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Veranstaltungsbericht zur Berichtsübersicht
24.10.2011
Familienrat / Familien-Netzwerk-Konferenz / Family Group Conference (FGC) ein Tagungsbericht, 29.09./30.09.2011 in Husum
Vom 29.9.-30.09.2011 fand das 5. bundesweite Netzwerktreffen zu - Familienrat / Familien-Netzwerk-Konferenz / Family Group Conference (FGC) in Husum statt. Teilgenommen haben über 140 Teilnehmer/-innen aus dem Bundesgebiet. Vertreten waren Kollegen/-innen u.a. aus Nordfriesland, dem Main-Taunus-Kreis, Stuttgart und Baden-Württemberg, Rosenheim, Coburg, Bremen, Ludwigslust, Potsdam, Chemnitz, Fulda, Hamburg, Köln, Kassel, Dresden, Frankfurt/Main, Berlin, Dänemark und Österreich.

Das Netzwerktreffen bietet den bundesdeutschen Praktiker/innen jährlich die Gelegenheit zum Austausch über gesammelte praktische Erfahrungen und die Weiterentwicklung des Familienrats in Deutschland.

Dem Netzwerktreffen vorausgestellt war ein Fachvormittag, der rund 150 Interessierten aus der Region erste spannende Einblicke in die Arbeit mit Familienrat ermöglichte.

Zunächst begrüßten die Veranstalter des Netzwerktreffens.

Nach der motivierenden Eröffnung präsentierte Birgit Stephan das Verfahren, wie es in Nordfriesland praktiziert wird. Schnell wurde deutlich wie engagiert in Nordfriesland das Verfahren des Familienrates realisiert wird. Genannt wird das Verfahren in Nordfriesland Familien-Netzwerk-Konferenz. Z.Zt. werden in Nordfriesland 80 Personen als Koordinatoren/innen eingesetzt. Davon sind ca. 1/3 sogenannte „Bürger-Koordinatoren/innen“, also Bürger/innen, die als Koordinatoren/innen qualifiziert wurden, und 2/3 „Profi-Koordinatoren/innen“. Seit 2010 wurden in Nordfriesland bereits 120 Familien-Netzwerk-Konferenzen durchgeführt. In ca. 50 % wurde die Jugendhilfe nach der Familien-Netzwerk-Konferenz tätig. Sie konnte zielgenauer arbeiten als ohne eine Familien-Netzwerk-Konferenz.

Witzig war eine Talkshow, die dem Input folgte. Betroffene, Profi-Koordinatoren/innen sowie Sozialarbeiter/innen stellten sich dem Interview des Pressesprechers der Stadt Husum. Es zeigte sich, wieso das Verfahren der Familien-Netzwerk-Konferenzen so erfolgreich ist. Betroffene sind beteiligt, fühlen sich verantwortlich und ernst genommen.

In den Husumer Nachrichten wurde das Verfahren am 14.10.2011 dadurch beschrieben, dass die Selbstheilungskräfte der Familien geweckt werden. Ein treffender Gedanke.

Am frühen Nachmittag eröffnete Birgit Stephan offiziell das 5. bundesweite Netzwerktreffen.

Rüdiger Voß, langjähriger Mitarbeiter im Jugendamt Nordfriesland, berentet und nun als Koordinator tätig, schilderte von seinen Erfahrungen. Zunächst voller Zweifel über dieses Verfahren, änderte sich seine Sicht insbesondere über die Erfahrungen mit den Familien. Der  Lösungssuche von Familien vertrauend, wird man doch immer wieder von der positiven Entwicklung von Familien überrascht, so dass er nunmehr schon auf beinahe 30 Einsätze als Koordinator zurück blicken kann.

Lotte Hansen stellte die Erfahrungen mit Familienrat in Dänemark vor. Bereits seit dem Jahr 2000 werden in Dänemark Familienräte durchgeführt. Es gab ein politisches Mandat zur Einführung von Familienräten, flankiert von finanzieller Unterstützung und entsprechenden Gesetzgebungen im sozialen Bereich. Zielgruppen des Verfahrens Familienrat sind: a) Prävention in der Arbeit mit Kinder und Jugendlichen, b) Jugendkriminalität, c) Obdachlose, d) Inhaftierte, e) Jugendliche mit einer Beeinträchtigung am Weg von der Grundausbildung in eine weitergehende Ausbildung oder Lehre, f) Integration, g) Menschen mit zwei Diagnosen.

Das Netzwerktreffen bot den Teilnehmern/innen dann die Möglichkeit, einen Überblick über die Entwicklung von Family Group Conference/Familienrat in den jeweiligen deutschen Regionen zusammentragen.

So erfolgten Kurzberichte aus den Regionen: Süd-Ost (z.B. Augsburg, Bamberg, etc.), Süd-West (Stuttgart etc.), Mitte (z.B. Main-Taunus-Kreis etc.), Nord-Ost (z.B. Berlin, Dresden, etc.), Nord-West (Köln etc.) und Nord (z.B. Nordfriesland, Hamburg, Bremen usw).

Unter den Überschriften 1) Darauf sind wir stolz, 2) Das hat uns geholfen und 3) Das ist unser Ziel fürs nächste Jahr, fokussierten Vertreter/innen der o.g. Regionen die Entwicklung des Verfahrens. Insgesamt hat sich die Anwendung des Verfahrens in Deutschland im vergangenen Jahr weiter verbreitet. Nach wie vor bestehen Unterschiede. So ist die organisatorische Verortung von Koordinatoren/-innen und deren Berufshintergrund unterschiedlich: Fachkräfte freier Träger, Fachkräfte aus dem Jugendamt, die nicht fallzuständig sind oder geschulte Bürger/-innen. Unterschiedlich sind auch die Finanzierungsgrundlagen. Allerdings gibt es klare gemeinsame Vorgaben, wie zum Beispiel, dass die „Private Familienzeit“ unabdingbar ist, dass die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen nachdrücklich berücksichtigt werden müssen und dass ausreichend Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung stehen muss.

Den Abschluss des 1. Tages bildete ein gemeinsames Abendessen am Husumer Hafen.

Im Mittelpunkt des zweiten Tages des Netzwerktreffens stand der fachliche Austausch zu verschiedenen Themen: 1. Aufbau eines lokalen Netzwerks von Bürgerkoordinatoren/innen, 2. Das Wichtigste ist die Haltung - Austausch von „alten Hasen“, 3. Familienrat im Suchtbereich, 4. Familienrat im Täter-Opfer-Ausgleich, 5. Familienrat in der Eingliederungshilfe, 6. Familienrat in Familien mit Migrationshintergrund, 7. Familienrat unterstützt die Arbeit der freien SGB VIII Träger, 8. Netzwerk-Erkundung, 9. Neue Wege: Familienrat – Eine Chance für die Hilfeplanung, 10. Und was bringt das Ganze? – Evaluation muss ein.

Im Plenum wurde aus den Workshops von den Diskussionen berichtet.

Prof. Ute Straub präsentierte abschließend die überarbeiteten Standards für Familienrat. In einer Abstimmung im Plenum wurde beschlossen, die überarbeiteten Standards als Handlungsorientierung und Diskussionsgrundlage anzunehmen und sie in die Regionen und Einrichtungen weiterzutragen.

Deutschland ist im Bereich von Familienrat ähnlich wie Russland, Slowakei oder Polen noch in der Anfangsphase dieser Entwicklung. Die skandinavischen Länder Norwegen, Finnland, Dänemark, Schweden oder die Länder England, Wales, Schottland, Belgien, Holland haben mehrjährige Erfahrungen in der Organisation von FGC und sind in der politischen und juristischen Auseinandersetzung bereits soweit vorangeschritten, dass FGC als Merkmal für die jeweilige Rechtssprechung diskutiert werden. Im Oktober 2011 fand das Europäische Netzwerktreffen in Utrecht (Niederlande) statt, flankiert von einer groß angelegten Demokratisierungskonferenz.


Das nächste bundesweite Familienrat/FGC-Netzwerktreffen findet im Herbst 2012 in Dresden statt.

Verfasser:


Andreas Hampe-Grosser
Turnstraße 6
14482 Potsdam
AHaGro@t-online.de
http://www.wantalunga.de



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