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03.01.2008
Bodo Klemenz: Ressourcenorientierte Erziehung
Bodo Klemenz: Ressourcenorientierte Erziehung dgvt-Verlag, Tübingen 2007

351 S., broschiert

Preis: 24,80 €
ISBN-10: 3871599077
ISBN-13: 978-3871599071
dgvt-Verlag





Cornelia Tsirigotis, Aachen:

Der Autor, langjähriger Leiter einer Beratungsstelle, hat vor vier Jahren ein grundlegendes und sehr konsequent auf eine Ressourcenperspektive ausgelegtes Werk zur Diagnostik und Therapie von Kindern und Jugendlichen  vorgelegt (s.u.). Nun folgt eine ebenso konsequente wie weit umfassende Weiterführung, in der Bodo Klemenz einen theoretisch breit fundierten und empirisch gesicherten  Blick auf die für die Optimierung von Erziehungskompetenzen erforderlichen Ressourcen legt.  „Die Besonderheit des in dieser Arbeit praktizierten Vorgehens besteht allerdings darin, vornehmlich auf solche allgemeinpsychologischen oder teilbereichsspezifischen psychologischen Grundlagen zurückzugreifen, die auf empirisch gesicherten Erkenntnissen über die Bedingungen psychischen Funktionierens, des optimalen Erlebens und Verhaltens sowie von gelungener Entwicklung und Erziehung basieren“ (S. 22).
Dabei nutzt er alle Ressourcen, die sich in Therapie und Diagnostik als hilfreich erwiesen haben, zur Begründung eines schulenübergreifenden Modells von ressourcenorientierter Erziehung und einer Theorie der Erziehung,  die er verortet in der Erziehungspsychologie und an der Grenze zu Erziehungswissenschaft. Er entwickelt die breiten Füße, auf denen sein Konzept steht, in Anwendung und Bezugnahme auf bedürfnistheoretische Vorstellungen  von Epstein,  den konsistenztheoretischen Ansatz von Grawe sowie die Entwicklungsaufgaben  von Hawighurst. Die vier psychischen Grundbedürfnisse Bindung, Kontrolle und Orientierung, Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz sowie Lustgewinn und Unlustvermeidung dienen dabei als Ausgangspunkt und Ziel der Arbeit. Klemenz analysiert  für jede Alterstufe Kindes- und Elternressourcen, wobei er diese auch unter der Fragestellung betrachtet, was als Metaressource zur Entwicklung weiterer Ressourcen dienlich sein könnte. Hier spielt vor allem ein befriedigtes Bindungsbedürfnis eine übergeordnete Rolle. Mit der Genauigkeit und Gründlichkeit seiner Arbeit bietet er ein sehr genaues und fein einstellbares Ressourcenmikroskop an. In den Folgerungen, die er für die praktische Arbeit mit Familien daraus ableitet, zeigt er auch mit vielen Fallbeispielen unterlegt, wie sich diese Ressourcen zur Optimierung des Selbstwirksamkeitserlebens und elterlicher Erziehungskompetenz nutzen lassen. Der Mensch entwickelt seine Ressourcen nicht mit sich  allein. Die Einordnung von „Ressourcen als gesellschaftlich ungleich verteiltem Handlungspotential“ fällt bei Klemenz nicht unter den Tisch.
Was ich an dem Buch besonders schätze und weshalb ich es mit sehr viel Gewinn studiert und als Arbeitsbuch griffbereit habe: Klemenz gelingt wirklich konsequent und einheitlich von Ressourcen auszugehen und in der Arbeit mit Familien darauf abzuzielen. Da schleichen sich weder heimliche Umkehrung einer Defizit- oder Störungsperspektive und noch erhobener Zeigefinger ein. Damit ist das Buch eine Grundlage und stützende Säule sowohl in der Theorielandschaft (in der ich die Tendenz bedaure, wieder zunehmend auf Störungs- und Defizitbeseitigung zu fokussieren) wie in der vielfältigen und herausfordernden Erziehungslandschaft. Das Buch sei allen Professionellen in diesem Bereich ans Herz gelegt.
(mit freundlicher Erlaubnis aus systhema 2007)





Zu einem Aufsatz von Bodo Klemenz und Rainer Schulte über die Bedeutung von Diagnostik in der berufsbezogenen Bildung (DOC)





Verlagsinformation:

„Ressourcenorientierte Erziehung“ bietet einen neuartigen Erziehungsansatz, der auf eine angemessene Befriedigung zentraler psychischer Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zielt und somit wichtige Bedingungen des Gelingens von Erziehung fokussiert. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis wird gezeigt, wie sich durch ein konsequent ressourcenorientiertes Denken und Handeln von Eltern und anderen Erziehern aufgrund von Ressourcenentwicklung und Ressourcenaktivierung das aktuelle und habituelle biopsychosoziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen optimieren lässt und damit den Betreffenden günstige Chancen zur Selbstoptimierung eröffnet werden. Das vorgestellte ressourcenorientierte Erziehungskonzept basiert auf relevanten Ergebnissen psychologischer Grundlagenforschung und ist damit weniger abhängig von den Einflüssen aktueller „Erziehungsmoden“. Es versteht sich als ein schulenübergreifender Erziehungsansatz, der problemlos in bestehende Erziehungsmodelle eingegliedert werden kann. Das Buch wendet sich an Studierende und Professionelle der Psychologie, Pädagogik und Sozialwissenschaften sowie an Studierende von Fachhochschulen für Sozialpädagogik, Pädiater, Lehrer, Sozialarbeiter und Erzieher.


Über den Autor:

Dr. Bodo Klemenz, Dipl.-Psych., Berufstätigkeit als Schulpsychologe, langjähriger Leiter einer Erziehungsberatungsstelle, Sachverständiger für Familiengerichte, Lehrbeauftragter der Universität Göttingen. Div. Veröffentlichungen, u.a. "Ressourcenorientierte Diagnostik und Intervention bei Kindern und Jugendlichen"



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