichts. Zur nächsten Sitzung kam nur der Mann: Er wolle auch uns beide alleine in Anspruch nehmen dürfen. Er nutzte die Zeit, um uns beiden gegenüber geschlagene 60 Minuten über seine Frau zu klagen. Und immer noch änderte sich nichts. Den nächsten geplanten Termin sagte das Paar ab: Sie seien sehr viel zufriedener mit ihrer Paarbeziehung und bedankten sich recht herzlich für unsere Unterstützung.
Unser Theorieeklektizismus brachte eine Menge Unsicherheit und half uns dabei, die Situation nicht verstehen zu können. Unsere Kunden hatten sich theoriewidrig und damit unerklärlich verhalten, übrigens: bezüglich aller Theorien, die sich um Mehrpersonenkontexte bemühten. So standen wir etwas verloren vor unserem Erfolg und konnten nichts Rechtes damit anfangen.
Ich habe zwei Jahrzehnte gebraucht, um mich vom „Konfusionsbrot der frühen Jahre“ zu erholen. Unseren Ausbildungskunden sage ich oft: „Sie sind nicht verpflichtet, so langsam zu lernen wie ich damals. Das würde Ihnen vermutlich auch gar nicht gelingen, wo die Dinge um die systemische Praxis griffiger und entschiedener geworden sind auch dank theoretischer Klärungen.“ Letztere sind natürlich noch lange nicht an ihr Ende gekommen, eine Neuformulierung systemischer Praxis mit den Mitteln der Systemtheorie am ehesten Bielefelder Provenienz steht noch aus. Und manchmal setze ich nach“ „… und Sie haben bessere Lehrer.“ Was natürlich dasselbe heißen soll: Der Theoriezuschnitt hat uns geholfen, gute Lehrende zu werden (und nicht die uns gerne zugeschriebene „Genialität“). Wir stehen auf den Schultern von anderen.




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