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26.07.2008
Rainer Sachse: Wie manipuliere ich meinen Partner - aber richtig
Rainer Sachse: Wie manipuliere ich meinen Partner Klett-Cotta, Stuttgart 2007

196 S., m. 10 Abbl., Deckenbroschur

Preis: 12,50 €

ISBN-10: 3608944788
ISBN-13: 978-3608944785
Klett-Cotta





Wolfgang Traumüller, Worms: Die Hohe Schule der Manipulation

Pfui, wer mag das schon! Und wenn es sie oder ihn schon einmal oder gar öfters verlockt hat, wer mag das schon zugeben? Mani-pulieren – etwas „fingern“ also, mit einem geschickten, kunstfertigen, unbemerkten Handgriff, Kniff, das riecht gemeinhin nach Intransparenz, Machtmissbrauch und Unlauterkeit, nach Illusionskunst, zauberischer Täuschung, Zwielicht! Und wer steht dort schon gerne, jedenfalls öffentlich, wo anderer Leute Finger auf ihn zeigen? Als wären der Peinlichkeiten nicht genug. Wir verfügen ja noch über ganz andere Mittel als Fingerfertigkeiten. Die Sprache sei dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen, bemerkte vor 200 Jahren schon Talleyrand gegenüber dem spanischen Botschafter. Das hat sich bis heute nicht verändert. Viele haben es probiert: es geht! Und wenn Wittgenstein sie als eine „Verhexung des Geistes“ bezeichnete, lag er damit gar nicht falsch. Aber inzwischen sind wir noch viel weiter. Er hatte von der beharrlichen Wühlmausarbeit unseres limbischen Systems noch nicht die mindeste Ahnung, das ganz heimlich, still und leise den grauen Zellen im Oberstübchen unseres Gehirns ebenso unbewusst wie beharrlich ein Schnippchen nach dem anderen schlägt und sie dabei in dem frommen Glauben lässt, es sei alles unter Kontrolle. Unterdessen sind alle wesentlichen Entscheidungen bei ihm längst gefallen. Manipulation, und das im eigenen Körper und am eigenen Geist – sprachlos und ohne dass auch nur ein halber Finger krumm gemacht wurde, geschweige denn irgend auch nur einer irgend etwas bemerkt hätte! Unsere geliebten Denkschablonen vom freien Willen wurden durch die Erkenntnisse der neueren Hirnforschung erheblich strapaziert, dass selbst die Jurisprudenz über ihre Grundlagen ins Grübeln kommt. Auch den früheren Beigeschmack des Manipulierens haben sie verändert, jedoch nicht beseitigt. Besonders in Kontexten mit strengen Normen, hohen moralischen Ansprüchen, einer Abhängigkeit von der Meinung anderer, einer Angewiesenheit auf Glaubwürdigkeit, wie dies etwa in Kirchen, Gewerk- und Genossenschaften, Lehranstalten aller Art, aber auch Banken, grossen Wirtschaftsunternehmen wie kleineren Firmen, Ehen, Partnerschaften und weiteren Zwangskontexten und Tendenzbetrieben aller Art der Fall ist, ist es noch immer nicht nur ober-pfui, sondern auch ober-gefährlich! Manchmal schon die Rede, in jedem Falle aber, sich dabei erwischen zu lassen. Wie angewurzelt stehen dann die Betreffenden und Betroffenen da. Nicht nur die Verführung ist groß, sondern gelegentlich ebenso die Angst. Manipulation lebt ja von und führt in die Ex-kommunikation, so oder so. Und, ach, wer war da nicht schon dabei: vom Wirtschaftsboss bis zum Büroboten, von der Bischöfin bis zum Küster, vom Schulrat bis zum Pedell, ob hoch gestellt oder niedrig, ob alt oder jung, ob Mann oder Frau? Besonders unter Partnern und in nahen Beziehungen, wo die Grenze zwischen drinnen und draußen messerscharf und damit fast unkenntlich ist - vor dem Schnitt, ist es besonders heikel und schmerzt besonders. Jede tut es und am besten ist darum, man tut es richtig! So lautet jedenfalls der Rat von Rainer Sachse, Professor für Klinische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum, Gesprächs- und Verhaltenstherapeut und als Leiter des dortigen Instituts für Psychologische Psychotherapie einer der deutschen Spezialisten für kognitive Verfahren.
Was läge also näher, als ein kompakter und ordentlicher Grundkurs? Einsteigern vermittelt Sachse die‚Basics‘ und Fortgeschrittenen die Strategien für das erfolgreiche Operieren in der Twilight-Zone. Denn wie soll etwas gelingen, von dessen Grundbegriffen man keine Ahnung hat, wo man erfolgreiches Führen von Marionetten nur von der Augsburger Puppenkiste kennt, wo Transparenz und Authentizität allzu hohe Werte sind, man perfekte Dosierung mit Vorratshaltung verwechselt und Beziehungssuppen nicht zu salzen weiß. Bereits die rechte Eröffnung des Spiels ist eine hohe Kunst, ebenso die Eleganz der Züge und des Fadenspiels und die Effektivität der Verfahren in Angriff und Abwehr nicht minder. Denn Vorsicht, auch Opfer können lesen, manchmal jedenfalls, und manchmal kehren sich die Rollen um in anderen Spielen und Besetzungen! Auch sie erfahren also, wie man Aufmerksamkeit erringt um jeden Preis, mit positiven oder negativen Strategien, mit mehr oder weniger Risiko, als Alleinunterhalter, durch attraktiv, erotisch, sexy, geheimnisvoll oder unnahbar sein, durch Druck und Kontrolle, Jammern und Klagen, Nörgeln und Dornröschen spielen oder es sich schlecht ergehen lassen, jedenfalls der Darstellung nach. Auch die manipulierten Opfer erfahren, wie man Bewunderung erheischt durch die „Mein Haus, mein Boot, mein Auto“- oder die Individualisten-Strategie, lernen, wie sie den Partner an sich binden, indem sie sich unentbehrlich machen mit einem „Ich tue alles für Dich!“ oder „Entscheide Du für mich!“ und erfahren, wie man sich andere vom Hals hält durch Abprallen lassen, passiven Widerstand, die „Es ist alles in Ordnung, Schatz!“- oder die Rabattmarken-Strategie. Ein Lernbuch über richtiges Manipulieren, auch wenn es ein ganz kleines ist, ist also immer auch eines über richtiges Sabotieren im Manipulationssumpf und über den Ausstieg aus der Marionettenrolle, egal ob die Fäden nun aus Draht oder aus Seide sind!
Natürlich birgt all das nicht unerhebliche Risiken. Aber so ist das im Leben - da gibt es nichts zu lachen! Man muss sie sehen, und man muss ihnen zu begegnen wissen, denn jeder trägt sie selber samt der Folgen, wenn der Schuss nach hinten losgeht. Auch Sachse verrät da kein Geheimnis, wenn er auf sie hinweist. Dass das ganze am Ende bei dem einen oder der anderen wie eine paradoxe Intervention wirken kann, ist nicht in jedem Falle zu vermeiden und ein Risiko auch dieses Buches, mit dem der Verfasser wie die Leserin leben muss.
Manipulieren will nicht nur gelernt, sondern vor allem getan werden, und es drängt jederzeit ans Licht. Das ist für alle spannend oder gar aufregend und gelegentlich nicht unvergnüglich, wie dieses gelungene Büchlein. Darum wohl das schmale Brusttaschenformat, durch das man es nicht nur vor neugierigen Blicken in Bus oder Bahn schnell verschwinden lassen, sondern es stets auch am Herzen tragen kann -dessen Sinnen und Trachten nach den Lehren der biblischen Weisheitsbücher ja böse ist von Jugend an- und darum wohl auch die erkennbar schamrote Hülle, wenn man es aus der Tasche zieht. Aber ganz drinnen, dort, wo die Dinge sind, wie sie wirklich sind, strahlt es trostvoll in reinstem Gelb, so lauter wie Gold und so leuchtend wie die Sonne - wenn man einmal absieht von den unter massiven Druck gesetzten, vielen Seiten geschwärzten Papiers, denen -gleich einem Edelstein und dem Leben selbst- eine schöne Fassung unbedingt gut tun. Ach, welch verführerischer Schliff - und was für sündhaft schöne Lehren! Zum taumeln gut nach soviel Abreibung... und zum Weiterschenken!





Zum Inhaltsverzeichnis mit einer kurzen Leseprobe





Verlagsinformation:

Seien Sie ehrlich – auch Sie manipulieren Ihren Partner nach Strich und Faden. Und natürlich werden auch Sie täglich manipuliert, manchmal merken Sie es sofort, manchmal später oder gar nicht. Aber Vorsicht: Das Manipulieren kann auch nach hinten losgehen, und damit gefährden Sie Ihre Beziehung. »Du, Schatz, kannst du mal den Müll in den Container werfen? Der Deckel öffnet sich so schwer.« Natürlich ist das gelogen, aber Sie spielen das Spiel mit in der Gewissheit, dass Ihr Partner dafür das Abendessen kocht. Denn dabei stellen Sie sich immer äußerst ungeschickt an. Das sind die alltäglichen Manipulationsspielchen der harmlosen Art. Aber es gibt auch die bösartigen und intriganten Strategien, und die sollte man durchschauen lernen, denn nur so kann man sich vor ihnen schützen. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie eigene Strategien richtig und erfolgreich einsetzen, wie Sie aber auch die Manipulationsversuche ihrer Partner durchschauen und angemessen darauf reagieren. Richtiges Manipulieren gefährdet nicht etwa Ihre Beziehung, nein, es tut ihr sogar gut und macht das Zusammenleben spannend.


Über den Autor:

Rainer Sachse, Prof. Dr., Dipl.-Psych., ist Verhaltens- und Gesprächspsychotherapeut, Leiter des Instituts für Psychologische Psychotherapie in Bochum und lehrt Klinische Psychologie an der dortigen Ruhr-Universität.



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