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systemagazin Zeitschriftenarchiv: Soziale Systeme Heft 1/2010
1/2010  - 2/2010 - Übersicht


Luhmann, Niklas (2010): „Nomologische Hypothesen“, funktionale Äquivalenz, Limitationalität: Zum wissenschaftstheoretischen Verständnis des Funktionalismus. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 3-27.

abstract: Die Methode der funktionalen Analyse ist eine Methode der Relationierung zum Zwecke des Vergleichs. Insbesondere das Konzept der funktionalen Äquivalenz, das der funktionalen Analyse eine Art Realitäsgarantie gibt, ist dabei in den Blickpunkt der methodologischen Kritik des Funktionalismus geraten. In diesem Zusammenhang diskutiert der Beitrag deshalb drei miteinander zusammenhängende Problemstellungen und nutzt dabei die durch die Systemtheorie bereitgestellten Erkenntnismöglichkeiten: (1) die Frage des Verhätnisses der Analyse zu und der Abhängigkeit von ihrem Gegenstand, der Gesellschaft; (2) die Frage der Basisrelationen, die miteinander verglichen werden sollen, und damit zusammenhängend die Bedeutung nomologischer Hypothesen; (3) die Frage des Vergleichsgesichtspunktes und im Hinblick darauf die Variabilität der Bezugsprobleme der funktionalen Analyse. Dabei bleiben Fragen offen wie etwa die, wie der Funktionalismus die Limitationalität funktionaler Äquivalente oder das Verhältnis von Erkenntnis und Gegenstand begreift. Dieses den Funktionalismus kennzeichnende Defizit an wissenschaftstheoretischer Reflexion wird aber durch den auf seine systemtheoretische Orientierung zurückgehenden Reichtum auf der Ebene der Gegenstandsanalyse kompensiert.


Arnoldi, Jakob (2010): Sense making as communication. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 28-48.

abstract: Dieser Artikel analysiert, wie Niklas Luhmann in der Entwicklung seiner Systemtheorie die Phänomenologie Husserls verwendet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Sinnbegriff. Beginnend mit Analysen von Luhmanns Übernahme Husserlianischer Begriffe wie Sinn, Noesis-Noema-Korrelation, Identität und Horizont, behandelt der Artikel die Frage, wie Luhmann eine Theorie kommunikativer Sinngebung konstruiert. Diese Analyse führt zunächst zu einer Diskussion über die Unterschiede zwischen Luhmann und der soziologischen Phänomenologie. Am Ende des Artikels wird die Verwendung der Theorie als Grundlage für die empirische Forschung erörtert, ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem medialen Diskurs.


Paul, Mario (2010): Sinnbildung und interpretative Sozialforschung: Synopse systemtheoretischer, hermeneutischer und dekonstruktivistischer Positionen. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 49-74.

abstract: Die gemeinsame Aufgabe verschiedener Methoden interpretativer Sozialforschung liegt in der Rekonstruktion von Sinn. Diesem weithin anerkannten Anliegen steht ein im Rahmen interpretativer Sozialforschung und Kulturanalyse eigentümlich unscharfer Sinnbegriff gegenüber – weniger in seinen zahlreichen Erscheinungen als z.B. dokumentarischer oder objektiver Sinn, als vielmehr in einer mangelnden Bestimmtheit des Sinnbegriffs selbst. Diesen Befund nimmt der Artikel zum Anlass, um „Sinn“ als zentrale Kategorie interpretativer Sozialforschung aus systemtheoretischer, dekonstruktivistischer und hermeneutischer Perspektive näher zu beleuchten. Ausgangspunkt ist hierbei ein mittels der Derrida‘schen „différance“ verändertes differenzlogisches Beobachtungskalkül, das als grundlegende Operation der Sinnkonstitution entworfen und mit hermeneutischen Positionen konfrontiert wird. Ziel ist es, einen gemeinsamen theoretischen Rahmen zu entwerfen und zur Diskussion zu stellen, der sowohl zur Beschreibung (post-)strukturalistischer Sinnkonstitutionseffekte als auch hermeneutischer Interpretationsleistungen zur Verfügung steht, die auf Grund ihrer Verwobenheit auf gewinnbringende Weise miteinander in Beziehung gesetzt werden können.


Burch, Janet (2010): Das Inkareich als Zentrum / Peripherie-Gesellschaft. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 75-102.

abstract: Dieser Artikel untersucht mittels der Begrifflichkeit der Systemtheorie die Gesellschaftsform des Inkareiches. Bislang liegen keine historisch-systemtheoretischen Studien über außereuropäsche Gesellschaften vor. Die gesellschaftlichen Differenzierungsformen, die Luhmann ausgearbeitet hat, eignen sich jedoch, um außereuropäische Gesellschaften soziologisch beschreib- und vergleichbar zu machen. Die meisten Fachleute erörtern die inkaische Gesellschaft als Hegemonialmacht, die im 15./16. Jahrhundert den Westen Südamerikas beherrschte. Auch Niklas Luhmann beschreibt hochkulturelle Großreiche als in Zentrum / Peripherie strukturiert. Dieser Artikel prüft, ob Luhmanns Differenzierungstheorie auch auf eine altamerikanische Gesellschaft, die sich bis ins 16. Jahrhundert ohne Kontakt zu Europa entwickelte, anwendbar ist. Die Ausführungen zeigen, dass Zentrum / Peripherie-Gesellschaften zu weitaus komplexeren Rollenbildungen fähig sind als bisher angenommen.


Clemens, Iris (2010): Self-descriptions of the World Society in non-western contexts and the implications for the general theoretical approach. An Analysis of the Edicts of Ancient India Emperor Ashoka. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 103-120.

abstract: Wie Rudolf Stichweh im Anschluss an Niklas Luhmann ausgeführt hat, sind Selbstbeschreibungen ein basaler Bestandteil aller sozialen Systeme und insbesondere für die Analyse der emergierenden Weltgesellschaft grundlegend. Die Diskussion hat bislang jedoch zumeist nur westliche Quellen berücksichtigt. Ausgehend von den Säulenedikten des indischen Königs Ashoka wird der Frage nachgegangen, ob frühe Formen einer Selbstbeschreibung der Weltgesellschaft auch in nichteuropäischen Kontexten gefunden werden können. Mit der Analyse dieser 2200 Jahre alten Edikte kann die These gestützt werden, dass bestimmte Formen solcher Selbstbeschreibungen der Weltgesellschaft auch für den indischen Kontext nachgewiesen werden können. Der Blick kann so global geweitet werden, und es wird in Zweifel gezogen, dass es sich um rein europäische semantische Erfindungen handelt. Zudem kann durch die Einbeziehung anderer als menschlicher Adressaten in der vorgefundenen Semantik der Fokus von einer im Westen vorherrschenden anthropologischen auf eine ‚biozentrische‘ Perspektive verschoben werden.


Schiermer, Bjørn (2010): Mode, Bewusstsein und Kommunikation. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 121-149.

abstract: Dieser Artikel handelt vom Begriff der Mode aus systemtheoretischer Sicht. Er ist von der Idee getragen, dass das Verhältnis zwischen Mode und Bewusstsein einen Schlüssel anbietet sowohl für ein Verständnis des Phänomens der Mode als auch für die Relation zwischen Mode und Kommunikation. Er thematisiert den imitationellen Pol der Mode als ein latentes soziales Ritual, das sich hinter den aufgeladenen Modeobjekten verbirgt. Vor diesem Hintergrund werden verschiedene systemtheoretische Auffassungen der Mode unter Berücksichtigung alternativer und externer Theoriekonzeptionen diskutiert.


Kranz, Olaf & Nora Schmidt (2010): Aus dem Rahmen gefallen. Über das Fungieren von Street Art und anderen Kunstwerken dies- und jenseits des Kunstbetriebs. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 150-176.

abstract: Street Art erschließt der Kunst das „Design“ (Niklas Luhmann) des öffentlichen Raums als neuartiges Wahrnehmungsmedium und verzichtet dafür auf eine sekundäre Rahmung durch den Kunstbetrieb. Ihre ‚Pieces‘ lassen so die Unwahrscheinlichkeit hervortreten, dass wahrnehmbare Objekte überhaupt als Kunstwerke rezipiert werden. Zugleich verweisen sie auf das systemtheoretische Desiderat einer Theorie der Kunstrezeption. Dieser Beitrag nutzt die Eigenheiten der Street Art, um das Fungieren von Kunstwerken in der sozialen Situation der Kunstrezeption und die Konstitution dieser Situation genauer zu beschreiben. Dabei wird deutlich, dass die ‚Pieces‘ der Street Art typischerweise zwei Probleme bewältigen müssen, die normalerweise in sozial gut typisierten „Interaktionsformaten“ (Jürgen Markowitz) der Kunstbetrachtung bearbeitet und invisibilisiert werden: Sie müssen die Aufmerksamkeit der Passanten überraschend irritieren, indem sie eine „logische Sekunde der Anarchie“ (Luhmann) auslösen, und anschließend als ein von einem Künstler hervorgebrachtes Kunstwerk überzeugen. Durch die Etablierung von neuartigen Interaktionsformaten der Kunstbetrachtung experimentiert Street Art mit dem Inklusionsmodus des Kunstsystems und verändert die Partizipationsmuster der Kunstrezeption.


Saake, Irmhild & Veronica Maier (2010): Gefühlte Kritik. Casting Shows als Visualisierung des moralischen Diskurses. In: Soziale Systeme 16 (1): S. 177-202.

abstract: Casting Shows werden in der vorliegenden Studie anhand der für sie typischen Form der Kritik erklärt. Während für Habermas das Modell des sprachlichen Verstehens ausschlaggebend ist, lässt sich mit Luhmann nachzeichnen, wie Visualität als Bedingung der Anschlussfähigkeit im Fernsehen funktioniert. Die normative Rahmung dessen, was als Kritik im Sinne der Kritischen Theorie verstanden wird, wird dabei in eine medientheoretische Analyse überführt, in der die Praxis des Kritikformulierens und des Kritikannehmens auf ihre Plausibilität hin beobachtet wird. Als Ergebnis dieser Studie lässt sich zeigen, dass Kritik in Casting Shows zu einer massenmedial inszenierten Form wird, deren Geltung von der Jury, von den Kandidaten und von den Zuschauern als eine Frage des dargestellten Gefühls verstanden wird. Hieraus resultieren Authentizitätspraktiken, denen zufolge man zunächst Kritik erleiden muss, um dann eine Veränderung der eigenen Person zu erleben. Losgelöst vom sprachlichen Verstehen entsteht eine medial inszenierte Form der unrelativierbaren und unkritisierbaren Kritik.



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