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Kurzvorstellung zur Übersicht
25.02.2009
Ronny Lindner: unbestimmt bestimmt. Soziale Beratung als Praxis des Nichtwissens
Lindner: unbestimmt bestimmt Verlag für Systemische Forschung im Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2004
mit einem Vorwort von Heiko Kleve

160 S., broschiert

Preis: 19,90 €

ISBN-10: 3896703293
ISBN-13: 978-3896703293
Carl-Auer-Verlag





Wolfgang Loth, Bergisch Gladbach:

Das ist schon ein spannendes Phänomen. Einerseits bildet die Erkenntnis der Unmöglichkeit instruktiver Instruktion so etwas wie einen roten Faden fast aller Konzepte zum systemisch inspirierten Hilfehandeln. Andererseits eignen sich Erkenntnisse von Unmöglichkeiten eher nicht so gut als Orientierungshilfen. So kann man denn gespannt aufmerken, wenn hier „ein erster systemtheoretischer Versuch innerhalb der Sozialarbeitswissenschaft“ vorgestellt wird, dem es gelinge, „eine angemessene Effektivitätstheorie Sozialer Arbeit zu konstruieren, die die trivialen Effektivitätsvorstellungen, die in der Sozialen Arbeit gemeinhin zirkulieren, überwindet“ (so Heiko Kleve in seinem Vorwort, S.2). Was Lindner dann auf den folgenden 158 Seiten vorstellt, ist ein starkes Stück! Auf der Basis der Luhmannschen Systemtheorie und deren Weiterverarbeitungen durch Baecker und Fuchs jagt Lindner die potentiellen LeserInnen dermaßen über den Parcours, dass ich befürchte, die im Luhmannschen Sinne so bedeutsame Anschlussfähigkeit werde arg ramponiert. Das ist bedauerlich, weil ich den Tenor des Buches durchaus für wichtig halte und manches Anregende kommt gelegentlich aus der Deckung und bietet sich zum (herkömmlichen) Verstehen an. Das scheint mir immer wieder das Seltsame an Luhmanngenährter Lektüre, dass zwischendurch luzide Ahnungen auftauchen, da werde etwas aus der Praxis so genau und passend beschrieben, was herkömmliche Praxisdarstellungen kaum zu Wege bringen. Und dann versucht man es beim genaueren Lesen der Worte noch einmal zu fassen und es ist wieder weg, wie bei einem Vexierbild. Das kann motivieren, wenn die Herausforderung nicht zu weit getrieben wird. Ich habe mich bei der Lektüre allerdings oft gefragt, ob es wirklich nötig ist, unsere Arbeit dermaßen verfremdet zu beschreiben. Ich habe mich regelmäßig gewundert, dass bei den Fallbeispielen Menschen aus Fleisch und Blut auftauchten und keine Formelwesen. Mir schien, manches könne auch einfacher ausgedrückt werden, etwa: „Leute seid vorsichtig und berücksichtigt, dass Ihr nicht in Köpfe schauen könnt“ (etc), aber vielleicht ginge es einem dann wie beim Kennenlernen des Tricks bei der Zauberei, es klingt etwas zu nüchtern und enttäuscht vermutlich. Dass Lindner mit dem Begriff der Mogelei witzig und nachvollziehbar argumentiert, finde ich dann wieder einen Pluspunkt. Ebenso wie seine gegen Ende immer deutlicher ausgesprochenen Mahnungen hinsichtlich der Verantwortung der Professionellen für den Prozess. Hier wird Professionellen eben doch Wissen zugeschrieben, für dessen Nichtwissen sie sich zu verantworten hätten!
(mit freundlicher Erlaubnis aus systhema 2004)





Zu einem Interview mit Ronny Lindner bei Sozialarbeit.Ch


Zu einem Aufsatz von Ronny Lindnder im "gepfefferten Ferkel": "Mogeln erwünscht. Soziale Beratung als Praxis des Nichtwissens - eine Skizze"





Verlagsinformation:

Indem die Soziale Arbeit ihre Praktiken unter konstruktivistisch-systemtheoretischen Prämissen neu reflektierte, taumelte sie in eine Ambivalenz: Einerseits ermöglichen ihr diese Reflexionen die Erklärung der Erfahrungen des Scheiterns, der Unvorhersehbarkeit, der Unkontrollierbarkeit und gestatten eine Herleitung darauf bezogener Handlungsmöglichkeiten. Andererseits scheinen gerade derartige Reflexionen und entsprechend inspirierte Praktiken die Soziale Arbeit in Legitimationsschwierigkeiten zu bringen, da sie planbare Interventionen für nahezu unmöglich erklären. Dieses Buch respektiert diese Ambivalenz und zelebriert sie geradezu, um aufzuzeigen, dass es erst jenes Ausgehen vom Unwahrscheinlichen und Nicht-Planbaren ist, das Wahrscheinlichkeit und Planbarkeit hervorbringt: Im Voraussetzen der Unmöglichkeit generiert die Möglichkeit. Der Autor schlägt vor, das systemische Beratungskonzept zu akzeptieren und im selben Atemzug einen Schritt hinter es zu treten, um das angesprochene Dilemma offensiv anzugehen und es in einer für die Praxis und die Wissenschaft der Sozialen Arbeit gewinnbringenden Weise zu überwinden. Denn nur so kann den Anforderungen an die Soziale Arbeit eigenverantwortlich, effektiv, selbstbewusst und vor allem professionell entsprochen werden.


Inhalt:


1. Theoretisiertes Wissen 7

1.1. Theoretische Beobachtungen 9
1.1.1 Der autopoietische Systembegriff 9
1.1.2 Beobachtende Systeme 15
1.1.3 Der Wiedereintritt 19
1.1.4 Kontingente Welten 26
1.1.5 Der autopoietische Kommunikationsbegriff 29
1.2. Konsequenzen 44
1.2.1 Konsequenzen für das sozialarbeiterische Beratungsverständnis 45
1.2.1.1 Gesellschaftlicher Kontext und Begriffsbestimmung 45
1.2.1.2 Richtlinien für die praktische Tätigkeit 51
1.2.1.3 Offene Fragen 56
1.2.2. Konsequenzen für das sozialwissenschaftliche Theorieverständnis 57
1.2.2.1 Gesellschaftlicher Kontext und Begriffsbestimmung 57
1.2.2.2 Systemtheorie als Theorie 62
1.2.2.3 Offene Fragen 65

2. Praktiziertes Nichtwissen 67

2.1 Theoretische Beobachtungen 70
2.1.1 Die Unterscheidung Wissen/Nichtwissen 70
2.1.2 Der Beobachter als Mogelei 74
2.1.3 Nichtwissen als Praxis 81
2.2 Soziale Beratung als Praxis des Nichtwissens 91
2.2.1 Voraussetzungen 92
2.2.2 Der Startpunkt 94
2.2.3 Die Differenz 96
2.2.4 Local action 103
2.2.5 Die Funktion 108
2.2.6 Global action 112
2.2.7 Die Mogelei 120
2.3. Theorie als Praxis des Nichtwissens 124
2.3.1 Vorbemerkungen 124
2.3.2 Blinde Wissenschaft 125
2.3.3 Mogelnde Theorie 128
2.4 Konsequenzen für die beraterische Praxis 131
2.4.1 Sozialberatung deklariert sich selbst als Praxis des Nichtwissens 132
2.4.2 Sozialberatung ist klientensystemische local action 135
2.4.3 Die Beziehung von Berater und Klientensystem muss die Differenz beider betonen und gleichzeitig überwinden 137
2.4.4 Sozialberatung erfordert beidseitige Aktivität 141
2.4.5 Auch die Verantwortung ist verteilt 143
2.4.6 Sozialberatung ist grundsätzlich problemlösend 146
2.4.7 Welche Hilfe gibt Sozialberatung? 148
2.4.8 Auch die Theorie ist eine Praxis des Nichtwissens 150

Resümee 153

Literaturverzeichnis 156


Über den Autor:

Ronny Lindner, Diplom-Sozialpädagoge und Sozialarbeiter. Erfahrungen in verschiedenen Bereichen Sozialer Beratung. Derzeit bei der AWO Ludwigslust/Hagenow in der Suchtberatung und Präventionsarbeit tätig.



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